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Die Buch­hand­lung Pfei­fer und ein Leben für das gedruck­te Wort

Ein Haus vol­ler Geschich­ten seit 1937

Es gibt Orte, die mehr sind als Ver­kaufs­flä­chen. Orte, in denen Ver­gan­gen­heit, Gegen­wart und Zukunft inein­an­der grei­fen wie Sei­ten eines gut gebun­de­nen Romans. Die Buch­hand­lung Pfei­fer in Qued­lin­burg gehört genau in die­se Kate­go­rie. Ihre Geschich­te beginnt im Jahr 1937, gegrün­det vom Groß­va­ter der heu­ti­gen Inha­ber­fa­mi­lie. Was als klas­si­scher Buch­han­del begann, wur­de schnell zu einem Fami­li­en­pro­jekt über Gene­ra­tio­nen hin­weg, getra­gen von Kri­sen, Umbrü­chen und einer erstaun­li­chen Kon­ti­nui­tät.

„Die Buch­hand­lung gibt es ja seit 1937 sie hat mein Opa Fritz Pfei­fer gegrün­det“, erzählt Jörg Pfei­fer und beschreibt damit nicht nur einen his­to­ri­schen Fakt, son­dern das Fun­da­ment eines Lebens­werks. Schon in den Kriegs­jah­ren muss­te die Fami­lie Ver­ant­wor­tung neu ver­tei­len, der Betrieb wur­de unter schwie­ri­gen Bedin­gun­gen wei­ter­ge­führt. Der Buch­la­den blieb dabei stets mehr als ein Geschäft: Er war ein Stück Iden­ti­tät, ein Ort der Sta­bi­li­tät in einer sich stän­dig ver­än­dern­den Welt.

Zwi­schen Tra­di­ti­on und digi­ta­lem Auf­bruch

Wer heu­te die Buch­hand­lung Pfei­fer betritt, sieht nicht nur Bücher, son­dern auch das Ergeb­nis eines kon­se­quen­ten Wan­dels. Früh erkann­te Jörg Pfei­fer, dass der Buch­han­del ohne digi­ta­le Struk­tu­ren nicht zukunfts­fä­hig sein wür­de. Wäh­rend vie­ler­orts noch mit gedruck­ten Kata­lo­gen gear­bei­tet wur­de, begann hier bereits die Trans­for­ma­ti­on.

„Wir haben dann Com­pu­ter ange­schafft“, erin­nert er sich. Aus einem schwer­fäl­li­gen Sys­tem mit zwölf Kata­log­bän­den wur­de ein digi­tal gestütz­ter Buch­han­del, der Zugriff auf Mil­lio­nen Titel ermög­licht. Was frü­her müh­sa­mes Blät­tern und Nach­schla­gen bedeu­te­te, wur­de durch Daten­ban­ken und Waren­wirt­schafts­sys­te­me ersetzt.

Die­ser Schritt war nicht nur tech­nisch, son­dern auch kul­tu­rell ein Bruch. Neue Pro­zes­se muss­ten erklärt, Mit­ar­bei­ten­de geschult und Denk­wei­sen ver­än­dert wer­den. Doch der Auf­wand zahl­te sich aus: Heu­te kann die Buch­hand­lung nahe­zu jedes lie­fer­ba­re Buch kurz­fris­tig beschaf­fen, oft sogar am nächs­ten Tag. Trotz aller Digi­ta­li­sie­rung bleibt jedoch eines unver­än­dert: die per­sön­li­che Bera­tung im Laden.

Von Qued­lin­burg in die Welt: Kalen­der, Krea­ti­vi­tät und beson­de­re Buch­tipps

Neben dem klas­si­schen Buch­ge­schäft ent­wi­ckel­te sich über die Jah­re ein wei­te­res Her­zens­pro­jekt: der Qued­lin­burg-Kalen­der. Ent­stan­den aus der Idee, die Stadt foto­gra­fisch neu zu erzäh­len, wur­de er schnell zu einem regio­na­len Erfolgs­for­mat.

„Es gab hier kei­nen schö­nen Kalen­der mit Qued­lin­burg Fotos“, sagt Pfei­fer rück­bli­ckend. Also begann er selbst zu foto­gra­fie­ren, such­te Moti­ve, war­te­te auf das rich­ti­ge Licht und kom­bi­nier­te his­to­ri­sche Auf­nah­men mit heu­ti­gen Per­spek­ti­ven. Beson­ders cha­rak­te­ris­tisch ist der Ansatz, alte Stadt­an­sich­ten mit aktu­el­len Fotos zu ver­bin­den. So ent­steht ein visu­el­les Gespräch zwi­schen Ver­gan­gen­heit und Gegen­wart, das die Ver­än­de­rung der Stadt sicht­bar macht, ohne ihre See­le zu ver­lie­ren.

Auch im Gespräch über Bücher selbst wird deut­lich, wie sehr Pfei­fer für Lite­ra­tur brennt. Beson­ders gern emp­fiehlt er see­fah­ren­de Aben­teu­er­ge­schich­ten und his­to­ri­sche Roma­ne. Ein Titel, der ihm aktu­ell beson­ders am Her­zen liegt, ist „Der Unter­gang der Wag­ner“. Eine ein­drucks­vol­le See­fah­rer­er­zäh­lung aus dem 18. Jahr­hun­dert, die auf rea­len Bege­ben­hei­ten basiert und von einer Expe­di­ti­on erzählt, bei der von meh­re­ren Schif­fen am Ende nur ein ein­zi­ges Ret­tungs­boot zurück­kehrt.

„Das könn­ten Sie sich mal vor­mer­ken, wenn Sie sowas lesen“, sagt er mit spür­ba­rer Begeis­te­rung. Beson­ders beein­druckt ihn dabei nicht nur die Hand­lung, son­dern auch die Gestal­tung des Buches selbst, das mit his­to­ri­schen Illus­tra­tio­nen und Ori­gi­nal­ge­mäl­den arbei­tet und so Geschich­te visu­ell erfahr­bar macht.

Neben sol­chen epi­schen Erzäh­lun­gen gehö­ren auch Wer­ke von Hans Fal­la­da zu sei­nen Emp­feh­lun­gen. Beson­ders „Klei­ner Mann, was nun?“ und „Der Trin­ker“ haben ihn nach­hal­tig beein­druckt. Fal­la­das Wer­ke zeich­nen sich durch eine scho­nungs­lo­se, aber tief mensch­li­che Dar­stel­lung gesell­schaft­li­cher Rea­li­tä­ten aus und gehö­ren für ihn zu den Büchern, die immer wie­der emp­foh­len wer­den kön­nen, weil sie zeit­los rele­vant blei­ben.

Mehr als Buch­han­del: ein Treff­punkt in Qued­lin­burg

Die Buch­hand­lung Pfei­fer ist längst mehr als ein Ver­kaufs­ort für Lite­ra­tur. Sie ist ein kul­tu­rel­ler Treff­punkt, ein Ort der Begeg­nung und des Aus­tauschs. Beson­ders deut­lich wird das bei Ver­an­stal­tun­gen wie „Ein­schlie­ßen und genießen“-Format. Dabei wer­den Besu­cher am Abend für meh­re­re Stun­den in die Buch­hand­lung ein­ge­la­den, um in ent­spann­ter Atmo­sphä­re zu stö­bern, zu ent­de­cken und sich bera­ten zu las­sen.

„Dann wird man zwei Stun­den ein­ge­schlos­sen in der Buch­hand­lung von 19 bis 21 Uhr mit Gebäck und Sekt und Wein“, beschreibt Pfei­fer die­ses beson­de­re Erleb­nis, das regel­mä­ßig aus­ge­bucht ist und zeigt, wie sehr Buch­han­del auch emo­tio­na­le Erfah­rung sein kann.

Auch die Arbeit mit Schu­len spielt eine zen­tra­le Rol­le. Zum „Tag des Buches“ besu­chen zahl­rei­che Schul­klas­sen die Buch­hand­lung, manch­mal meh­re­re Dut­zend am Tag. Kin­der erhal­ten Ein­bli­cke in die Welt der Bücher, ler­nen neue Geschich­ten ken­nen und bekom­men oft sogar ein Buch geschenkt. Die­se Form der Lese­för­de­rung ist für Pfei­fer nicht nur Pflicht, son­dern Lei­den­schaft.

Gleich­zei­tig beob­ach­tet er auf­merk­sam, wie sich Lese­ge­wohn­hei­ten ver­än­dern. Beson­ders jun­ge Leser grei­fen heu­te ver­stärkt zu Young Adult Lite­ra­tur und Man­ga. „Das ist so eine neue Waren­grup­pe“, sagt er und beschreibt damit einen Trend, der auch den sta­tio­nä­ren Buch­han­del ver­än­dert hat. Inhal­te über Lie­be, Iden­ti­tät und per­sön­li­che Ent­wick­lung spie­len dabei eine gro­ße Rol­le und zei­gen, dass Lesen kei­nes­wegs an Bedeu­tung ver­liert, son­dern neue For­men annimmt.

Am Ende bleibt die Buch­hand­lung Pfei­fer ein Ort, der Geschich­te bewahrt und Zukunft gestal­tet. Ein Ort, an dem Lite­ra­tur nicht nur ver­kauft, son­dern gelebt wird. Zwi­schen digi­ta­len Sys­te­men, alten Stadt­an­sich­ten und lei­den­schaft­li­chen Buch­emp­feh­lun­gen ent­steht hier ein Raum, der zeigt, dass ein Buch­la­den weit mehr sein kann als ein Geschäft: näm­lich ein Stück geleb­te Kul­tur in Qued­lin­burg.  

Harz.News/Ron  

 

Buch­hand­lung Pfei­fer
Jörg Pfei­fer
📍Hei­li­ge­geist­str 1, 06484 Qued­lin­burg
📞Tel.: 03946–2602
✉️Email: info@buch-pfeifer.de
🌐Web­site: https://www.buch-pfeifer.de

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