Im Stadtarchiv Goslar ist ab sofort eine kleine Ausstellung über die Kiepenfrauen des Harzes zu sehen. Sie verbindet historische Quellen mit einer künstlerischen Auseinandersetzung von Maria Wedemann und Sarah Koppe, Studentinnen der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.
Über Jahrhunderte prägten Kiepenfrauen das Leben im Harz. Mit ihren aus Weiden geflochtenen Körben trugen sie bis zu 40 Kilogramm durch Wälder und Berge. Sie versorgten Dörfer mit Lebensmitteln, Wolle und Nachrichten und verbanden ihre Erwerbsarbeit mit unbezahlter Sorgearbeit für Familie und Gemeinschaft.
Die beiden Studentinnen beschäftigten sich im Rahmen eines Seminars mit dem Alltag und der Arbeit der Kiepenfrauen. Ihre gestickten Szenen und Eindrücke auf transparentem Baumwollstoff greifen die vielfältigen Tätigkeiten der Frauen auf. Erstmals wurde das Projekt in der Ausstellung Die Fichte spricht bevor sie bricht im Mönchehaus Museum Goslar präsentiert. Dort waren Arbeiten eines HBK-Kurses zum Thema Postwachstum zu sehen.
Historische Quellen als Impuls
Im Lesesaal des Stadtarchivs wird die künstlerische Arbeit durch Fotografien aus den Archivbeständen ergänzt, die die Studentinnen für ihre Recherchen gesichtet haben. Die Ausstellung zeigt damit auch, wie historische Quellen aktuelle gesellschaftliche Fragen berühren können.
Die Ausstellung ist bis Mitte August zu den Öffnungszeiten des Stadtarchivs zu sehen. Geöffnet ist dienstags von 10 bis 16 Uhr und donnerstags von 10 bis 17 Uhr.
Foto: Stadtarchiv Goslar, Bestand Behme, Nr. 186 / Stadt Goslar































