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Ener­gie­kri­se: Arbeit­neh­mer in Sach­sen-Anhalt haben kaum Aus­sicht auf 1000-Euro-Bonus

Für die Prämienzahlung von 1000 Euro gibt es derzeit fast nirgendwo Spielraum
Für die Prämienzahlung von 1000 Euro gibt es derzeit fast nirgendwo Spielraum

Der Appell der Bun­des­re­gie­rung an die Arbeit­ge­ber, ihren Mit­ar­bei­tern eine steu­er­freie Prä­mie in Höhe von 1000 Euro zu Abfe­de­rung der Belas­tun­gen durch die Ener­gie­kri­se wird sich für die meis­ten Arbeit­neh­mer in Sach­sen-Anhalt nicht erfül­len.

Die Ener­gie­kri­se trifft Haus­hal­te in ganz Deutsch­land spür­bar. Vor allem die stark gestie­ge­nen Prei­se für Strom, Gas und Heiz­kos­ten brin­gen vie­le Men­schen zuneh­mend an ihre finan­zi­el­len Gren­zen. Um die­se Belas­tung abzu­fe­dern, hat­te die Bun­des­re­gie­rung Arbeit­ge­ber dazu auf­ge­ru­fen, ihren Beschäf­tig­ten eine steu­er­freie Prä­mie von bis zu 1000 Euro aus­zu­zah­len.

Frei­wil­li­ge Prä­mie bleibt aus — auch beim MDR und im öffent­li­chen Dienst

Die soge­nann­te Infla­ti­ons­aus­gleichs­prä­mie ist jedoch frei­wil­lig – und genau das erweist sich als zen­tra­le Schwä­che. Unter­neh­men sind nicht ver­pflich­tet, den Bonus zu zah­len. Beson­ders in struk­tur­schwa­chen Regio­nen wie Sach­sen-Anhalt fällt es vie­len Betrie­ben schwer, zusätz­li­che finan­zi­el­le Leis­tun­gen zu erbrin­gen.

Auch der MDR hat dem Vor­schlag der Bun­des­re­gie­rung, sei­nen Mit­ar­bei­tern die 1000 Euro zu zah­len, eine Absa­ge erteilt. Die finan­zi­el­len Mit­tel hier­für sei­en schlicht­weg nicht vor­han­den. Indes sieht selbst Minis­ter­prä­si­dent Sven Schul­ze (CDU) für die Prä­mi­en­zah­lung an Beam­te und Ange­stell­te des öffent­li­chen Diens­tes kei­nen Spiel­raum: Schon die aktu­el­le Tarif­er­hö­hung sor­ge für Mehr­aus­ga­ben des Lan­des in Höhe von rund 500 Mil­lio­nen Euro, sag­te Schul­ze (CDU) nach der Kabi­netts­sit­zung in Mag­de­burg.

Kein Geld für Prä­mi­en­zah­lung: Unter­neh­men selbst stark belas­tet

Gera­de klei­ne und mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men, die das Rück­grat der regio­na­len Wirt­schaft bil­den, ste­hen selbst unter erheb­li­chem Druck. Stei­gen­de Ener­gie- und Pro­duk­ti­ons­kos­ten schrän­ken ihren finan­zi­el­len Spiel­raum ein, sodass frei­wil­li­ge Son­der­zah­lun­gen für vie­le kaum rea­li­sier­bar sind.

Für Arbeit­neh­mer bedeu­tet die­se Situa­ti­on eine dop­pel­te Belas­tung: Wäh­rend die Lebens­hal­tungs­kos­ten deut­lich stei­gen, bleibt die erhoff­te finan­zi­el­le Ent­las­tung durch die Prä­mie häu­fig aus. Beson­ders betrof­fen sind Beschäf­tig­te in Bran­chen mit ohne­hin nied­ri­gen Löh­nen, etwa im Dienst­leis­tungs­sek­tor oder im Hand­werk.

Kri­tik von Gewerk­schaf­ten: Maß­nah­me hat begrenz­te Wir­kung

Gewerk­schaf­ten kri­ti­sie­ren die frei­wil­li­ge Rege­lung scharf. Ihrer Ansicht nach führt sie zu einer sozia­len Ungleich­heit, da vor allem Arbeit­neh­mer in wirt­schaft­lich star­ken Unter­neh­men oder Regio­nen von der Prä­mie pro­fi­tie­ren. Beschäf­tig­te in finan­zi­ell schwä­che­ren Betrie­ben gehen hin­ge­gen leer aus – trotz glei­cher Belas­tung durch stei­gen­de Kos­ten.

Auch Öko­no­men sehen die Maß­nah­me kri­tisch. Zwar sei die Prä­mie gut gemeint, ihre Wir­kung blei­be jedoch begrenzt. Ohne ver­bind­li­che Vor­ga­ben oder geziel­te­re staat­li­che Unter­stüt­zung errei­che sie nicht alle Betrof­fe­nen und ver­stär­ke bestehen­de Unter­schie­de zwi­schen Bran­chen und Regio­nen.

Hoff­nung auf wei­te­re Ent­las­tung

Für vie­le Arbeit­neh­mer in Sach­sen-Anhalt bleibt daher nur die Hoff­nung auf alter­na­ti­ve Hil­fen. Staat­li­che Maß­nah­men wie Ener­gie­preis­brem­sen oder Wohn­geld­zu­schüs­se gewin­nen an Bedeu­tung. Den­noch zeigt sich deut­lich: Die frei­wil­li­ge Bonus­lö­sung greift zu kurz und erreicht gera­de jene nicht, die beson­ders stark unter der Kri­se lei­den.

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