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Auf­trä­ge bre­chen weg: Maschi­nen­bau-Spe­zia­list ELIOG aus Thü­rin­gen ist plei­te

Der Industrieofenbauer ELIOG aus Thüringen ist pleite
Der Industrieofenbauer ELIOG aus Thüringen ist pleite

Der tra­di­ti­ons­rei­che Indus­trie­ofen­bau­er ELIOG Indus­trie­ofen­bau hat Insol­venz ange­mel­det. Der Spe­zi­al­ma­schi­nen­bau­er aus Thü­rin­gen kämpft mit dras­tisch rück­läu­fi­gen Auf­trä­gen, ver­scho­be­nen Inves­ti­tio­nen und wach­sen­dem inter­na­tio­na­lem Wett­be­werbs­druck. Für die rund 74 Beschäf­tig­ten beginnt damit eine Pha­se gro­ßer Unsi­cher­heit.

Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men aus Thü­rin­gen in der Kri­se

Die ELIOG Indus­trie­ofen­bau zählt als Welt­markt­füh­rer zu den eta­blier­ten Spe­zi­al­an­bie­tern für Indus­trie­öfen und Wär­me­be­hand­lungs­an­la­gen in Deutsch­land. Das Unter­neh­men mit Sitz in Röm­hild ent­wi­ckelt maß­ge­schnei­der­te Ther­mo­pro­zess­lö­sun­gen unter ande­rem für die Auto­mo­bil­in­dus­trie, E‑Mobilität, Luft- und Raum­fahrt sowie Metall­ur­gie.

Gegrün­det wur­de das Unter­neh­men bereits 1924 in Düs­sel­dorf. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs ver­la­ger­te Eliog sei­ne Pro­duk­ti­on nach Thü­rin­gen. In der DDR fir­mier­te der Betrieb als VEB Elek­tro-Indus­trie­ofen- und Gerä­te­bau. Seit 2011 gehört das Unter­neh­men zur fami­li­en­ge­führ­ten Rup­p­recht-Grup­pe.

Insol­venz­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung gestar­tet

Wie bekannt wur­de, hat Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer Ste­fan G. Mai­riedl beim Amts­ge­richt Mei­nin­gen ein Insol­venz­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung bean­tragt. Das Gericht folg­te dem Antrag und bestell­te einen vor­läu­fi­gen Sach­wal­ter. Ziel sei es laut Unter­neh­mens­füh­rung, den Geschäfts­be­trieb fort­zu­füh­ren und einen Inves­tor für die Restruk­tu­rie­rung zu gewin­nen.

Beson­ders pro­ble­ma­tisch sei die aktu­el­le Auf­trags­la­ge. Kun­den wür­den Inves­ti­tio­nen ver­schie­ben, geplan­te Pro­jek­te redu­zie­ren oder kom­plett absa­gen. Vie­le Auf­trä­ge sei­en inzwi­schen erst für 2027 vor­ge­se­hen. Gleich­zei­tig neh­me der inter­na­tio­na­le Preis­druck deut­lich zu.

Maschi­nen­bau in Deutsch­land unter Druck

Der Fall Eliog steht exem­pla­risch für die schwie­ri­ge Lage vie­ler deut­scher Maschi­nen­bau­er. Hohe Ener­gie­prei­se, stei­gen­de Per­so­nal­kos­ten und eine schwä­cheln­de Indus­trie­kon­junk­tur set­zen die Bran­che mas­siv unter Druck. Laut einer Ana­ly­se der Bera­tungs­ge­sell­schaft EY gin­gen allein im ver­gan­ge­nen Jahr rund 120.000 Indus­trie­ar­beits­plät­ze in Deutsch­land ver­lo­ren.

Zwar konn­te der ost­deut­sche Maschi­nen- und Anla­gen­bau zuletzt leich­te Zuwäch­se beim Auf­trags­ein­gang ver­zeich­nen, doch Bran­chen­ver­tre­ter war­nen wei­ter­hin vor struk­tu­rel­len Pro­ble­men und feh­len­der Pla­nungs­si­cher­heit.

Löh­ne der Beschäf­tig­ten vor­erst gesi­chert

Für die Beschäf­tig­ten gibt es zunächst etwas Ent­las­tung: Die Löh­ne und Gehäl­ter der Mit­ar­bei­ter sind über das Insol­venz­geld bis ein­schließ­lich Juni 2026 abge­si­chert. Der lau­fen­de Geschäfts­be­trieb soll wäh­rend des Sanie­rungs­pro­zes­ses fort­ge­führt wer­den.

Ob Eliog lang­fris­tig geret­tet wer­den kann, hängt nun maß­geb­lich davon ab, ob Inves­to­ren gefun­den wer­den und sich die Nach­fra­ge in den rele­van­ten Indus­trie­zwei­gen wie­der sta­bi­li­siert.

Frü­he­re Kri­sen belas­ten den Namen Eliog

Der Name Eliog war bereits in der Ver­gan­gen­heit mit wirt­schaft­li­chen Tur­bu­len­zen ver­bun­den. Schon 2009 gerie­ten meh­re­re Unter­neh­men der dama­li­gen Eliog-Grup­pe in die Insol­venz. Damals stan­den Vor­wür­fe wie Kon­kurs­ver­schlep­pung und finan­zi­el­le Unre­gel­mä­ßig­kei­ten im Raum. Tei­le der heu­ti­gen Eliog Indus­trie­ofen­bau konn­ten sich jedoch neu auf­stel­len und den Betrieb fort­füh­ren.

Schwie­ri­ge Zukunft für Thü­rin­ger Maschi­nen­bau­er

Die Insol­venz von ELIOG Indus­trie­ofen­bau ver­deut­licht die ange­spann­te Lage im deut­schen Maschi­nen­bau. Weg­bre­chen­de Auf­trä­ge, Inves­ti­ti­ons­zu­rück­hal­tung und hoher inter­na­tio­na­ler Wett­be­werbs­druck tref­fen beson­ders mit­tel­stän­di­sche Spe­zi­al­an­bie­ter hart.

Ob der tra­di­ti­ons­rei­che Thü­rin­ger Indus­trie­ofen­bau­er die Sanie­rung schafft, dürf­te sich in den kom­men­den Mona­ten ent­schei­den.

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