Nachdem in den vergangenen Monaten immer wieder vor Engpässen bei Kraftstoffen gewarnt wurde, zeichnet sich nun offenbar ein weiteres Problem ab: Durch die Blockade der Straße von Hormus könnte bereits im Frühsommer Motoröl knapp werden.
Experten rechnen mit Produktionskürzungen bei Autobauern
Wie die Marktanalysefirma Argus Media laut Auto, Motor und Sport berichtet, bekommen Automobilhersteller die Folgen der ausbleibenden Öllieferungen bereits zu spüren und suchen nach alternativen Lieferanten. Rund 20 Prozent der weltweiten Öltransporte verlaufen jährlich durch die Meerenge zwischen Iran und Oman.
Besonders kritisch ist die Lage offenbar bei Grundölen der Gruppe III sowie bei Polyalphaolefinen (PAO). Diese Stoffe werden unter anderem zur Herstellung von Schmiermitteln für die Automobilproduktion benötigt. Laut Argus Media ist Europa bei etwa 74 Prozent der Produktion auf Lieferungen aus dem Nahen Osten angewiesen. Gabrielle Twining, Expertin für Basisöle bei Argus Media, warnt:
„Sollten die Automobilhersteller – wie zu erwarten ist – keine Lösung finden und sich die Situation in absehbarer Zeit nicht entspannen, werden die Produktionsmengen reduziert werden müssen.“
Vorräte könnten schon bald erschöpft sein
Von der Knappheit sind jedoch nicht nur Fahrzeughersteller betroffen. Auch bei Ölen der Gruppe II zeichnet sich ein Mangel ab. Hersteller entsprechender Schmierstoffe rechnen damit, dass ihre Lagerbestände spätestens Anfang Juni aufgebraucht sein könnten.
Diese Öle werden vor allem für Motoren von Bussen und Lastwagen verwendet. Dadurch könnten zahlreiche Lieferketten beeinträchtigt werden. Kommt es zu Störungen, müssen Verbraucherinnen und Verbraucher voraussichtlich mit steigenden Preisen rechnen.
Auch für private Fahrzeughalter dürfte die Entwicklung spürbar werden. Aufgrund höherer Großhandelspreise könnten die Kosten für den regelmäßigen Ölwechsel weiter steigen. Schon heute liegt dieser – abhängig vom Fahrzeug – häufig im dreistelligen Euro-Bereich.
Verknappung hätte spürbare Auswirkungen auf die Wirtschaft in der Region
Eine Verknappung von Motoröl infolge des Iran-Krieges kann die Wirtschaft im Harz deutlich belasten. Steigende Ölpreise verteuern vor allem Transport, Produktion und Heizung. Unternehmen im Harz – etwa aus Tourismus, Handwerk oder Industrie – hätten höhere Betriebskosten, wodurch Produkte und Dienstleistungen teurer werden könnten.
Auch Pendler und Urlauber müssten mehr für Kraftstoff zahlen, was die Kaufkraft senkt und den Tourismus schwächen kann. Insgesamt könnte das Wirtschaftswachstum im Harz gebremst werden.































