Anzeige

Zwi­schen Holz­staub und Klang­kunst: Wie Orgel­bau Hüf­ken die Köni­gin der Instru­men­te in Hal­ber­stadt leben­dig hält

Wer die Werk­statt von Orgel­bau Hüf­ken in Hal­ber­stadt betritt, begeg­net nicht nur Holz, Metall und Werk­zeu­gen, son­dern einer jahr­hun­der­te­al­ten Tra­di­ti­on, die hier Tag für Tag wei­ter­ge­schrie­ben wird. In einer Stadt, die seit über tau­send Jah­ren eng mit der Geschich­te der Orgel ver­bun­den ist, trägt das Fami­li­en­un­ter­neh­men eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung und zugleich eine gro­ße Lei­den­schaft für eines der kom­ple­xes­ten Instru­men­te der Welt.

Eine Beru­fung, die schon früh fest­stand

Für Johan­nes Hüf­ken war der Weg in den Orgel­bau nie eine spon­ta­ne Ent­schei­dung, son­dern eine Selbst­ver­ständ­lich­keit, die sich schon in jun­gen Jah­ren her­aus­kris­tal­li­sier­te. Als er in der neun­ten Klas­se gefragt wur­de, was er ein­mal wer­den wol­le, habe ihn die Fra­ge über­rascht, weil für ihn längst fest­stand, dass er den Beruf sei­nes Vaters ergrei­fen wür­de. Anders als sei­ne Geschwis­ter, die ganz ande­re Wege ein­schlu­gen, wuchs er in die Werk­statt hin­ein, lern­te den Umgang mit Holz, Metall und Klang von klein auf und ent­wi­ckel­te so früh eine tie­fe Ver­bin­dung zum Hand­werk.

Heu­te arbei­tet er im Fami­li­en­be­trieb eng mit sei­ner Mut­ter Maria Hüf­ken zusam­men, die das Unter­neh­men führt und orga­ni­sa­to­risch lei­tet. Die Über­ga­be erfolg­te nicht als kla­rer Schnitt, son­dern als flie­ßen­der Über­gang zwi­schen den Gene­ra­tio­nen, in dem Erfah­rung und neue Ideen mit­ein­an­der ver­bun­den wur­den.

Hand­werk, Tech­nik und ein fei­nes Gehör

Orgel­bau ist ein Beruf, der tech­ni­sches Ver­ständ­nis, Geduld und musi­ka­li­sches Fein­ge­fühl glei­cher­ma­ßen ver­langt. Johan­nes Hüf­ken beschreibt sei­ne Arbeit den­noch bewusst boden­stän­dig und sieht sich in ers­ter Linie als Hand­wer­ker. Zu Beginn eines Pro­jekts gehe es oft um stau­bi­ge und kör­per­lich anstren­gen­de Arbeit, beson­ders bei der Restau­rie­rung alter Instru­men­te, die teils über Jahr­zehn­te nicht gerei­nigt wur­den. Erst im letz­ten Schritt, wenn die Orgel into­niert und gestimmt wird, rückt die klang­li­che Fein­ab­stim­mung in den Mit­tel­punkt.

Dabei wird zunächst ein Regis­ter mit­hil­fe tech­ni­scher Hilfs­mit­tel exakt gestimmt. Alle wei­te­ren Regis­ter wer­den anschlie­ßend nach Gehör dar­auf abge­stimmt. Die­se Mischung aus moder­ner Tech­nik und tra­di­tio­nel­lem Hand­werk prägt die täg­li­che Arbeit in der Werk­statt. Eine durch­schnitt­li­che Kir­chen­or­gel umfasst rund tau­send bis andert­halb­tau­send Pfei­fen, gro­ße Instru­men­te wie im Dom sogar meh­re­re tau­send. Allein die klang­li­che Ein­stel­lung kann bei einer Neu­in­stal­la­ti­on meh­re­re Wochen in Anspruch neh­men.

Hal­ber­stadt als Orgel­stadt und Inspi­ra­ti­ons­quel­le

Hal­ber­stadt blickt auf eine über tau­send­jäh­ri­ge Orgel­tra­di­ti­on zurück. Noch vor rund hun­dert Jah­ren arbei­te­ten hier meh­re­re Orgel­bau­er gleich­zei­tig, deren Instru­men­te weit in die Regi­on aus­strahl­ten. Für die Fami­lie Hüf­ken ist die­se Geschich­te weni­ger Bür­de als Moti­va­ti­on. Sie emp­fin­den sie nicht als schwe­re Ver­pflich­tung, son­dern als leben­di­ge Tra­di­ti­on, die Raum für Neu­es lässt.

Beson­ders sicht­bar wird die­se Ver­bin­dung von Tra­di­ti­on und Inno­va­ti­on im Umfeld des bekann­ten Cage-Pro­jekts in Hal­ber­stadt, bei dem eine Kom­po­si­ti­on über Jahr­zehn­te hin­weg auf einer spe­zi­ell gebau­ten Orgel auf­ge­führt wird. Anfangs sei die Idee für vie­le Hand­wer­ker befremd­lich gewe­sen, doch mit der Zeit habe sich die Bedeu­tung die­ses Pro­jekts deut­lich gezeigt. Es zie­he Besu­cher aus aller Welt an und mache die Stadt inter­na­tio­nal bekannt. Für Hal­ber­stadt sei dies ein kul­tu­rel­ler Magnet, von dem die gesam­te Regi­on pro­fi­tie­re.

Jun­ge Men­schen für die Orgel begeis­tern

Neben der Arbeit an gro­ßen Instru­men­ten wid­met sich Orgel­bau Hüf­ken zuneh­mend auch der Nach­wuchs­för­de­rung. Ein beson­de­res Pro­jekt sind klei­ne Bau­sät­ze für Orgel­pfei­fen, die gemein­sam mit Schul­klas­sen und Grund­schul­kin­dern zusam­men­ge­baut wer­den. Inner­halb weni­ger Minu­ten ent­steht ein funk­tio­nie­ren­des klei­nes Instru­ment, das die Kin­der nicht nur hören, son­dern auch selbst zusam­men­set­zen kön­nen.

Die­ses Bil­dungs­pro­jekt wur­de sogar auf der gro­ßen Bil­dungs­mes­se didac­ta in Köln vor­ge­stellt, wo sich tau­sen­de Besu­cher für die Idee begeis­ter­ten. Für die Fami­lie Hüf­ken ist dies ein wich­ti­ger Schritt, um die nächs­te Gene­ra­ti­on für den Klang und die Funk­ti­ons­wei­se der Orgel zu sen­si­bi­li­sie­ren und das tra­di­ti­ons­rei­che Hand­werk lang­fris­tig zu sichern. (https://www.melopipe.de/)

Fami­li­en­be­trieb mit kla­ren Rol­len

Der Betrieb in Hal­ber­stadt ist ein klas­si­sches Fami­li­en­un­ter­neh­men, in dem sich die Auf­ga­ben auf meh­re­re Schul­tern ver­tei­len. Maria Hüf­ken führt das Unter­neh­men und ver­ant­wor­tet die orga­ni­sa­to­ri­schen und kauf­män­ni­schen Abläu­fe. Sie koor­di­niert Auf­trä­ge, plant Ter­mi­ne und sorgt dafür, dass die Pro­jek­te struk­tu­riert abge­ar­bei­tet wer­den. Johan­nes Hüf­ken kon­zen­triert sich hin­ge­gen vor allem auf die prak­ti­sche Arbeit, die tech­ni­sche Umset­zung und die klang­li­che Gestal­tung der Instru­men­te.

Die­se Auf­ga­ben­tei­lung ermög­licht es, sowohl den hand­werk­li­chen Anspruch als auch die betriebs­wirt­schaft­li­chen Anfor­de­run­gen eines spe­zia­li­sier­ten Hand­werks­be­triebs zu erfül­len. Gleich­zei­tig bleibt der Betrieb durch die fami­liä­re Struk­tur fle­xi­bel und per­sön­lich im Umgang mit Kun­den und Auf­trag­ge­bern.

Emo­tio­na­le Momen­te hin­ter den Kir­chen­mau­ern

Trotz aller Tech­nik und Prä­zi­si­on sind es oft die lei­sen, per­sön­li­chen Momen­te, die den Arbeits­all­tag im Orgel­bau prä­gen. Johan­nes Hüf­ken erin­nert sich an eine Restau­rie­rung in einem klei­nen Dorf, bei der eine älte­re Frau regel­mä­ßig mit Kaf­fee und Kuchen in die Kir­che kam, um den Fort­schritt zu ver­fol­gen. Als nach lan­ger Bau­zeit die ers­ten Pfei­fen wie­der erklan­gen, stan­den ihr Trä­nen in den Augen, weil sie sich dar­an erin­ner­te, wie sie als jun­ges Mäd­chen einst selbst das Geblä­se der Orgel getre­ten hat­te. Sol­che Augen­bli­cke zeig­ten ein­drucks­voll, wie tief Musik und Instru­ment in das Leben der Men­schen ein­ge­bet­tet sind.

Zwi­schen Werk­statt und Groß­fa­mi­lie

Abseits der Werk­statt ist Johan­nes Hüf­ken vor allem Fami­li­en­va­ter. Mit sie­ben Kin­dern und einem vol­len Auf­trags­buch bleibt wenig Zeit für klas­si­sche Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten. Wenn er abschal­ten will, dann am liebs­ten gemein­sam mit sei­ner Fami­lie, sei es bei Aus­flü­gen, beim Wan­dern oder auf Rei­sen mit dem alten Wohn­an­hän­ger. Auch ein betag­ter Mer­ce­des aus den 1980er Jah­ren mit über 800.000 Kilo­me­tern auf dem Tacho gehört zum All­tag und wird gele­gent­lich noch für Fahr­ten zu Orgel­pro­jek­ten genutzt.

Ob eines der Kin­der spä­ter in den Fami­li­en­be­trieb ein­stei­gen wird, lässt die Fami­lie bewusst offen. Der Beruf sei erfül­lend, aber auch kör­per­lich for­dernd und wirt­schaft­lich anspruchs­voll. Ent­schei­dend sei, dass die nächs­te Gene­ra­ti­on ihren eige­nen Weg fin­det.

Mit ihrer Werk­statt in Hal­ber­stadt sorgt die Fami­lie Hüf­ken dafür, dass ein tra­di­ti­ons­rei­ches Hand­werk nicht nur bewahrt, son­dern aktiv wei­ter­ent­wi­ckelt wird. Zwi­schen Restau­rie­rung his­to­ri­scher Instru­men­te, inter­na­tio­na­len Pro­jek­ten und päd­ago­gi­schen Initia­ti­ven zeigt sich, dass die Köni­gin der Instru­men­te auch im 21. Jahr­hun­dert nichts von ihrer Fas­zi­na­ti­on ver­lo­ren hat.

 

Orgel­bau Hüf­ken
👤Maria Hüf­ken, Johan­nes Hüf­ken
📍Mag­de­bur­ger Str. 16  l  38820 Hal­ber­stadt
📞
Tel.: 03941 25009
✉️Email: mail@orgelbau-huefken.de
🌐Web­site: https://orgelbau-huefken.de/
www.melopipe.de

 

Orgelbau Huefken 2 Orgelbau Huefken 11 Orgelbau Huefken 12 Orgelbau Huefken 14 Orgelbau Huefken 16 Orgelbau Huefken 17 Orgelbau Huefken 20 Orgelbau Huefken 23

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige