Die Bundestagsabgeordnete Karoline Otte hat sich bei Kunigunde ein Bild vom Zustand der Innerste gemacht. Zu dem Ortstermin hatten der BUND Westharz und der NABU Goslar gemeinsam mit dem Angelsportverein Palandsmühle eingeladen. Die Beteiligten fordern, den natürlichen Flusslauf wieder dauerhaft mit Wasser zu versorgen und die Europäische Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen.
An dem besichtigten Abschnitt geht der natürliche Flusslauf in einen mit Betonmauern eingefassten Betriebsgraben über. Das Wasser wird nach Angaben der Verbände vollständig in den Graben des Unternehmens Wano Schwarzpulver geleitet. Das ursprüngliche Flussbett fällt deshalb über weite Teile des Jahres trocken. Nur bei Hochwasser gelangt Wasser über ein Streichwehr zurück in das Mutterbett.
Der Untergraben des Unternehmens geht in den Obergraben einer Mühle in Posthof über. Dadurch bleibe das natürliche Bett der Innerste auf einer Strecke von rund zwei Kilometern über Wochen oder Monate ohne Wasser, erklärten die Beteiligten. Otte kritisierte, dass dort weder die vorgeschriebene Mindestwassermenge verbleibe noch eine Fischtreppe vorhanden sei.
Gespräche über die Wassermenge stocken
Naturschützer und Sportfischer setzen sich seit Jahren für eine Verbesserung der Situation ein. Die frühere Geschäftsführung von Wano hatte nach Angaben der Beteiligten Bereitschaft signalisiert, bis zu 250 Liter Wasser pro Sekunde in das ursprüngliche Flussbett abzuleiten.
Für eine Gesamtlösung müsse jedoch auch der Mühlenbetreiber in Posthof auf einen Teil der bisher genutzten Wassermenge verzichten. Rainer Klose vom Angelsportverein habe sich deshalb mehrfach an den Landkreis Goslar gewandt. Zunächst begonnene Gespräche seien inzwischen zum Stillstand gekommen. Auch zwei Petitionen an den Niedersächsischen Landtag hätten keinen Fortschritt gebracht.
Verbände schlagen Runden Tisch vor
Nach Einschätzung des BUND Westharz könnte das natürliche Flussbett mit überschaubarem Aufwand wieder mit Wasser versorgt werden. Die Verbände verweisen zudem auf Möglichkeiten im niedersächsischen Wasserrecht, ältere Nutzungsrechte anzupassen.
BUND, NABU und Sportfischer schlagen einen Runden Tisch mit allen Beteiligten vor. Damit sollen die festgefahrenen Gespräche wieder aufgenommen und eine gemeinsame Lösung für den betroffenen Abschnitt der Innerste gefunden werden.
Foto: BUND Westharz































