Die Teufelsmauer im Harz könnte 2026 zu Deutschlands Naturwunder des Jahres gekürt werden. Die spektakuläre Felsformation im nördlichen Harzvorland gehört zu den neun Finalisten der bundesweiten Naturwunderwahl 2026. Noch bis zum 27. September 2026 kann online abgestimmt werden.
Mit ihren bizarren Sandsteinfelsen, spektakulären Aussichtspunkten und jahrhundertealten Sagen bringt die Teufelsmauer einiges mit, was ein Naturwunder ausmacht. Doch was macht die Felslandschaft tatsächlich so besonders – und warum gilt sie im Rennen um das Naturwunder Deutschland 2026 als heißer Kandidat?
Teufelsmauer im Harz: Ein Naturwunder mit spektakulärer Kulisse
Wer sich der Teufelsmauer zum ersten Mal nähert, dürfte überrascht sein. Statt der klassischen Vorstellung vom bewaldeten Harz erwartet Besucherinnen und Besucher eine markante Kette aus steil aufragenden Sandsteinfelsen.
Die Felsformation zieht sich über rund 20 Kilometer durch das nördliche Harzvorland zwischen Ballenstedt und Blankenburg. Besonders markante Abschnitte finden sich unter anderem bei Weddersleben, Timmenrode und Blankenburg. Zu den bekanntesten Felsformationen zählen der Königstein, das Hamburger Wappen sowie die Felsen Großvater und Großmutter.
Damit ist die Teufelsmauer weit mehr als ein einzelner Aussichtspunkt. Sie ist eine zusammenhängende Landschaft aus Felsen, Wanderwegen, Ausblicken und besonderen Lebensräumen.
Genau diese Kombination könnte ihr bei der Naturwunderwahl 2026 zugutekommen.
Deutschlands Naturwunder 2026: Die Teufelsmauer steht im Finale
Die Naturwunderwahl 2026 wird von der Heinz Sielmann Stiftung und dem Deutschen Wanderverband getragen. Die Teufelsmauer tritt dabei für Sachsen-Anhalt an und hat es aus einer großen Zahl von Bewerbungen in die finale Auswahl geschafft. Insgesamt stehen neun außergewöhnliche Natur- und Landschaftsräume zur Wahl.
Die Abstimmung läuft vom 10. August bis zum 27. September 2026.
Das Ziel des Wettbewerbs ist dabei nicht allein eine Rangliste der schönsten Landschaften. Die Naturwunderwahl soll zugleich Aufmerksamkeit auf die Vielfalt, Eigenart und Schutzwürdigkeit besonderer Naturräume in Deutschland lenken.
Für die Teufelsmauer ist die Nominierung deshalb bereits ein Erfolg. Sollte sie am Ende die meisten Stimmen erhalten, würde aus dem bekannten Harzer Ausflugsziel das offiziell ausgezeichnete Naturwunder Deutschland 2026.
Wichtig: Zum Zeitpunkt dieses Artikels steht der Sieger noch nicht fest.
Was ist die Teufelsmauer eigentlich?
Geologisch handelt es sich bei der Teufelsmauer um ein Felsenband aus hartem Sandstein der oberen Kreidezeit. Über Jahrmillionen haben geologische Prozesse und die natürliche Verwitterung die heute sichtbaren Felsformationen herausgearbeitet.
Das Ergebnis wirkt teilweise fast künstlich: einzelne Felsen stehen wie Türme aus der Landschaft heraus, schmale Felspassagen wechseln mit breiten Wanderwegen, und von den höheren Punkten öffnen sich weite Blicke über das Harzvorland.
Die Teufelsmauer ist deshalb nicht nur ein beliebtes Wanderziel, sondern auch ein eindrucksvolles Fenster in die Erdgeschichte.
2006 wurde die Teufelsmauer einschließlich des Harznordrandes in die Liste der Nationalen Geotope aufgenommen. Teile der Landschaft stehen bereits seit Jahrzehnten unter Naturschutz.
Warum heißt sie Teufelsmauer?
Der Name klingt dramatisch – und passt perfekt zur mystischen Atmosphäre des Harzes.
Wie bei vielen besonderen Orten im Harz rankt sich auch um die Teufelsmauer eine Sage. Einer bekannten Überlieferung zufolge soll der Teufel mit Gott um Land gestritten haben. Der Teufel bekam die Aufgabe, innerhalb einer einzigen Nacht eine gewaltige Mauer zu errichten. Was er bis zum Morgengrauen schaffen würde, sollte ihm gehören.
Die imposante Felsformation wurde so in der Vorstellung der Menschen zu den Überresten dieser teuflischen Mauer.
Natürlich entstand die Teufelsmauer nicht durch übernatürliche Kräfte. Gerade der Kontrast zwischen wissenschaftlich erklärbarer Erdgeschichte und sagenhafter Überlieferung macht den Ort jedoch besonders reizvoll.
Wandern an der Teufelsmauer: Ein Erlebnis für Naturfreunde
Die beste Möglichkeit, die Teufelsmauer kennenzulernen, ist zu Fuß.
Der Harzer Teufelsmauerstieg verbindet die markanten Felsbereiche zwischen Blankenburg und Ballenstedt. Die offizielle Route ist rund 25,25 Kilometer lang und wird als mittelschwer eingestuft. Für die gesamte Strecke sind etwa 6:45 Stunden angegeben.
Der Weg führt unter anderem vorbei an:
- dem Großvaterfelsen bei Blankenburg
- dem Hamburger Wappen bei Timmenrode
- den Papensteinen
- den Mittelsteinen
- dem Königstein bei Weddersleben
- den Gegensteinen bei Ballenstedt
Dabei verändert sich die Landschaft immer wieder.
Mal wandert man durch Wald, dann tauchen unvermittelt bizarre Felsformationen auf. An anderen Stellen eröffnen sich weite Panoramen über das Harzvorland.
Die offiziellen Tourismusinformationen weisen darauf hin, dass die Route wetterabhängig ist. Neben Pfaden gehören auch Straßen‑, Asphalt- und Schotterabschnitte zum Wegverlauf.
Der Kammweg bei Blankenburg
Besonders spektakulär ist der Bereich zwischen dem Großvaterfelsen und dem Hamburger Wappen.
Hier verläuft ein verschlungener Pfad über die Felsformationen und durch schmale Felsspalten. Unterwegs liegen weitere markante Felsen mit ungewöhnlichen Namen – darunter Turnerfelsen, Hohe Sonne, Fahnenfelsen und Teufelskessel.
Wer nicht die komplette Strecke des Teufelsmauerstiegs wandern möchte, kann sich deshalb auch einzelne Abschnitte vornehmen.
Die schönsten Felsen der Teufelsmauer
Großvater und Großmutter
Die Felsen bei Blankenburg gehören zu den bekanntesten Wahrzeichen der Teufelsmauer.
Der Großvaterfelsen markiert einen beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen und bietet einen eindrucksvollen Blick über die Umgebung.
Hamburger Wappen
Das Hamburger Wappen bei Timmenrode gehört zu den auffälligsten Felsformationen der Teufelsmauer. Seine markante Silhouette macht den Felsen zu einem beliebten Fotomotiv.
Königstein
Bei Weddersleben erreicht die Felslandschaft einen weiteren Höhepunkt. Der Königstein ist Teil des besonders eindrucksvollen Abschnitts der Teufelsmauer.
In diesem Bereich befindet sich auch der Teufelsmauergarten, der Besucherinnen und Besuchern die typische Flora der Region näherbringt.
Gegensteine
Am östlichen Ende des Teufelsmauerstiegs liegen die Gegensteine bei Ballenstedt. Sie bilden einen weiteren markanten Teil der rund 20 Kilometer langen Felslandschaft.
Natur und Artenvielfalt: Warum die Teufelsmauer mehr als eine Felskulisse ist
Ein Naturwunder besteht nicht allein aus spektakulären Fotos.
Die Teufelsmauer ist auch aus ökologischer Sicht interessant. Die unterschiedlichen Lebensräume rund um die Felsen bieten Bedingungen für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Genau dieser Aspekt gehört zu den Gründen, weshalb die Naturwunderwahl 2026 nicht nur nach landschaftlicher Schönheit fragt.
Die Kombination aus Felsformationen, offenen Bereichen, Wald und weiteren Lebensräumen macht die Teufelsmauer zu einem wertvollen Naturraum. Die Naturwunder-Initiative möchte deshalb auch den Blick dafür schärfen, warum solche Landschaften geschützt und erhalten werden müssen.
Warum die Teufelsmauer ein heißer Kandidat für das Naturwunder 2026 ist
Es gibt mehrere Gründe, die für die Teufelsmauer sprechen.
1. Sie ist außergewöhnlich
Viele Landschaften Deutschlands sind schön. Die Teufelsmauer ist dagegen unverwechselbar.
Die langen Sandsteinrippen und bizarren Felsnadeln erzeugen ein Landschaftsbild, das man nicht ohne Weiteres mit einem anderen deutschen Naturraum verwechselt.
2. Sie verbindet Natur und Geschichte
An kaum einem anderen Ort greifen Geologie, regionale Geschichte, Wandern und Sagenwelt so unmittelbar ineinander.
Die Felsen erzählen ihre Geschichte in Millionen Jahren Erdgeschichte – und gleichzeitig in Geschichten, die Menschen seit Jahrhunderten weitergeben.
3. Sie ist erlebbar
Ein weiterer Vorteil: Die Teufelsmauer ist kein Naturphänomen, das man nur aus der Ferne betrachten kann.
Ein gut erschlossenes Wegenetz macht große Teile der Landschaft zu Fuß erlebbar. Der Teufelsmauerstieg verbindet dabei mehrere markante Abschnitte miteinander.
4. Sie ist ein starkes Wahrzeichen für Sachsen-Anhalt
Die Teufelsmauer steht exemplarisch für eine Landschaft, die außerhalb des klassischen Brocken-Images des Harzes oft unterschätzt wird.
Wer an den Harz denkt, denkt häufig an den Brocken, Fachwerkstädte oder das Bodetal. Die Teufelsmauer zeigt eine andere Seite der Region: rau, trocken, felsig und überraschend mediterran wirkend.
5. Sie besitzt einen hohen Wiedererkennungswert
Für einen Publikumspreis ist das ein wichtiger Faktor.
Die Teufelsmauer lässt sich in einem Foto sofort erkennen. Ihre Silhouette funktioniert als Landschaftsmotiv, als Wanderziel und als Symbol für den Harz.
Teufelsmauer statt Brocken? Ein anderer Blick auf den Harz
Der Brocken ist zweifellos der bekannteste Berg des Harzes. Die Teufelsmauer setzt jedoch einen völlig anderen Akzent.
Während der Brocken vor allem für Höhe, Weite und die charakteristische Berglandschaft steht, fasziniert die Teufelsmauer durch ihre Felsarchitektur.
Hier geht es nicht darum, möglichst hoch hinauszukommen. Der Reiz liegt darin, direkt zwischen und auf den Felsen unterwegs zu sein, immer wieder neue Formen zu entdecken und hinter der nächsten Kurve einen weiteren Aussichtspunkt zu erreichen.
Das macht die Teufelsmauer auch für Menschen interessant, die den Harz abseits der klassischen Sehenswürdigkeiten erleben möchten.
Beste Reisezeit für die Teufelsmauer
Grundsätzlich lässt sich die Teufelsmauer zu verschiedenen Jahreszeiten erleben. Besonders reizvoll sind jedoch Frühling, Sommer und Herbst.
Im Frühling zeigt sich die Landschaft frisch und grün. Gleichzeitig können die Felsen noch relativ frei von dichtem Sommerlaub sichtbar sein.
Im Sommer bieten lange Tage ideale Bedingungen für ausgedehnte Wanderungen. Bei warmem Wetter sollte allerdings ausreichend Wasser eingeplant werden.
Im Herbst sorgen die Wälder rund um die Felsen für starke Kontraste. Das Zusammenspiel aus Sandstein und Herbstlaub macht die Teufelsmauer zu einem besonders attraktiven Fotomotiv.
Im Winter kann die Landschaft ebenfalls ihren Reiz entfalten. Bei Eis, Schnee oder Nässe sollte jedoch besonders auf rutschige Fels- und Wegabschnitte geachtet werden.
Tipps für einen Besuch der Teufelsmauer
Wer die Felslandschaft 2026 besuchen möchte, sollte einige Punkte beachten:
Gutes Schuhwerk: Die Wege verlaufen teilweise über natürliche Pfade und felsiges Gelände.
Wetter prüfen: Gerade auf den exponierten Felsen können Wind und Nässe das Wandern erschweren.
Zeit einplanen: Wer möglichst viel von der Teufelsmauer sehen möchte, sollte nicht nur einen einzelnen Aussichtspunkt ansteuern.
Früh starten: An beliebten Wochenenden kann es sinnvoll sein, früh unterwegs zu sein.
Auf den Wegen bleiben: Die Teufelsmauer ist ein schützenswerter Naturraum. Rücksicht auf Pflanzen, Tiere und andere Wandernde gehört deshalb zum Besuch dazu.
Kamera einpacken: Besonders morgens und am späten Nachmittag entstehen an den Sandsteinfelsen interessante Lichtstimmungen.
Anreise und Ausgangspunkte
Die Teufelsmauer lässt sich von mehreren Orten aus erkunden. Zu den wichtigsten Ausgangspunkten gehören Blankenburg, Timmenrode, Weddersleben und Ballenstedt.
Der offizielle Harzer Teufelsmauerstieg startet in Blankenburg am Parkplatz Schnappelberg und endet bei den Gegensteinen in Ballenstedt.
Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, kann unter anderem über Blankenburg oder Thale anreisen. Für die konkrete Anreise sollten aktuelle Fahrpläne geprüft werden.
Naturwunder Deutschland 2026: Jetzt entscheidet das Publikum
Die Teufelsmauer hat sich gegen zahlreiche Bewerbungen durchgesetzt und gehört 2026 zu den letzten neun Kandidaten.
Jetzt entscheidet die Abstimmung.
Noch bis zum 27. September 2026 können Naturfreunde für ihren Favoriten stimmen.
Ob die Teufelsmauer am Ende tatsächlich den Titel „Naturwunder Deutschland 2026“ tragen wird, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch offen.
Eines steht allerdings bereits fest: Die Felslandschaft hat beste Voraussetzungen für einen solchen Publikumserfolg. Sie verbindet eine außergewöhnliche Geologie mit Wandererlebnis, Aussicht, Artenvielfalt und einer gehörigen Portion Harzer Sagenwelt.
Hat die Teufelsmauer das Zeug zum Naturwunder 2026?
Ja – und zwar aus mehr als einem Grund.
Die Teufelsmauer ist kein gewöhnlicher Felsen und auch kein einzelner Aussichtspunkt. Sie ist eine rund 20 Kilometer lange Landschaft, in der Erdgeschichte, Natur, Wandern und Mythologie aufeinandertreffen.
Ihre schroffen Sandsteinfelsen machen sie zu einem der markantesten Naturziele im Harz. Der Teufelsmauerstieg ermöglicht es, die Landschaft intensiv zu erleben, während bekannte Felsen wie der Großvater, das Hamburger Wappen, der Königstein und die Gegensteine für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen.
Dass die Teufelsmauer 2026 im Finale der Naturwunderwahl steht, ist deshalb nachvollziehbar.
Ob sie Deutschlands Naturwunder 2026 wird, entscheidet sich mit den Stimmen der Öffentlichkeit.
Für den Harz wäre ein Sieg mehr als ein touristischer Titel: Er würde die Aufmerksamkeit auf einen außergewöhnlichen Naturraum lenken und zeigen, dass Deutschlands Naturwunder nicht immer die höchsten Berge oder größten Seen sein müssen.
Manchmal reicht eine Mauer aus Sandstein, die aussieht, als hätte der Teufel selbst sie errichtet.






























