Allem Anschein nach steht der höchsten Gipfel Norddeutschlands bald ohne Bewirtung da. Gastwirt Daniel Steinhoff wird zum Jahresende Restaurant und Hotel auf dem Brockenplateau schließen. Damit endet eine Ära erfolgreicher Brocken-Gastronomie. Nun wird mit einer europaweiten Ausschreibung ein Nachfolger gesucht.
Die Familie Steinhoff aus Schierke betreibt seit 35 Jahren Gastronomie und Hotel auf dem Brocken im Harz. Wie der Landkreis Harz am Mittwoch in einer Pressemitteilung bekannt gab, wird Steinhoff den Touristensaal, den Goethesaal und das Brockenhotel nicht weiter betreiben. Grund sei der Fachkräftemangel. Der 54-Jährige wird den Angaben zufolge künftig nur noch den Brockenbahnhof der Harzer Schmalspurbahnen bewirtschaften. Für die Gastronomie und das Hotel auf dem Brockenplateau sucht der Landkreis nun einen Nachfolger.
Als “längst überfällig” bezeichnet Steinhoff seinen Rückzug. Auch wenn ihm der Schritt schwerfällt, sieht er in dem Rückzug die einzige Möglichkeit. Grund ist auch der anhaltende Personalmangel “In guten Zeiten haben 28 Frauen und Männer im Brockenhotel und dem Touristensaal gearbeitet, heute sind es noch elf”, erklärte er.
Gastronomie entwickelte sich in 35 Jahren zur Institution auf dem Brocken
Mit dem Rückzug geht nun eine Institution zu Ende. Die Familie Steinhoff eröffnete auf dem Plateau eine erste Gastronomie, nachdem der Brocken am 1. Februar 1990 freigegeben worden war. Der Senior Hans Steinhoff machte den “Brockenwirt” in den folgenden Jahren zu einer festen Gastro-Größe. Die Familie betreibt seit 2000 auch das Brockenhotel. Seit dem Tod von Hans Steinhoff 2016 führt dessen Sohn Daniel den Betrieb.
Landrat Thomas Balcerowski (CDU) sagte, man habe sich im Einvernehmen getrennt. Er bedauere die Entscheidung Steinhoffs. Man freue sich aber auf einen Nachfolger, der bereit sei, die Gastronomie und das Brockenhotel zu betreiben und mit frischen Ideen weiterzuentwickeln. Nach Angaben des Landkreises hat die europaweite Ausschreibung hat am Dienstag begonnen. Ziel sei es, dass der Kreistag am 3. Dezember einem neuen Pachtvertrag zustimme.
Ziel des Landkreises ist der Ausbau des Plateaus – nach Kauf für 3,5 Millionen Euro
Der Landkreis Harz hat indes die die Absicht, das Brockenplateau auszubauen, nachdem er es im Juli 2025 mit Zustimmung des Kreistages für 3,5 Millionen Euro gekauft hatte.
Das Grundstück ist knapp 13.000 Quadratmeter groß. Darauf befinden sich das Brockenhotel mit 20 Zimmern, ein Veranstaltungsraum und ein Trauzimmer im obersten Stockwerk des Brockenturms sowie zwei weitere Gebäude. Jetzt möchte der Landkreis das Gelände weiterentwickeln, unter anderem mit einem Kinderspielplatz und einer
kleinen Bühne, wie Balcerowski am Mittwoch ankündigte. Beim Land habe man Fördermittel beantragt.