Immer mehr Menschen im Rentenalter bleiben im Landkreis Harz beruflich aktiv. Nach Angaben der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West arbeiteten im vergangenen Jahr 3.117 Frauen und Männer über der Regelaltersgrenze in einer sozialversicherungspflichtigen oder geringfügigen Beschäftigung. Das entspricht einem Anteil von 4,1 Prozent an allen Beschäftigten im Landkreis – und liegt damit über dem Bundesdurchschnitt von 3,8 Prozent sowie über dem ostdeutschen Wert von 3,4 Prozent.
Vor zehn Jahren waren es noch 2.344 erwerbstätige Rentnerinnen und Rentner. Die Zahl ist damit deutlich gestiegen.
Fachkräftemangel als Treiber
Als einen wesentlichen Grund nennt die Arbeitsagentur den zunehmenden Fachkräftemangel. Für zwei Beschäftigte, die in den Ruhestand gehen, rückt statistisch nur ein junger Mensch nach. Gleichzeitig entscheiden sich viele Ruheständler bewusst für eine weitere Erwerbstätigkeit.
Neben dem Bedarf der Unternehmen spielen auch persönliche Motive eine Rolle. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung stehen häufig Freude an der Arbeit oder der Wunsch nach einer sinnvollen Aufgabe im Vordergrund. Mehr als zwei Fünftel der Befragten nannten zudem finanzielle Gründe für ihre Tätigkeit im Ruhestand.
Hoher Anteil an Minijobs
Von den 1.804 erwerbstätigen Männern im Rentenalter waren 1.389 als Minijobber tätig, was einem Anteil von 77 Prozent entspricht. Besonders häufig arbeiteten sie in der Fahrzeugführung im Straßenverkehr, in der Gebäudetechnik sowie in der Lagerwirtschaft und bei Zustelldiensten.
Auch 1.312 Frauen über der Regelaltersgrenze gingen einer Beschäftigung nach. 1.084 von ihnen waren geringfügig beschäftigt – ein Anteil von 83 Prozent. Sie waren vor allem im Büro- und Sekretariatsbereich, in der Erziehung und Sozialarbeit sowie in der Reinigung tätig.
Die Arbeitsagentur sieht in der wachsenden Zahl arbeitender Rentnerinnen und Rentner eine spürbare Veränderung am Arbeitsmarkt. Ältere Beschäftigte brächten Erfahrung und Stabilität in die Betriebe und gewännen angesichts knapper Fachkräfte zunehmend an Bedeutung.




























