Harz.News/Ron Wenn man in Halberstadt über Autos spricht, fällt ein Name fast automatisch. Auto Liebing steht seit 1990 für Mobilität, Verlässlichkeit und ein Autohaus, das fest in der Region verwurzelt ist. Doch hinter dem Unternehmen steht vor allem eine Persönlichkeit, die sich in einer traditionell männlich geprägten Branche mit Ruhe, Fachwissen und viel Menschenkenntnis behauptet hat: Peggy Liebing.
Eine Frau an der Spitze – mit Haltung statt Lautstärke
Gegründet wurde das Unternehmen 1990 von Rosi und Peter Liebing als eines der ersten Autohäuser in Halberstadt, damals noch mit einer festen Marke Seat im Portfolio. In einer Zeit des Aufbruchs, in der vieles neu gedacht wurde, entstand hier ein Betrieb, der von Anfang an auf Nähe und persönliche Beratung setzte. Peggy Liebing kam 1999 ins Unternehmen. Ursprünglich für Kundenakquise und Buchhaltung vorgesehen, führte ihr Weg schnell in den Verkauf. Dort zeigte sich, was bis heute ihr Erfolgsrezept ist: Nähe zum Kunden, ehrliche Beratung und ein feines Gespür für Menschen. „Man muss Menschen mögen, nicht Motoren“, sagt sie rückblickend über ihre Anfänge im Verkauf. In einer Branche, in der Verkaufsräume und Werkstätten lange Zeit überwiegend von Männern dominiert wurden, musste sie sich ihren Platz erarbeiten. Skeptische Blicke und vereinzelte Vorurteile gehörten dazu. Doch statt sich davon beeindrucken zu lassen, überzeugte sie mit Kompetenz und Klarheit. Sie absolvierte ihre Ausbildung zur zertifizierten Automobilverkäuferin und übernahm zunehmend Verantwortung im Betrieb.
Der entscheidende Wendepunkt kam 2009. Nach wirtschaftlich schwierigen Jahren und einer Insolvenz stand das Unternehmen vor dem Aus. Für Peggy Liebing stellte sich die Frage: gehen oder kämpfen. Sie entschied sich für den Neuanfang und übernahm das Autohaus allein.
Neuanfang mit Mut und Weitblick
Seitdem führt sie den Betrieb eigenständig, bewusst ohne feste Markenbindung. Diese Entscheidung verschaffte ihr unternehmerische Freiheit. Fahrzeuge können flexibel eingekauft werden, unabhängig von Herstellervorgaben. In einer Zeit, in der sich der Markt rasant verändert, ist genau diese Beweglichkeit ein entscheidender Vorteil.
Das Team wurde verkleinert, ist heute jedoch eingespielt wie eine Familie. Drei Mitarbeitende, viele davon seit Jahren im Unternehmen, stehen für Kontinuität und Fachkompetenz. Die Atmosphäre ist persönlich, fast familiär – ein deutlicher Kontrast zu anonymen Großbetrieben.
Verwurzelt in Halberstadt
Geboren in Halberstadt, zog es Peggy Liebing nach einem kurzen beruflichen Abstecher bewusst zurück in ihre Heimatstadt. Der Standort ist für sie mehr als nur eine Geschäftsadresse. Er ist Identität. Halberstadt, so beschreibt sie es, habe seine eigene Mentalität. Vertrauen wachse hier über Jahre. Man kenne sich, begegne sich im Alltag, spreche miteinander. Genau dieses gewachsene Netzwerk trägt das Unternehmen bis heute. Der Großteil der Kundschaft stammt aus der Stadt und dem direkten Umland. Viele kommen seit Jahrzehnten, empfehlen weiter, bringen Kinder und Enkel mit.
Zwischen Elektromobilität und Realitätssinn
Die Automobilbranche steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Elektromobilität, steigende Fahrzeugpreise und technologische Entwicklungen wie autonomes Fahren prägen die Diskussion. Als Obermeisterin der Kfz-Innung und Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft ist Peggy Liebing nah an den aktuellen Debatten.
Sie betrachtet die Entwicklungen differenziert. Elektromobilität sei im städtischen Umfeld durchaus sinnvoll, wenn Infrastruktur und Rahmenbedingungen stimmen. Gleichzeitig sieht sie die praktischen Herausforderungen im Alltag vieler Kunden – insbesondere bei längeren Strecken und steigenden Energiekosten.
Auch beim autonomen Fahren bleibt sie realistisch. Technik dürfe unterstützen, aber nicht den Menschen ersetzen. Mobilität bedeute für viele immer noch Freiheit und aktives Erleben.
Nachwuchs und Verantwortung im Mittelstand
Ein weiteres Thema, das sie beschäftigt, ist der Nachwuchs. Über Schulpraktika erhalten Jugendliche die Möglichkeit, über längere Zeit in den Betrieb hineinzuschnuppern. So lässt sich früh erkennen, wer Interesse und Einsatzbereitschaft mitbringt. Perspektivisch plant das Unternehmen wieder auszubilden – mit Bedacht und dem Anspruch, Qualität vor Quantität zu stellen.
Peggy Liebing spricht offen über gesellschaftliche Entwicklungen, über veränderte Erwartungen junger Generationen und über die Verantwortung von Eltern, Schulen und Betrieben. Eine handwerkliche Ausbildung sieht sie als wertvolle Alternative zum Studium – praxisnah, stabil und zukunftssicher.
Mobilität muss bezahlbar bleiben
Ein zentrales Anliegen bleibt die Bezahlbarkeit. Steigende Inspektions- und Reparaturkosten setzen viele Autofahrer unter Druck. Gerade hier sieht sich Auto Liebing als verlässliche Alternative zu großen Markenbetrieben. Flexibel, fachkundig und nah am Kunden.
Warum sollten Leser aus der Region zu Auto Liebing kommen? Die Antwort liegt weniger in Werbeversprechen als in der gelebten Praxis: jahrzehntelange Erfahrung, ein eingespieltes Team und eine Unternehmerin, die Entscheidungen mit Herz und Verstand trifft.
„Ich wollte nie die Frau im Autohaus sein. Ich wollte einfach eine gute Unternehmerin sein.“
Heute zeigt sich: Genau das ist ihr gelungen.
Auto Liebing
Peggy Liebing
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