In Sachsen-Anhalt steht eine Landtagswahl mit bundesweiter Bedeutung bevor. Am Sonntag, dem 6. September 2026, entscheiden die Wählerinnen und Wähler über die Zusammensetzung des neuen Landtags. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie stark die AfD abschneiden wird und ob sie möglicherweise genügend Sitze für eine alleinige Regierungsbildung erreicht.
Die AfD liegt in den letzten Umfragen deutlich vor der CDU. Nach dem aktuellen Sachsen-Anhalt-Trend kommt sie auf 42 Prozent, während die CDU bei 22 Prozent liegt. Damit hat sich der Abstand zwischen den beiden größten Parteien noch einmal vergrößert. Gleichzeitig hängt die Frage nach einer absoluten Mehrheit nicht allein vom Stimmenanteil der AfD ab, sondern auch davon, welche kleineren Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überspringen und in den Landtag einziehen.
Für die AfD wäre ein Wahlsieg mit einer eigenen Mehrheit ein historischer Schritt. Sie könnte erstmals in einem deutschen Bundesland die Landesregierung ohne Koalitionspartner stellen. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tritt entsprechend selbstbewusst auf und hat für seine Partei ein Ergebnis von „45 Prozent plus X“ als Ziel ausgegeben.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: AfD liegt in Umfragen klar vorn
Die Ausgangslage wenige Tage vor der Wahl ist ungewöhnlich deutlich. Die AfD führt die Umfragen seit Monaten an und liegt inzwischen bei mehr als 40 Prozent. Die CDU folgt mit deutlichem Abstand. Die Linke bewegt sich in den jüngsten Erhebungen im zweistelligen Bereich, während für SPD, Grüne und weitere Parteien die Frage des Einzugs in den Landtag eine entscheidende Rolle spielt.
Der aktuelle Sachsen-Anhalt-Trend von Infratest dimap sieht die AfD bei 42 Prozent. Die CDU kommt demnach auf 22 Prozent, die Linke auf 11 Prozent. Damit würde die AfD ihr Ergebnis aus der vergangenen Landtagswahl deutlich steigern. Zugleich würde die CDU einen erheblichen Rückgang verzeichnen.
Auch andere aktuelle Erhebungen bestätigen das grundsätzliche Bild: Die AfD ist die mit Abstand stärkste Partei im Land. Von einer sicheren absoluten Mehrheit kann daraus jedoch noch nicht gesprochen werden. Entscheidend ist die Sitzverteilung im Parlament, die wiederum davon abhängt, wie viele Parteien die Sperrklausel überwinden.
Warum 42 Prozent für die AfD nicht automatisch die absolute Mehrheit bedeuten
Die Diskussion über eine mögliche absolute Mehrheit der AfD ist komplizierter, als es der Blick auf die Prozentwerte zunächst vermuten lässt. Für eine alleinige Regierung benötigt eine Partei eine Mehrheit der Sitze im Landtag. Dafür muss sie nicht zwingend mehr als 50 Prozent der Zweitstimmen erreichen.
Der Grund liegt in der Fünf-Prozent-Hürde. Wenn mehrere kleinere Parteien an dieser Hürde scheitern, werden ihre Stimmen bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt. Dadurch kann eine Partei mit deutlich weniger als 50 Prozent der gültigen Stimmen mehr als die Hälfte der Sitze erhalten.
Genau dieses Szenario ist derzeit Gegenstand der politischen Diskussion in Sachsen-Anhalt. Sollte die AfD bei etwa 42 bis 45 Prozent landen und gleichzeitig mehrere kleinere Parteien nicht in den Landtag einziehen, könnte ihre Fraktion einen sehr großen Anteil der Sitze erhalten. Ob es tatsächlich für eine absolute Sitzmehrheit reicht, lässt sich vor der Wahl jedoch nicht zuverlässig feststellen.
Ulrich Siegmund gibt sich vor der Landtagswahl siegessicher
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund tritt im Wahlkampf mit einem klaren Machtanspruch auf. Der 36-Jährige sitzt seit 2016 im Landtag von Sachsen-Anhalt und führt die AfD-Landtagsfraktion seit mehreren Jahren mit. Nach der Wahl will er selbst Ministerpräsident werden.
Siegmund hat wiederholt betont, dass er eine Alleinregierung anstrebt. Seine Zielmarke liegt bei „45 Prozent plus X“. Eine Koalition mit der CDU oder anderen Parteien lehnt er nach eigener Aussage ab. Damit verbindet er den Wahlerfolg der AfD unmittelbar mit dem Anspruch, anschließend ohne Koalitionspartner zu regieren.
Der AfD-Politiker kann sich dabei auf die derzeit hohen Umfragewerte seiner Partei berufen. Gleichzeitig liegt zwischen einem starken Wahlergebnis und einer tatsächlichen Regierungsmehrheit ein entscheidender Unterschied. Selbst ein Ergebnis deutlich über 40 Prozent garantiert der AfD nicht automatisch die notwendige Zahl an Mandaten.
AfD und absolute Mehrheit: Entscheidend sind die kleineren Parteien
Eine zentrale Rolle am Wahlabend könnte deshalb den Parteien zukommen, die derzeit um den Einzug in den Landtag kämpfen. Für die AfD kann es einen erheblichen Unterschied machen, ob beispielsweise SPD, Grüne oder BSW die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.
Je mehr Parteien im Parlament vertreten sind, desto stärker verteilt sich die Zahl der Sitze. Scheitern dagegen mehrere Parteien knapp an der Sperrklausel, erhöht sich rechnerisch der Sitzanteil der Parteien, die den Einzug schaffen.
Die aktuellen politischen Szenarien zeigen deshalb, dass ein AfD-Ergebnis von rund 42 Prozent nicht isoliert betrachtet werden kann. Die Sitzverteilung am Wahlabend könnte deutlich anders aussehen, als ein einfacher Vergleich der Stimmenanteile vermuten lässt.
CDU unter Druck: Sven Schulze kämpft um die Regierungsfähigkeit
Die CDU geht unter deutlich schwierigeren Voraussetzungen in den Endspurt des Wahlkampfs. Spitzenkandidat Sven Schulze steht vor der Aufgabe, den Abstand zur AfD zu verkleinern und gleichzeitig eine Regierungsoption für die CDU zu erhalten.
In den aktuellen Umfragen liegt die CDU mit 22 Prozent deutlich hinter der AfD. Damit steht die Partei vor einem erheblichen Kraftakt, wenn sie nach der Wahl weiterhin die führende Rolle bei der Regierungsbildung übernehmen möchte.
Für Schulze geht es zugleich um die Frage, welche Parteien nach der Wahl gemeinsam eine Mehrheit bilden könnten. Sollte die AfD zwar stärkste Kraft werden, aber die absolute Mehrheit verfehlen, könnten die übrigen Parteien vor einer schwierigen politischen Konstellation stehen.
Was passiert, wenn die AfD die absolute Mehrheit verpasst?
Ein besonders interessantes Szenario wäre ein AfD-Ergebnis, das zwar deutlich über 40 Prozent liegt, aber nicht für eine Mehrheit der Sitze reicht. In diesem Fall wäre die Partei stärkste Kraft im Landtag, könnte jedoch nicht automatisch die Landesregierung bilden.
Die politische Ausgangslage wäre dann kompliziert. Siegmund hat eine Koalition mit anderen Parteien bislang ausgeschlossen. Gleichzeitig haben andere Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen oder erhebliche politische Vorbehalte gegen eine solche Kooperation. Dadurch könnte die Regierungsbildung schwierig werden.
Auch eine Minderheitsregierung wäre denkbar, doch Siegmund hat nach bisherigen Aussagen keinen entsprechenden Regierungsweg favorisiert. AfD-Bundesvorsitzender Tino Chrupalla zeigte sich zuletzt hingegen offener für Gespräche nach der Wahl und positionierte sich damit teilweise anders als der Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt.
Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Warum die Wahl bundesweit aufmerksam verfolgt wird
Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat eine Bedeutung, die über die Landesgrenzen hinausreicht. Sollte die AfD tatsächlich die absolute Mehrheit der Sitze erreichen und erstmals einen Ministerpräsidenten stellen, wäre dies ein politischer Einschnitt für die deutsche Parteienlandschaft.
Eine AfD-Landesregierung würde zudem eine neue politische Situation im Bundesrat schaffen. Sachsen-Anhalt hätte dann eine von der AfD geführte Landesregierung und würde damit auch in bundespolitischen Fragen eine andere Position einnehmen als bisher. Die Auswirkungen auf die bundespolitische Debatte dürften entsprechend erheblich sein.
Allerdings wäre auch ein sehr starkes AfD-Ergebnis ohne absolute Mehrheit politisch bemerkenswert. Die Partei könnte ihren Stimmenanteil gegenüber der vergangenen Wahl deutlich erhöhen und damit ihre Position im Landtag erheblich ausbauen.
Wahl am Sonntag: Umfragen sind keine Wahlergebnisse
Trotz des derzeit deutlichen Vorsprungs der AfD bleibt der Wahlausgang offen. Umfragen bilden die politische Stimmung zum Zeitpunkt ihrer Erhebung ab. Sie können nicht vorhersagen, wie sich die tatsächliche Wahlbeteiligung, kurzfristige Entscheidungen von Wählerinnen und Wählern oder die Verteilung der Stimmen auf kleinere Parteien am Wahltag auswirken.
Gerade bei der Frage nach einer absoluten Mehrheit können wenige Prozentpunkte eine erhebliche Bedeutung haben. Ob die AfD tatsächlich mehr als die Hälfte der Sitze erreicht, hängt deshalb von mehreren Faktoren gleichzeitig ab.
Der aktuelle Trend spricht für einen deutlichen AfD-Wahlsieg. Ob daraus auch eine Alleinregierung wird, ist dagegen eine der entscheidenden offenen Fragen des Wahlabends.
Ulrich Siegmund setzt auf 45 Prozent – Ausgang der Landtagswahl bleibt offen
Ulrich Siegmund geht mit großem Selbstvertrauen in die letzten Tage des Wahlkampfs. Sein Ziel von 45 Prozent plus X liegt über den derzeit veröffentlichten Umfragewerten der AfD. Zugleich machen die aktuellen Zahlen deutlich, dass die Partei zumindest in Reichweite eines historisch starken Ergebnisses liegt.
Ob daraus am Sonntag tatsächlich die absolute Mehrheit der Sitze und damit die erste AfD-Alleinregierung auf Landesebene entsteht, entscheidet sich jedoch erst mit der Stimmenauszählung. Bis dahin bleibt insbesondere die Frage offen, wie viele Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.
Fest steht schon jetzt: Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird zu einem wichtigen Test für die politische Kräfteverteilung in Deutschland. Die AfD geht als klare Favoritin in die Abstimmung. Für Ulrich Siegmund steht dabei mehr auf dem Spiel als ein gutes Wahlergebnis: Er will die erste AfD-geführte Landesregierung anführen. Ob die Wählerinnen und Wähler ihm dafür die notwendige Mehrheit geben, wird am Sonntag entschieden.






























