Das Harztheater gewährt am Mittwoch, 28. Oktober 2026, einen ersten Einblick in seine neue Inszenierung von Richard Wagners Oper „Siegfried“. Bei einer öffentlichen Bühnenorchesterprobe auf der Kammerbühne Halberstadt können Interessierte bereits vor der Premiere am 7. November einen Eindruck von der Produktion gewinnen. Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Der Probenbesuch findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Rampenlicht #reingeschaut“ statt. Hausregisseur Marco Misgaiski stellt zunächst sein Inszenierungskonzept und die Gestaltung des Bühnenbildes vor. Anschließend erhalten die Besucher Einblicke in die musikalische und szenische Arbeit des Ensembles und der Harzer Sinfoniker.
Kostenlose Eintrittskarten sind an den Theaterkassen erhältlich.
Dritter Teil des Harzer Jahrhundertrings
Mit „Siegfried“ setzt das Harztheater seinen sogenannten Harzer Jahrhundertring fort. Die Oper bildet den dritten Teil von Richard Wagners vierteiligem Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“.
Die vorherige Produktion „Die Walküre“ erhielt überregional Anerkennung und wurde von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu den zehn besten Opernproduktionen des Jahres 2025 gezählt.
Die neue Inszenierung ist zugleich Teil eines besonderen Theaterprojekts: Im Jahr 2027 jährt sich die letzte vollständige Aufführung des Ring-Zyklus in Halberstadt zum 100. Mal.
Zwischen Märchen, Komödie und Machtkampf
Die Handlung von „Siegfried“ setzt etwa 18 Jahre nach den Ereignissen der „Walküre“ ein. Der junge Siegfried, Sohn von Siegmund und Sieglinde, wächst nach dem Tod seiner Eltern bei dem Nibelungen Mime auf. Von seiner Herkunft weiß er zunächst nur wenig.
Aus den Bruchstücken des Schwertes seines Vaters schmiedet Siegfried eine neue Waffe. Damit besiegt er den Drachen Fafner und gelangt in den Besitz des mächtigen Rings. Schließlich begegnet er Brünnhilde, die er aus ihrem langen Schlaf erweckt. Beide verlieben sich ineinander.
Innerhalb des Ring-Zyklus nimmt „Siegfried“ eine besondere Stellung ein. Wegen seiner märchenhaften und komischen Elemente wird das Werk häufig als Scherzo des Bühnenfestspiels bezeichnet. Gleichzeitig behandelt die Oper grundlegende Fragen nach Macht, Freiheit und menschlichem Handeln.
Siegfried als unangepasster Held
Regisseur Marco Misgaiski stellt die anarchische und furchtlose Seite der Hauptfigur in den Mittelpunkt. Siegfried begegnet Autoritäten ohne Respekt vor bestehenden Machtverhältnissen und gerät dadurch zunehmend in Konflikt mit der Götterwelt.
Auch das Bühnenbild von Tom Grasshof entwickelt die Gestaltung der vorherigen Ring-Inszenierungen weiter. Während in der „Walküre“ die Natur begann, menschliche Bauwerke zurückzuerobern, zeigt sich in „Siegfried“ eine durch Feuer zerstörte Umgebung.
Die Inszenierung verbindet die mittelalterlich-mythologische Handlung mit Fragen nach menschlicher Selbstüberschätzung und dem Verfall bestehender Ordnungen.
Tobias Amadeus Schöner übernimmt die Titelrolle
In der Titelrolle steht Tobias Amadeus Schöner auf der Bühne. Peggy Steiner verkörpert Brünnhilde, Francisco Huerta übernimmt die Rolle des Mime. Weitere Partien sind unter anderem mit Juha Koskela als Wanderer, Samuel Berlad als Alberich und Gijs Nijkamp als Fafner besetzt.
Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Johannes Rieger. Es spielen die Harzer Sinfoniker.
Unterstützt wird die Produktion vom Theaterförderverein Halberstadt und der Harzsparkasse.
Premiere am 7. November in Halberstadt
Die Premiere von „Siegfried“ findet am Samstag, 7. November 2026, um 17 Uhr im Großen Haus Halberstadt statt. Anschließend sind weitere Aufführungen in Halberstadt, Quedlinburg und Bad Elster geplant.
Die nächsten Termine im Überblick:
- Mittwoch, 28. Oktober 2026, 18.30 Uhr: Öffentliche Probe, Kammerbühne Halberstadt
- Samstag, 7. November 2026, 17 Uhr: Premiere, Großes Haus Halberstadt
- Mittwoch, 18. November 2026, 15 Uhr: König Albert Theater Bad Elster
- Sonntag, 22. November 2026, 15 Uhr: Großes Haus Halberstadt
- Freitag, 18. Dezember 2026, 18 Uhr: Großes Haus Quedlinburg
- Samstag, 16. Januar 2027, 15 Uhr: Großes Haus Quedlinburg
- Samstag, 13. Februar 2027, 15 Uhr: Großes Haus Halberstadt
- Sonntag, 7. März 2027, 17 Uhr: Großes Haus Halberstadt
Weitere Informationen und Eintrittskarten sind über die Theaterkassen sowie unter www.harztheater.de erhältlich.
Foto: Katja Stützer





























