Anzeige

Gos­lars ÖPNV reagiert auf Fah­rer­man­gel: Bus­fah­rer aus Süd­afri­ka kom­men ab Juni

Busfahrer aus Südafrika sollen ab Juni dem Fachkräftemangel in Goslar entgegenwirken
Busfahrer aus Südafrika sollen ab Juni dem Fachkräftemangel in Goslar entgegenwirken

Fah­rer­man­gel im Nah­ver­kehr: Her­aus­for­de­rung für Gos­lar

Der Fach­kräf­te­man­gel im öffent­li­chen Nah­ver­kehr ist längst kein Ein­zel­fall mehr – auch die nie­der­säch­si­sche Stadt Gos­lar steht vor gro­ßen Her­aus­for­de­run­gen.

Feh­len­de Bus­fah­rer füh­ren zu ein­ge­schränk­ten Fahr­plä­nen, Ver­spä­tun­gen und wach­sen­dem Druck auf das bestehen­de Per­so­nal. Um die­ser Ent­wick­lung ent­ge­gen­zu­wir­ken, setzt die Stadt nun auf eine inter­na­tio­na­le Lösung.

Bus­fah­rer aus Süd­afri­ka als Teil der Lösung

Ab Juni sol­len die ers­ten Bus­fah­rer aus Süd­afri­ka in Gos­lar ihren Dienst antre­ten. Die Initia­ti­ve ist Teil einer geziel­ten Stra­te­gie, qua­li­fi­zier­te Arbeits­kräf­te aus dem Aus­land zu gewin­nen. Süd­afri­ka gilt dabei als attrak­ti­ver Part­ner, da vie­le Fah­rer bereits über Erfah­rung im öffent­li­chen Trans­port­we­sen ver­fü­gen und Eng­lisch spre­chen – eine wich­ti­ge Grund­la­ge für eine schnel­le­re Inte­gra­ti­on.

Die neu­en Mit­ar­bei­ter wer­den vor ihrem Ein­satz inten­siv vor­be­rei­tet. Dazu zäh­len Sprach­kur­se, Schu­lun­gen zu deut­schen Ver­kehrs­re­geln sowie eine umfas­sen­de Ein­wei­sung in die regio­na­len Stre­cken und betrieb­li­chen Abläu­fe. Ziel ist es, einen mög­lichst rei­bungs­lo­sen Ein­stieg in den Arbeits­all­tag zu gewähr­leis­ten.

War­um inter­na­tio­na­le Fach­kräf­te immer wich­ti­ger wer­den

Der Blick nach Süd­afri­ka macht deut­lich, wie ange­spannt die Situa­ti­on ist. In Deutsch­land feh­len tau­sen­de Bus­fah­rer, was unter ande­rem auf den demo­gra­fi­schen Wan­del, gerin­ge Nach­wuchs­zah­len und ver­gleichs­wei­se anspruchs­vol­le Arbeits­be­din­gun­gen zurück­zu­füh­ren ist.

Kom­mu­nen wie Gos­lar ste­hen des­halb unter erheb­li­chem Druck, neue Wege zu gehen. Die inter­na­tio­na­le Rekru­tie­rung ent­wi­ckelt sich zuneh­mend zu einem wich­ti­gen Instru­ment, um die Mobi­li­tät der Bevöl­ke­rung sicher­zu­stel­len. Zwar wur­den ähn­li­che Model­le bereits in ande­ren Städ­ten umge­setzt, doch die Erfah­run­gen damit fal­len unter­schied­lich aus.

Chan­cen und Her­aus­for­de­run­gen des Pro­jekts

Das Pro­jekt bringt sowohl Chan­cen als auch Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Einer­seits kann die Ein­stel­lung inter­na­tio­na­ler Fach­kräf­te dazu bei­tra­gen, den Fahr­plan zu sta­bi­li­sie­ren, das bestehen­de Per­so­nal zu ent­las­ten und den Nah­ver­kehr lang­fris­tig zu sichern.

Ande­rer­seits stel­len ins­be­son­de­re die Inte­gra­ti­on der neu­en Mit­ar­bei­ter, mög­li­che Sprach­bar­rie­ren im All­tag sowie büro­kra­ti­sche Hür­den bei der Aner­ken­nung von Qua­li­fi­ka­tio­nen und bei Visa-Ver­fah­ren zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen dar.

Ent­schei­dend wird sein, wie gut die neu­en Fah­rer in den Arbeits­all­tag und in die Gesell­schaft ein­ge­bun­den wer­den. Dabei spie­len sowohl die Arbeit­ge­ber als auch loka­le Insti­tu­tio­nen eine wich­ti­ge Rol­le.

Vor­ha­ben ent­facht öffent­li­che Dis­kus­si­on

Wie bei vie­len inter­na­tio­na­len Rekru­tie­rungs­pro­jek­ten bleibt auch die­ses Vor­ha­ben nicht ohne Kri­tik. Eini­ge Stim­men sehen dar­in ledig­lich eine kurz­fris­ti­ge Lösung, wäh­rend grund­le­gen­de Pro­ble­me wie Arbeits­be­din­gun­gen und Bezah­lung wei­ter­hin bestehen blei­ben.

Ande­re wie­der­um betrach­ten den Ansatz als prag­ma­tisch und not­wen­dig, um den öffent­li­chen Nah­ver­kehr über­haupt auf­recht­erhal­ten zu kön­nen.

Fah­rer aus dem Aus­land: Ein Modell mit Zukunft?

Gos­lar geht einen unge­wöhn­li­chen, aber zuneh­mend rele­van­ten Weg im Umgang mit dem Fach­kräf­te­man­gel. Ob sich die­ses Modell lang­fris­tig bewährt, hängt maß­geb­lich von einer erfolg­rei­chen Inte­gra­ti­on und einer nach­hal­ti­gen Per­so­nal­po­li­tik ab.

Klar ist jedoch schon jetzt: Ohne neue Stra­te­gien wird es für vie­le Regio­nen in Deutsch­land zuneh­mend schwie­rig, einen ver­läss­li­chen öffent­li­chen Nah­ver­kehr sicher­zu­stel­len.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige