Die Magdeburger Kultkneipe Flowerpower will am Hasselbachplatz bleiben und hat die Suche nach einem Alternativstandort weitgehend aufgegeben. Betreiberin Janet Knoll hat nach eigenen Angaben eine kurzfristige Verlängerung des ausgelaufenen Mietvertrags bis Ende Dezember 2026 erhalten. Das verschaffe dem Lokal etwas Zeit, löse die grundsätzliche Zukunftsfrage aber noch nicht.
Ein Umzug an einen anderen Ort in Magdeburg sei aus Sicht der Betreiberin kaum realistisch. Trotz intensiver Suche und Unterstützung durch das Wirtschaftsdezernat der Stadt habe sich keine geeignete Lokalität gefunden. Zudem wären Ausbau und Umzug wirtschaftlich nicht tragbar. Für Knoll steht deshalb fest, dass das Flowerpower nur am Hasselbachplatz eine Zukunft haben kann.
Arbeitsplätze und Treffpunkt stehen auf dem Spiel
Das Lokal besteht seit 20 Jahren am angestammten Standort. Nach Angaben der Betreiberin geht es nicht nur um die wirtschaftliche Existenz ihrer Familie, sondern auch um sechs langjährig festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Zugleich versteht sich das Flowerpower als sozialer Treffpunkt für seine Gäste.
Knoll sieht die Kneipe als Teil eines größeren Problems im Magdeburger Kneipenviertel. Sicherheit, Sauberkeit und Ordnung, besonders in der Einsteinstraße, seien seit Jahren ein Thema. Dafür seien jedoch Polizei und Ordnungsamt zuständig. Die Gäste des Flowerpower kämen zum friedlichen Feiern.
Kürzere Öffnungszeiten und neue Regeln
Um zur Entlastung im Viertel beizutragen, will das Flowerpower seine Öffnungszeiten von Dienstag bis Donnerstag freiwillig verkürzen. Ab Juli soll die Kneipe an diesen Tagen nur noch von 19 bis 3 Uhr öffnen.
Auch bei den Karaoke-Abenden, die alle zwei Wochen mittwochs stattfinden, sind Änderungen geplant. Künftig soll Eintritt erhoben werden. Ein Teil des Eintrittsgeldes wird als Getränkegutschein ausgegeben. Damit will die Betreiberin den Wechsel zwischen Kneipe und umliegenden Spätshops verringern.
Sollte der Standort langfristig gesichert werden, plant Knoll zudem, die Terrassenflächen baulich zu umgrenzen. Dadurch sollen Gäste stärker am Lokal gehalten und Belastungen für das Umfeld reduziert werden.
Appell an Stadt und Land
Die Betreiberin fordert zugleich mehr Engagement von Stadt und Land für das gesamte Viertel. Eine Schließung des Flowerpower würde aus ihrer Sicht weder die kritisierten Zustände rund um den Hasselbachplatz verbessern noch Konflikte im Umfeld lösen. Leidtragende wären vielmehr die Beschäftigten und die Gäste, die einen wichtigen Treffpunkt verlieren würden.






























