Aryz­ta Nord­hau­sen vor dem Aus: Back­wa­ren­werk schließt – 165 Mit­ar­bei­ter ban­gen um ihre Jobs

Das Aryzta Werk in Nordhausen steht vor der Schließung
Das Aryzta Werk in Nordhausen steht vor der Schließung

Schock für die Beschäf­tig­ten des Back­wa­ren­her­stel­lers Aryz­ta in Nord­hau­sen: Der Schwei­zer Lebens­mit­tel­kon­zern will sein Werk in der nord­thü­rin­gi­schen Stadt schlie­ßen. Damit steht ein tra­di­ti­ons­rei­cher Pro­duk­ti­ons­stand­ort vor dem Aus. Rund 165 Mit­ar­bei­ter müs­sen um ihre beruf­li­che Zukunft fürch­ten. Die Pro­duk­ti­on soll künf­tig im sach­sen-anhal­ti­schen Eis­le­ben gebün­delt wer­den. Noch ist unklar, wie vie­le Beschäf­tig­te tat­säch­lich ihren Arbeits­platz ver­lie­ren und ob es Mög­lich­kei­ten zur Wei­ter­be­schäf­ti­gung gibt.

Die Nach­richt trifft Nord­hau­sen und die gesam­te Regi­on Nord­thü­rin­gen schwer. Der inter­na­tio­na­le Back­wa­ren­her­stel­ler Aryz­ta hat am Mon­tag, dem 26. Okto­ber 2026, ange­kün­digt, sei­ne Pro­duk­ti­ons­struk­tur in Deutsch­land grund­le­gend umzu­bau­en. Im Zuge die­ser Neu­aus­rich­tung sol­len die Wer­ke in Nord­hau­sen und im baye­ri­schen Gerolz­ho­fen geschlos­sen wer­den.

Für die Mit­ar­bei­ter in Nord­hau­sen bedeu­tet die Ent­schei­dung vor allem Unsi­cher­heit. Vie­le Beschäf­tig­te sind seit Jah­ren im Unter­neh­men tätig. Nun steht die Fra­ge im Raum, wie es für sie und ihre Fami­li­en wei­ter­geht.

Nach Anga­ben des Unter­neh­mens sol­len die Umstruk­tu­rie­run­gen größ­ten­teils in den Jah­ren 2026 und 2027 umge­setzt wer­den. Als Begrün­dung nennt Aryz­ta Ver­än­de­run­gen bei der Nach­fra­ge sowie die wirt­schaft­li­che Neu­aus­rich­tung des Deutsch­land­ge­schäfts.

Aryz­ta schließt Back­wa­ren­werk in Nord­hau­sen: Das ist bis­her bekannt

Die ange­kün­dig­te Schlie­ßung ist Teil eines umfas­sen­de­ren Spar- und Restruk­tu­rie­rungs­pro­gramms. Der Kon­zern will sei­ne Pro­duk­ti­on in Deutsch­land kon­zen­trie­ren, Kos­ten redu­zie­ren und sein Sor­ti­ment stär­ker auf wirt­schaft­lich erfolg­rei­che Pro­duk­te aus­rich­ten.

Betrof­fe­ne Beschäf­tig­te in Nord­hau­sen

165

Geplan­te Umset­zung

2026–2027

Geschätz­te Umstruk­tu­rie­rungs­kos­ten

56–61 Mio. €

Künf­ti­ger Pro­duk­ti­ons­stand­ort

Eis­le­ben

Die Zahl von 165 Beschäf­tig­ten wur­de unter ande­rem vom MDR genannt. Die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten (NGG) spricht inzwi­schen von rund 170 betrof­fe­nen Mit­ar­bei­tern. Die genaue Zahl der weg­fal­len­den Arbeits­plät­ze steht noch nicht fest.

War­um will Aryz­ta das Werk in Nord­hau­sen schlie­ßen?

Hin­ter der Ent­schei­dung steht nach Unter­neh­mens­an­ga­ben eine ver­än­der­te Markt­si­tua­ti­on. Aryz­ta will auf die Nach­fra­ge­ent­wick­lung reagie­ren und sei­ne deut­schen Pro­duk­ti­ons­ka­pa­zi­tä­ten neu orga­ni­sie­ren.

Dabei ver­folgt der Kon­zern meh­re­re Zie­le: Die Her­stel­lung soll an weni­ger Stand­or­ten kon­zen­triert, das Sor­ti­ment ver­klei­nert und der Anteil pro­fi­ta­bler Pro­duk­te erhöht wer­den.

Für den deut­schen Markt bedeu­tet das eine grund­le­gen­de Umstel­lung. Künf­tig sol­len bestimm­te Pro­duk­te nicht mehr in Nord­hau­sen oder Gerolz­ho­fen, son­dern zen­tral in Eis­le­ben her­ge­stellt wer­den.

Durch die Kon­zen­tra­ti­on der Pro­duk­ti­on erhofft sich Aryz­ta wirt­schaft­li­che Vor­tei­le. Gleich­zei­tig ver­ur­sacht der Umbau zunächst erheb­li­che Kos­ten. Der Kon­zern rech­net mit ein­ma­li­gen Belas­tun­gen von rund 56 bis 61 Mil­lio­nen Euro.

Die wirt­schaft­li­chen Über­le­gun­gen des Unter­neh­mens ste­hen aller­dings im Gegen­satz zu den Sor­gen der Beschäf­tig­ten. Wäh­rend der Kon­zern sei­ne Pro­fi­ta­bi­li­tät ver­bes­sern möch­te, müs­sen zahl­rei­che Mit­ar­bei­ter befürch­ten, ihre bis­he­ri­ge beruf­li­che Exis­tenz­grund­la­ge zu ver­lie­ren.

165 Mit­ar­bei­ter in Nord­hau­sen: Wie geht es für die Beschäf­tig­ten wei­ter?

Beson­ders drän­gend ist die Fra­ge nach der Zukunft der Beleg­schaft. Noch ist nicht abschlie­ßend geklärt, wel­che kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen die Werks­schlie­ßung auf die ein­zel­nen Beschäf­tig­ten haben wird.

Offen ist ins­be­son­de­re, ob Aryz­ta den Mit­ar­bei­tern aus Nord­hau­sen Arbeits­plät­ze am Stand­ort Eis­le­ben anbie­ten wird. Eben­so feh­len bis­lang abschlie­ßen­de Anga­ben zu mög­li­chen Kün­di­gun­gen, Abfin­dun­gen und sozia­len Aus­gleichs­maß­nah­men.

Für die Beschäf­tig­ten erge­ben sich damit meh­re­re denk­ba­re Sze­na­ri­en. Eini­ge könn­ten mög­li­cher­wei­se inner­halb des Unter­neh­mens wech­seln. Ande­re müss­ten sich unter Umstän­den beruf­lich neu ori­en­tie­ren.

Auch die per­sön­li­chen Lebens­um­stän­de spie­len dabei eine ent­schei­den­de Rol­le. Wer seit vie­len Jah­ren in Nord­hau­sen arbei­tet, hat häu­fig sei­nen Lebens­mit­tel­punkt in der Regi­on. Ein Stand­ort­wech­sel kann zusätz­li­che Fahrt­zei­ten, höhe­re Kos­ten und orga­ni­sa­to­ri­sche Her­aus­for­de­run­gen für Fami­li­en mit sich brin­gen.

Ob und in wel­chem Umfang Aryz­ta ent­spre­chen­de Lösun­gen anbie­ten wird, müs­sen die wei­te­ren Gesprä­che mit den Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern zei­gen.

Pro­duk­ti­on soll nach Eis­le­ben ver­la­gert wer­den

Eine zen­tra­le Rol­le bei der Neu­struk­tu­rie­rung über­nimmt das Aryz­ta-Werk in Luther­stadt Eis­le­ben in Sach­sen-Anhalt.

Der Stand­ort soll künf­tig die Pro­duk­ti­on über­neh­men, die bis­lang auf meh­re­re deut­sche Wer­ke ver­teilt ist. Für Aryz­ta ist Eis­le­ben damit ein wesent­li­cher Bestand­teil der zukünf­ti­gen Unter­neh­mens­stra­te­gie in Deutsch­land.

Am Stand­ort arbei­ten bereits zahl­rei­che Beschäf­tig­te. Durch die geplan­te Bün­de­lung könn­te Eis­le­ben inner­halb des Kon­zerns wei­ter an Bedeu­tung gewin­nen.

Für die Nord­häu­ser Beleg­schaft könn­te die räum­li­che Nähe grund­sätz­lich eine Chan­ce dar­stel­len. Aller­dings bedeu­tet die Ver­la­ge­rung der Pro­duk­ti­on nicht auto­ma­tisch, dass sämt­li­che bis­he­ri­gen Arbeits­plät­ze erhal­ten blei­ben.

Ent­schei­dend wird sein, wie vie­le zusätz­li­che Stel­len tat­säch­lich in Eis­le­ben ent­ste­hen oder ver­füg­bar sind und wel­che Qua­li­fi­ka­tio­nen dafür benö­tigt wer­den.

Mehr als 20 Jah­re Back­wa­ren­pro­duk­ti­on in Nord­hau­sen

Mit der geplan­ten Schlie­ßung wür­de eine über zwei Jahr­zehn­te wäh­ren­de Pro­duk­ti­ons­ge­schich­te enden.

Seit 2005 wer­den am Stand­ort Nord­hau­sen Tief­kühl­back­wa­ren her­ge­stellt. Das Werk war ursprüng­lich unter dem Namen Klem­me bekannt und wur­de spä­ter Teil der Aryz­ta-Struk­tur.

Zum Sor­ti­ment gehö­ren unter ande­rem Bröt­chen, Cia­batta, Baguettes und Ber­li­ner. Die Pro­duk­te sind für ver­schie­de­ne Absatz­ka­nä­le bestimmt, dar­un­ter der Ein­zel­han­del, Bäcke­rei­en und die Gas­tro­no­mie.

Die indus­tri­el­le Back­wa­ren­pro­duk­ti­on ist damit seit vie­len Jah­ren ein Bestand­teil des Wirt­schafts­stand­orts Nord­hau­sen.

Eine end­gül­ti­ge Still­le­gung wür­de nicht nur das Ende der Pro­duk­ti­on bedeu­ten. Sie könn­te auch dazu füh­ren, dass lang­jäh­rig auf­ge­bau­tes Fach­wis­sen und ein­ge­spiel­te betrieb­li­che Struk­tu­ren am Stand­ort ver­lo­ren gehen.

Auch Aryz­ta-Werk in Bay­ern von Schlie­ßung betrof­fen

Nord­hau­sen ist nicht der ein­zi­ge Stand­ort, der im Zuge der Neu­aus­rich­tung auf­ge­ge­ben wer­den soll.

Auch das Werk im unter­frän­ki­schen Gerolz­ho­fen steht vor dem Aus. Dort wer­den eben­falls Tief­kühl­back­wa­ren her­ge­stellt.

Nach Anga­ben der Gewerk­schaft NGG sind in Gerolz­ho­fen rund 270 Beschäf­tig­te betrof­fen. Zusam­men mit den rund 170 Mit­ar­bei­tern in Nord­hau­sen geht es damit um unge­fähr 440 Men­schen, deren bis­he­ri­ge Arbeits­plät­ze von den Schlie­ßungs­plä­nen betrof­fen sind.

Die Zah­len unter­schei­den sich teil­wei­se von älte­ren Anga­ben auf den Unter­neh­mens­sei­ten. Wie vie­le Stel­len tat­säch­lich ent­fal­len, ist des­halb wei­ter­hin von den kon­kre­ten Umset­zungs­plä­nen abhän­gig.

Die Ent­schei­dung ver­deut­licht, dass Aryz­ta nicht ledig­lich ein­zel­ne Pro­duk­ti­ons­li­ni­en ver­än­dert, son­dern sei­ne gesam­te deut­sche Stand­ort­struk­tur neu aus­rich­tet.

Gewerk­schaft NGG kri­ti­siert die geplan­ten Werks­schlie­ßun­gen

Die Ankün­di­gung hat deut­li­che Kri­tik aus­ge­löst. Beson­ders die Gewerk­schaft Nah­rung-Genuss-Gast­stät­ten reagiert mit Unver­ständ­nis auf die Ent­schei­dung des Kon­zerns.

Die NGG kri­ti­siert, dass Aryz­ta durch die Schlie­ßun­gen sei­ne Gewin­ne ver­bes­sern wol­le, wäh­rend die Beschäf­tig­ten die Fol­gen tra­gen müss­ten.

Bri­sant ist dabei der Zeit­punkt: Erst im März 2026 hat­ten Beschäf­tig­te und Gewerk­schaft einen neu­en Tarif­ab­schluss erreicht. Die­ser sah eine Lohn­er­hö­hung von 2,5 Pro­zent sowie eine Ein­mal­zah­lung von 156 Euro vor.

Nur weni­ge Mona­te spä­ter steht nun die Zukunft des gesam­ten Nord­häu­ser Werks infra­ge.

Die anste­hen­den Ver­hand­lun­gen mit Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern dürf­ten des­halb eine beson­de­re Bedeu­tung bekom­men. Neben der Fra­ge nach dem Erhalt mög­lichst vie­ler Arbeits­plät­ze wird es auch dar­um gehen, die sozia­len Fol­gen der Ent­schei­dung abzu­fe­dern.

Kri­tik aus der Thü­rin­ger Lan­des­po­li­tik

Auch in der Thü­rin­ger Lan­des­po­li­tik sorgt die ange­kün­dig­te Schlie­ßung für Reak­tio­nen.

Die Lin­ke im Thü­rin­ger Land­tag hat die Ent­schei­dung scharf kri­ti­siert. Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Chris­ti­an Schaft wirft dem Kon­zern vor, Arbeits­plät­ze zuguns­ten höhe­rer Gewin­ne und mög­li­cher Aus­schüt­tun­gen an Aktio­nä­re abzu­bau­en.

Die arbeits- und gewerk­schafts­po­li­ti­sche Spre­che­rin Lena Sani­ye Gün­gör ver­weist dar­über hin­aus auf die mög­li­chen Fol­gen des Arbeits­platz­ver­lusts für länd­li­che Regio­nen. Sie warnt vor Abwan­de­rung und einer zusätz­li­chen Belas­tung regio­na­ler Ver­sor­gungs­struk­tu­ren.

Die Frak­ti­on for­dert, dass sich die Thü­rin­ger Lan­des­re­gie­rung mit den Fol­gen der ange­kün­dig­ten Schlie­ßung aus­ein­an­der­setzt und die Inter­es­sen der Beschäf­tig­ten berück­sich­tigt.

Ob poli­ti­sche Gesprä­che oder Unter­stüt­zungs­maß­nah­men die Ent­schei­dung des Unter­neh­mens noch beein­flus­sen kön­nen, bleibt abzu­war­ten.

Was bedeu­tet die Aryz­ta-Schlie­ßung für Nord­hau­sen und die Regi­on?

Der mög­li­che Ver­lust von 165 Arbeits­plät­zen wäre für Nord­hau­sen nicht nur eine betrieb­li­che Ange­le­gen­heit, son­dern auch eine wirt­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung.

Arbeits­plät­ze in der Lebens­mit­tel­pro­duk­ti­on sichern Ein­kom­men, Kauf­kraft und lang­fris­ti­ge Beschäf­ti­gungs­per­spek­ti­ven. Wenn ein grö­ße­rer Arbeit­ge­ber einen Stand­ort auf­gibt, kön­nen sich die Fol­gen über das eigent­li­che Unter­neh­men hin­aus bemerk­bar machen.

Betrof­fen sein könn­ten bei­spiels­wei­se Zulie­fe­rer, Dienst­leis­ter oder ande­re Unter­neh­men, die bis­her mit dem Back­wa­ren­werk zusam­men­ar­bei­ten. In wel­chem Umfang sol­che indi­rek­ten Aus­wir­kun­gen tat­säch­lich ent­ste­hen, lässt sich der­zeit aller­dings noch nicht bezif­fern.

Hin­zu kommt die Bedeu­tung sta­bi­ler Indus­trie­ar­beits­plät­ze für die Regi­on. Gera­de Beschäf­tig­te mit lang­jäh­ri­ger Berufs­er­fah­rung ste­hen bei einer Werks­schlie­ßung vor der Her­aus­for­de­rung, eine ver­gleich­ba­re Tätig­keit in erreich­ba­rer Ent­fer­nung zu fin­den.

Die Ent­wick­lung bei Aryz­ta zeigt damit auch, wie stark regio­na­le Arbeits­märk­te von unter­neh­me­ri­schen Stand­ort­ent­schei­dun­gen inter­na­tio­na­ler Kon­zer­ne abhän­gig sein kön­nen.

Aryz­ta hat­te bereits 2019 Wer­ke in der Regi­on geschlos­sen

Die ange­kün­dig­te Still­le­gung in Nord­hau­sen ist nicht die ers­te Werks­schlie­ßung des Back­wa­ren­her­stel­lers in Mit­tel­deutsch­land.

Bereits 2019 gab Aryz­ta Pro­duk­ti­ons­stand­or­te in Artern im thü­rin­gi­schen Kyff­häu­ser­kreis sowie in Mans­feld in Sach­sen-Anhalt auf. Damals waren ins­ge­samt rund 200 Beschäf­tig­te betrof­fen.

Mit der jet­zi­gen Ent­schei­dung setzt sich die Umstruk­tu­rie­rung der Pro­duk­ti­ons­land­schaft des Kon­zerns fort.

Für die Regi­on ist die­se Ent­wick­lung beson­ders rele­vant, weil sie zeigt, dass selbst lang­jäh­rig eta­blier­te Pro­duk­ti­ons­stand­or­te kei­ne dau­er­haf­te Bestands­ga­ran­tie besit­zen.

Ob die Kon­zen­tra­ti­on auf Eis­le­ben lang­fris­tig zu einer sta­bi­le­ren Unter­neh­mens­struk­tur führt, wird sich erst in den kom­men­den Jah­ren zei­gen.

Wel­che Mög­lich­kei­ten gibt es, Arbeits­plät­ze zu sichern?

Trotz der ange­kün­dig­ten Schlie­ßung sind wich­ti­ge Fra­gen noch offen. In den Gesprä­chen zwi­schen Unter­neh­men und Arbeit­neh­mer­ver­tre­tern könn­ten ver­schie­de­ne Maß­nah­men zur Beschäf­ti­gungs­si­che­rung und sozia­len Absi­che­rung eine Rol­le spie­len.

Dazu zäh­len mög­li­che Wei­ter­be­schäf­ti­gungs­an­ge­bo­te an ande­ren Stand­or­ten, Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­men, Unter­stüt­zung bei der Arbeits­platz­su­che sowie ein Sozi­al­plan.

Auch eine Trans­fer­ge­sell­schaft könn­te grund­sätz­lich eine Mög­lich­keit sein, betrof­fe­ne Beschäf­tig­te bei der beruf­li­chen Neu­ori­en­tie­rung zu beglei­ten. Ob sol­che Instru­men­te tat­säch­lich ver­ein­bart wer­den, ist bis­lang nicht bekannt.

Wich­tig wäre aus Sicht der Beschäf­tig­ten vor allem eine mög­lichst früh­zei­ti­ge Klä­rung ihrer per­sön­li­chen Per­spek­ti­ven. Je kon­kre­ter die Pla­nun­gen des Unter­neh­mens wer­den, des­to bes­ser kön­nen sich Arbeit­neh­mer auf mög­li­che Ver­än­de­run­gen ein­stel­len.

Wie geht es mit dem Aryz­ta-Stand­ort Nord­hau­sen wei­ter?

Nach der Ankün­di­gung vom 26. Okto­ber 2026 dürf­ten nun die wei­te­ren Gesprä­che über die Umset­zung der Schlie­ßung im Mit­tel­punkt ste­hen.

Dabei wer­den ins­be­son­de­re fol­gen­de Fra­gen ent­schei­dend sein:

  • Wann genau wird die Pro­duk­ti­on in Nord­hau­sen ein­ge­stellt?

  • Wie vie­le der rund 165 Beschäf­tig­ten ver­lie­ren tat­säch­lich ihren Arbeits­platz?

  • Gibt es ver­bind­li­che Ange­bo­te für einen Wech­sel nach Eis­le­ben?

  • Wel­che Abfin­dun­gen oder sozia­len Aus­gleichs­maß­nah­men wer­den ver­ein­bart?

  • Was geschieht nach der Still­le­gung mit dem bis­he­ri­gen Werks­ge­län­de?

Solan­ge die­se Punk­te nicht abschlie­ßend geklärt sind, bleibt die Unsi­cher­heit für die Beschäf­tig­ten bestehen.

Häu­fig gestell­te Fra­gen zur Aryz­ta-Schlie­ßung in Nord­hau­sen

Wird das Aryz­ta-Werk in Nord­hau­sen geschlos­sen?

Ja. Der Schwei­zer Back­wa­ren­her­stel­ler Aryz­ta hat am 26. Okto­ber 2026 ange­kün­digt, den Pro­duk­ti­ons­stand­ort Nord­hau­sen auf­zu­ge­ben. Die Umset­zung soll über­wie­gend 2026 und 2027 erfol­gen.

Wie vie­le Mit­ar­bei­ter sind betrof­fen?

Nach den bis­her ver­öf­fent­lich­ten Anga­ben sind rund 165 Beschäf­tig­te betrof­fen. Die Gewerk­schaft NGG nennt etwa 170 Mit­ar­bei­ter. Wie vie­le davon tat­säch­lich ihren Arbeits­platz ver­lie­ren, steht noch nicht fest.

War­um schließt Aryz­ta das Werk in Nord­hau­sen?

Das Unter­neh­men begrün­det die Ent­schei­dung mit Ver­än­de­run­gen bei der Markt­nach­fra­ge und einer wirt­schaft­li­chen Neu­aus­rich­tung. Die Pro­duk­ti­on soll kon­zen­triert und das Sor­ti­ment stär­ker auf pro­fi­ta­ble Pro­duk­te aus­ge­rich­tet wer­den.

Wohin wird die Pro­duk­ti­on ver­la­gert?

Die Pro­duk­ti­on soll künf­tig am Aryz­ta-Stand­ort in Luther­stadt Eis­le­ben in Sach­sen-Anhalt gebün­delt wer­den.

Bekom­men die Mit­ar­bei­ter einen Arbeits­platz in Eis­le­ben?

Bis­lang ist nicht abschlie­ßend bekannt, wie vie­le Beschäf­tig­te aus Nord­hau­sen ein ent­spre­chen­des Ange­bot erhal­ten wer­den.

Wann wird das Aryz­ta-Werk end­gül­tig geschlos­sen?

Ein genau­er letz­ter Pro­duk­ti­ons­tag ist bis­her nicht bekannt. Die Umstruk­tu­rie­rung soll größ­ten­teils bis 2027 umge­setzt wer­den.

Aryz­ta-Schlie­ßung ist ein schwe­rer Ein­schnitt für Nord­hau­sen

Die ange­kün­dig­te Schlie­ßung des Aryz­ta-Back­wa­ren­werks stellt Nord­hau­sen vor eine neue wirt­schaft­li­che Her­aus­for­de­rung. Nach mehr als 20 Jah­ren soll die Pro­duk­ti­on am Stand­ort enden. Für rund 165 Beschäf­tig­te beginnt damit eine Pha­se gro­ßer beruf­li­cher Unsi­cher­heit.

Wäh­rend der Schwei­zer Kon­zern mit der Bün­de­lung sei­ner Pro­duk­ti­on in Eis­le­ben wirt­schaft­li­che Vor­tei­le errei­chen möch­te, ste­hen für die Mit­ar­bei­ter ganz ande­re Fra­gen im Vor­der­grund: Bleibt ihr Arbeits­platz erhal­ten? Müs­sen sie künf­tig an einen ande­ren Stand­ort wech­seln? Oder droht ihnen die Arbeits­lo­sig­keit?

Fest steht: Die Schlie­ßungs­ent­schei­dung ist ange­kün­digt, das per­sön­li­che Schick­sal der betrof­fe­nen Beschäf­tig­ten aber noch nicht ent­schie­den. Die kom­men­den Ver­hand­lun­gen wer­den zei­gen, wel­che Per­spek­ti­ven Aryz­ta sei­ner Nord­häu­ser Beleg­schaft anbie­ten kann.

Für Nord­hau­sen bleibt zu hof­fen, dass mög­lichst vie­le Arbeits­plät­ze gesi­chert oder neue Beschäf­ti­gungs­mög­lich­kei­ten geschaf­fen wer­den kön­nen.

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