Die Walzengießerei & Hartgusswerk Quedlinburg GmbH will ihre Energieversorgung stärker auf erneuerbare Quellen umstellen. Bei einem Besuch informierte sich Sachsen-Anhalts Energieminister Armin Willingmann über die Pläne des Unternehmens für einen Solarpark vor den Toren der Stadt.
Der Minister besuchte die Gießerei im Rahmen seiner Sommertour unter dem Motto Energie & Innovation. Nach seiner Einschätzung wird günstig erzeugter Strom aus Photovoltaik und Windkraft für Unternehmen zunehmend zum Wettbewerbsfaktor. Besonders energieintensive Betriebe könnten sich dadurch unabhängiger von Versorgungsengpässen und Preisschwankungen bei fossilen Energieträgern machen.
Solarpark mit 30 Megawatt Leistung geplant
Die Walzengießerei plant auf einer rund 24 Hektar großen Fläche nahe der Autobahn 36 einen Solarpark mit einer Leistung von 30 Megawatt. In den sonnenreichen Monaten soll die Anlage den gesamten Energiebedarf des Unternehmens decken.
Noch offen ist der Netzanschluss des Solarparks. Willingmann kündigte an, sich für eine zügige Klärung der ausstehenden Fragen einzusetzen. Das Vorhaben könne den traditionsreichen Arbeitgeber stärken, regionale Wertschöpfung sichern und Industrie mit Natur- und Klimaschutz verbinden. Stadtverwaltung und Stadtrat begleiteten die Planungen nach Angaben des Ministers konstruktiv.
Mehr als 160 Jahre Gießereigeschichte
Die 1865 gegründete Walzengießerei gehört heute zu den international tätigen Spezialisten für hochbelastbare Walzen, Walzenmäntel und weitere rotationssymmetrische Gussteile. Die Produkte kommen unter anderem in der Stahlindustrie, der grobkeramischen Industrie, der Druck- und Lebensmittelbranche sowie im Maschinenbau zum Einsatz.
Geschäftsführer Johannes Feibig sieht in der Verbindung von traditioneller Industrie und erneuerbaren Energien eine Zukunftsperspektive für das Unternehmen. Vor der Umsetzung müssten jedoch noch lokale und technische Hürden überwunden werden.
Erneuerbare Energien im Mittelpunkt der Sommertour
Die Energie- und Wärmewende gehört zu den Schwerpunkten der fünftägigen Sommertour des Energieministers. Willingmann besucht dabei Unternehmen und Einrichtungen, übergibt Förderbescheide und informiert sich über bereits umgesetzte Projekte. Weitere Themen sind nachhaltiges Unternehmertum, Innovationsförderung und die Wissenschaftslandschaft in Sachsen-Anhalt.
Im Land sind derzeit nach Angaben des Ministeriums Anlagen mit rund 5,7 Gigawatt Windenergie, 6,2 Gigawatt Photovoltaik und 0,5 Gigawatt Biomasse installiert.
Foto: Nilz Böhme
































