Das Gleimhaus Halberstadt widmet Daniel Chodowiecki zum 300. Geburtstag eine eigene Ausstellung. Unter dem Titel Sitten, Satire, Aufklärung. Kalenderkupfer von Daniel Chodowiecki zeigt das Museum der deutschen Aufklärung vom 15. August bis 15. November 2026 eine Auswahl seiner kleinformatigen Kupferstiche.
Kalender waren zur Zeit der Aufklärung weit verbreitet. Ihren besonderen Reiz erhielten sie durch Illustrationen, häufig in Serien von zwölf Darstellungen für die Monate des Jahres. Chodowiecki, der in Berlin wirkte, galt als einer der bedeutendsten Künstler dieser Gattung. In seinen Arbeiten griff er Themen auf, die die gebildete Öffentlichkeit des 18. Jahrhunderts beschäftigten: Geschichte, Zeitgeschehen, Literatur, Völkerkunde und vor allem die Sitten seiner Gegenwart.
Kleine Formate mit großer Wirkung
Mit genauer Beobachtung und pointierter Bildsprache schuf Chodowiecki Szenen, in denen sich das Publikum selbst wiedererkennen konnte. Seine Satire blieb dabei nachsichtig, aber präzise. Einige seiner Bildideen wurden zu wichtigen Motiven der Aufklärung. Besonders seine Zusammenarbeit mit dem Göttinger Gelehrten Georg Christoph Lichtenberg gilt als bedeutend für die deutsche Bildsatire.
Das Gleimhaus rückt die Kalenderkupfer erstmals in einer größeren Auswahl gesondert in den Mittelpunkt. Die Ausstellung fragt danach, welchen Beitrag diese Radierungen zum Projekt der Aufklärung leisteten und wie sie Themen wie Bildung, Selbstbildung, Tugend, Laster oder Dummheit sichtbar machten.
Begleitprogramm zur Ausstellung
Die Ausstellung wird am Freitag, 14. August 2026, um 18 Uhr eröffnet. Weitere Veranstaltungen begleiten die Schau. Am 20. August spricht Ute Pott über das Verhältnis zwischen Chodowiecki und Gleim. Am 9. September widmet sich Reimar Lacher dem Thema Aufklärung und Dummheit.
Am 17. September geht es bei einem Hofabend um Chodowiecki und Lichtenberg. Am 14. Oktober verbindet Sandra Eckhardt einen Vortrag zu Satire und Selbsterkenntnis mit einem Workshop. Den Abschluss bildet am 11. November ein Abend mit Prof. Dr. Alexander Košenina über Chodowiecki als Literaturillustrator.
Die Ausstellung ist zugleich ein Beitrag zum deutsch-polnischen Jubiläumsprogramm.































