Deutschlands Wirtschaft steckt weiter in einer Insolvenzwelle: Im Jahr 2025 mussten bundesweit rund 24.000 Unternehmen Insolvenz anmelden – der höchste Stand seit mehr als zehn Jahren. Statistisch bedeutet das: etwa eine Firmenpleite alle 20 bis 22 Minuten. Besonders betroffen sind Bauwirtschaft, Handel, Gastronomie, Verkehr und industrienahe Mittelständler.
Doch wie sieht die Lage in der gesamten Harzregion aus – zwischen Landkreis Harz, Goslar, Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Göttingen/Osterode (Südharz)?
Landkreis Harz: Druck auf Bau, Gastronomie und Handwerk
Im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) beobachten Insolvenzverwalter, Handwerksbetriebe und Kammern weiterhin eine angespannte Lage. Hohe Energiepreise, steigende Lohnkosten und schwache Auftragslagen treffen vor allem Bauunternehmen, Zulieferer, Einzelhandel, Hotels und Gastronomie. Zuständig für Insolvenzverfahren ist überwiegend das Amtsgericht Halberstadt. Die regionale Wirtschaft wird eng von der IHK Magdeburg sowie der Handwerkskammer Magdeburg begleitet.
Landkreis Goslar: Tourismus stabilisiert – Industrie und Mittelstand unter Druck
Im Landkreis Goslar zeigt sich ein gemischtes Bild. Während Tourismusstandorte wie Bad Harzburg oder Goslar teilweise von Besucherzahlen profitieren, geraten kleine Industriebetriebe, Logistikunternehmen und Dienstleister zunehmend unter Kostendruck. Insolvenzen werden hier über das Amtsgericht Braunschweig/Goslar-Zuständigkeiten abgewickelt; Ansprechpartner für Unternehmen bleiben die IHK Braunschweig und regionale Handwerksorganisationen.
Nordhausen: Maschinenbau und Zulieferer kämpfen
In Nordthüringen – insbesondere im Raum Nordhausen – belasten schwache Konjunktur, Fachkräftemangel und Investitionszurückhaltung viele Unternehmen. Besonders sensibel reagieren Maschinenbau, Automotive-Zulieferer, Bau und Gastronomie. Insolvenzverfahren laufen über das Amtsgericht Nordhausen; wirtschaftliche Frühindikatoren liefern die IHK Erfurt, Regionalbüro Nordhausen, sowie die Handwerkskammer.
Mansfeld-Südharz: Strukturschwache Region besonders gefährdet
Der Landkreis Mansfeld-Südharz gilt wirtschaftlich seit Jahren als herausfordernder Standort. Neben Industrie und Handwerk geraten zunehmend auch kleine Familienunternehmen, Handel und Dienstleister unter Druck. Zuständig ist das Amtsgericht Halle (Saale) für viele Unternehmensverfahren in Sachsen-Anhalt. Experten sehen strukturschwächere Regionen besonders gefährdet, wenn Aufträge aus Bau, Industrie und Konsum weiter zurückgehen.
Osterode (Südharz): Mittelstand hält dagegen – aber Risiken steigen
Im südlichen Harzraum rund um Göttingen und Osterode am Harz stützen Hochschulnähe, Gesundheitswirtschaft und Forschung Teile der Wirtschaft. Gleichzeitig kämpfen viele Handwerks‑, Handels- und Produktionsbetriebe mit hohen Finanzierungskosten und sinkender Nachfrage. Insolvenzverfahren laufen in Niedersachsen überwiegend über das Amtsgericht Göttingen; die IHK Hannover-Geschäftsstelle Göttingen meldet weiterhin erhöhte Unsicherheit im Mittelstand.
Der Harz bleibt vom Insolvenztrend nicht verschont
Der bundesweite Anstieg der Firmenpleiten macht auch vor der Harzregion nicht halt. Zwar unterscheiden sich die wirtschaftlichen Strukturen zwischen Harz, Goslar, Nordhausen, Mansfeld-Südharz und Göttingen/Osterode, doch die Problemlagen ähneln sich: Kostenexplosion, Konsumflaute, schwache Industrie und Investitionsstau. Deutschlandweit stiegen die Unternehmensinsolvenzen 2025 nochmals um mehr als zehn Prozent – nach bereits starken Zuwächsen in den Vorjahren.
































