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Neu­er Rüs­tungs­stand­ort im Harz? Sang­erhau­sen offen­bar auf der Lis­te von Waf­fen­pro­du­zent

In Sangerhausen plant offenbar ein Rüstungskonzern eine Großansiedlung
In Sangerhausen plant offenbar ein Rüstungskonzern eine Großansiedlung

Die Stadt Sang­erhau­sen könn­te schon bald zu einem wich­ti­gen Stand­ort der deut­schen Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie wer­den. Medi­en­be­rich­ten und Bran­chen­in­for­ma­tio­nen zufol­ge plant eine Rüs­tungs­fir­ma auf 130 Hekt­ar Indus­trie­flä­che eine grö­ße­re Ansied­lung im Harz­raum. Für die struk­tur­schwa­che Regi­on wären neue Arbeits­plät­ze, Inves­ti­tio­nen und ein wirt­schaft­li­cher Auf­schwung von enor­mer Bedeu­tung.

Details zu dem Unter­neh­men wer­den bis­lang ver­trau­lich behan­delt. In der Regi­on wird zwar über mög­li­che Kon­zer­ne wie Rhein­me­tall oder KNDS spe­ku­liert, weil die­se aktu­ell stark in Ost­deutsch­land expan­die­ren. Offi­zi­ell bestä­tigt ist jedoch kein Unter­neh­men.

Sang­erhau­sen im Fokus der Indus­trie

Der Harz und ins­be­son­de­re der Land­kreis Mans­feld-Süd­harz ste­hen seit Jah­ren vor gro­ßen wirt­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen. Der Struk­tur­wan­del nach dem Ende des Berg­baus und der Rück­gang klas­si­scher Indus­trie­ar­beits­plät­ze haben die Regi­on nach­hal­tig geprägt. Nun könn­te die geplan­te Groß­an­sied­lung eines Unter­neh­mens aus der Rüs­tungs­bran­che neue Per­spek­ti­ven eröff­nen und die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung der Regi­on spür­bar vor­an­trei­ben.

Bereits heu­te ver­fügt Sang­erhau­sen über zahl­rei­che Indus­trie- und Metall­bau­be­trie­be, die als Zulie­fe­rer oder Part­ner infra­ge kom­men könn­ten. Unter­neh­men wie die Aska­nia Maschi­nen­bau GmbH, die SAS Stark­strom­an­la­gen­bau GmbH oder die Unter­schütz Group zei­gen, dass die Regi­on über umfang­rei­che Kom­pe­ten­zen in den Berei­chen Metall­ver­ar­bei­tung, Maschi­nen­bau und Elek­tro­tech­nik ver­fügt.

Die­se indus­tri­el­le Basis könn­te ein ent­schei­den­der Vor­teil für eine Ansied­lung im Ver­tei­di­gungs­sek­tor sein.

Rüs­tungs­boom sorgt bun­des­weit für Inves­ti­tio­nen

Die deut­sche Ver­tei­di­gungs­in­dus­trie wächst seit dem Ukrai­ne-Krieg deut­lich schnel­ler als noch vor weni­gen Jah­ren. Bund und NATO-Staa­ten inves­tie­ren Mil­li­ar­den­be­trä­ge in neue Aus­rüs­tung, Muni­ti­on und Infra­struk­tur. Von die­ser Ent­wick­lung pro­fi­tie­ren zuneh­mend auch ost­deut­sche Regio­nen, die über freie Indus­trie­flä­chen und qua­li­fi­zier­te Fach­kräf­te ver­fü­gen.

Nach aktu­el­len Berich­ten plant das Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um Inves­ti­tio­nen von rund 1,37 Mil­li­ar­den Euro in Sach­sen-Anhalt. Gleich­zei­tig erwei­tern meh­re­re Rüs­tungs­un­ter­neh­men ihre Stand­or­te oder prü­fen neue Pro­duk­ti­ons­stät­ten. Beson­ders der Aus­bau von Rhein­me­tall im Harz zeigt, wie attrak­tiv die Regi­on inzwi­schen für die Bran­che gewor­den ist.

War­um Sang­erhau­sen als Stand­ort attrak­tiv ist

Für eine Ansied­lung in Sang­erhau­sen spre­chen meh­re­re Fak­to­ren. Die Stadt bie­tet ver­gleichs­wei­se güns­ti­ge Indus­trie­flä­chen und ver­fügt über eine gute Ver­kehrs­an­bin­dung über die Auto­bahn A38. Zudem sind in der Regi­on zahl­rei­che Fach­kräf­te aus Metall- und Maschi­nen­bau vor­han­den. Auch die Nähe zu bestehen­den Indus­trie­un­ter­neh­men sowie die Unter­stüt­zung durch Lan­des­po­li­tik und Wirt­schafts­för­de­rung machen den Stand­ort für Inves­to­ren inter­es­sant.

Hin­zu kommt, dass vie­le Unter­neh­men aus der Auto­mo­bil­zu­lie­fer­indus­trie der­zeit nach neu­en Geschäfts­fel­dern suchen. Laut Wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um inter­es­sie­ren sich immer mehr Betrie­be für Koope­ra­tio­nen mit der Sicher­heits- und Ver­tei­di­gungs­bran­che. Dadurch könn­ten sich zusätz­li­che wirt­schaft­li­che Chan­cen für die gesam­te Regi­on erge­ben.

Neue Arbeits­plät­ze im Harz mög­lich

Eine Groß­an­sied­lung könn­te hun­der­te direk­te und indi­rek­te Arbeits­plät­ze schaf­fen. Beson­ders gefragt wären Fach­kräf­te aus den Berei­chen Metall­ver­ar­bei­tung, Schweiß­tech­nik, Maschi­nen­bau, Elek­tro­tech­nik, Logis­tik und indus­tri­el­le Fer­ti­gung. Damit könn­te die Regi­on nicht nur neue Arbeits­plät­ze gewin­nen, son­dern auch jun­ge Fach­kräf­te lang­fris­tig bin­den.

Dar­über hin­aus könn­ten regio­na­le Unter­neh­men als Zulie­fe­rer pro­fi­tie­ren. Bereits heu­te arbei­ten meh­re­re Betrie­be in und um Sang­erhau­sen mit moder­ner Laser‑, CNC- und Stahl­tech­nik. Die vor­han­de­ne indus­tri­el­le Infra­struk­tur könn­te daher eine wich­ti­ge Grund­la­ge für wei­te­res Wachs­tum bil­den.

Kri­tik und Dis­kus­sio­nen zur Rüs­tungs­in­dus­trie

Die geplan­te Ansied­lung wird jedoch nicht aus­schließ­lich posi­tiv bewer­tet. Gewerk­schaf­ten und Kri­ti­ker war­nen davor, den Struk­tur­wan­del zu stark auf die Rüs­tungs­in­dus­trie aus­zu­rich­ten. Exper­ten beto­nen, dass lang­fris­ti­ge wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät nur durch einen brei­ten Bran­chen­mix erreicht wer­den kön­ne.

Den­noch sehen vie­le Kom­mu­nal­po­li­ti­ker und Wirt­schafts­ver­tre­ter in den Inves­ti­tio­nen eine gro­ße Chan­ce für die Regi­on. Gera­de klei­ne­re Städ­te wie Sang­erhau­sen könn­ten von zusätz­li­chen Steu­er­ein­nah­men, Infra­struk­tur­pro­jek­ten und einer stei­gen­den Kauf­kraft pro­fi­tie­ren.

Gro­ße Chan­ce für Sang­erhau­sen und den Harz

Die mög­li­che Groß­an­sied­lung einer Rüs­tungs­fir­ma könn­te für Sang­erhau­sen zu einem wirt­schaft­li­chen Wen­de­punkt wer­den. Wäh­rend vie­le Regio­nen in Ost­deutsch­land wei­ter­hin mit Abwan­de­rung und Arbeits­platz­ver­lust kämp­fen, eröff­nen die stei­gen­den Inves­ti­tio­nen in die Sicher­heits­in­dus­trie neue Per­spek­ti­ven.

Ob dar­aus tat­säch­lich ein nach­hal­ti­ger Indus­trie­auf­schwung ent­steht, hängt jedoch davon ab, wie gut Poli­tik, Unter­neh­men und Regi­on zusam­men­ar­bei­ten. Klar ist aber schon jetzt: Der Harz rückt zuneh­mend in den Fokus der deut­schen Indus­trie­po­li­tik.

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