Im Landkreis Harz arbeitet jeder vierte Beschäftigte nicht im eigenen Kreis. Nach Angaben der Agentur für Arbeit pendeln 22.040 Menschen aus dem Harz zur Arbeit in andere Landkreise oder Städte. Gleichzeitig kommen 10.150 Beschäftigte von außerhalb für ihren Job in den Landkreis Harz.
Besonders häufig führt der Arbeitsweg in den Landkreis Goslar. Dorthin pendeln 3.280 Menschen aus dem Harz. Es folgen der Salzlandkreis mit 2.780 Auspendlern und die Landeshauptstadt Magdeburg mit 1.670. Vier von zehn Harz-Auspendlern arbeiten in Niedersachsen, vor allem im Landkreis Goslar sowie in Braunschweig, Wolfenbüttel und Salzgitter. Gründe dafür sind laut Agentur für Arbeit die gute Verkehrsanbindung und höhere Entgelte.
Gut qualifizierte Beschäftigte unterwegs
Die Pendlerinnen und Pendler aus dem Harz sind überwiegend gut qualifiziert. Drei von vier Auspendlern verfügen über einen anerkannten Berufsabschluss, rund 3.300 sind Akademiker. Auch bei den Einpendlern ist die Qualifikation hoch: Zwei von drei haben eine abgeschlossene Berufsausbildung, fast jeder Fünfte einen akademischen Abschluss.
Die meisten Auspendler arbeiten im verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Handel einschließlich der Reparatur von Kraftfahrzeugen. In den Landkreis Harz kommen vor allem Beschäftigte aus dem verarbeitenden Gewerbe, aus Verkehr und Lagerei sowie aus dem Gesundheits- und Sozialwesen.
Chancen und Belastungen des Pendelns
Für viele Beschäftigte gehört Pendeln längst zum Alltag. Anja Huth, Leiterin der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt West, verweist darauf, dass viele Menschen an ihrem Wohnort keine Stelle finden, die ihrer Ausbildung oder Qualifikation entspricht. Gerade in Grenzregionen sei es deshalb üblich, in einem anderen Landkreis oder Bundesland zu arbeiten.
Zugleich sieht die Arbeitsagentur im Pendeln nicht nur Belastungen, sondern auch Chancen. Lange Wege können zwar Zeit, Geld und Nerven kosten, etwa durch Staus oder Zugausfälle. Für Arbeitgeber eröffnet sich dadurch aber die Möglichkeit, mit attraktiven Angeboten Beschäftigte aus einem größeren Umkreis zu gewinnen. Dazu zählen nach Einschätzung der Agentur unter anderem Jobtickets, Fahrrad-Leasing oder flexible Arbeitsmodelle wie Homeoffice.





























