Rund 200 pädagogische Fachkräfte und weitere Gäste haben am ersten Fachtag des Kindertagesstättenverbandes Harzer Land in der Stadthalle Osterode teilgenommen. Unter dem Motto „Kinder in den Mittelpunkt – Mut zur offenen Arbeit“ stand die Frage im Zentrum, wie Kindertagesstätten ihre pädagogischen Konzepte weiterentwickeln können.
Begrüßt wurden die Teilnehmer von Karin Kwast, der Vorsitzenden des Kitaverbandes. Eine Andacht mit Superintendentin Ulrike Schimmelpfeng, Popkantor André Wenauer sowie den Kita-Leitungen Tina Mutschall, Vanessa Norddorf und Pia Igney griff das Lied „Ist da jemand?“ von Adel Tawil auf. Die darin angesprochene Frage nach Begleitung und Unterstützung zog sich als Leitmotiv durch den gesamten Fachtag.
Auch die Pädagogische Leitung Sabine Schlüter übertrug diesen Gedanken auf den Alltag in den Einrichtungen. Im Mittelpunkt stehe die Aufgabe, Kinder verlässlich zu begleiten und ihnen Raum für ihre eigene Entwicklung zu geben. Die große Beteiligung von Fachkräften aus Einrichtungen zwischen Bad Sachsa und Kalefeld wertete sie als Zeichen für das gemeinsame Interesse an der Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit.
Offene Arbeit als Schwerpunkt
Den fachlichen Schwerpunkt bildete die offene Arbeit in Kindertagesstätten. Marcus Schnuck aus Lüneburg, Erzieher, Pädagoge, systemischer Supervisor sowie Berater und Coach, stellte das Konzept vor und beantwortete Fragen der Fachkräfte.
Bei der offenen Arbeit können Kinder entsprechend ihres Alters und ihrer Bedürfnisse zwischen unterschiedlichen Bildungsräumen, Angeboten und Spielmöglichkeiten wählen. Auch ihre Spielpartner bestimmen sie weitgehend selbst. Feste Gruppenstrukturen treten dabei stärker in den Hintergrund.
Von den 14 Kindertagesstätten des Verbandes arbeiten einige bereits nach diesem Konzept. Weitere Einrichtungen befinden sich nach Angaben des Verbandes auf dem Weg dorthin. Der Fachtag sollte Gelegenheit bieten, Erfahrungen auszutauschen, offene Fragen zu klären und nächste Schritte für die einzelnen Einrichtungen zu entwickeln.
Austausch und praktische Impulse
Ein Markt der Möglichkeiten ergänzte das Programm. An verschiedenen Ständen konnten sich die Teilnehmer über Angebote, Ideen und praktische Ansätze für die pädagogische Arbeit informieren und Erfahrungen austauschen.
Zum Abschluss sammelten die Fachkräfte Begriffe, die sie mit der weiteren Entwicklung verbinden. Genannt wurden unter anderem Mut, Offenheit, Zusammenarbeit, Geduld, passende Konzepte und geeignete Räume. Damit wurde deutlich, dass die Umstellung auf offene Arbeit neben organisatorischen Veränderungen auch eine enge Abstimmung innerhalb der Teams und mit dem Träger erfordert.
Der Evangelisch-lutherische Kindertagesstättenverband Harzer Land besteht seit 2014 und ist Träger von 14 Kindertagesstätten im Kirchenkreis Harzer Land.





























