Der Verein Zukunft Quedlinburg positioniert sich gegen das geplante Zukunftsprojekt Morgenrot und fordert vor anstehenden Beratungen mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung. Nach Darstellung des Vereins bedroht das Vorhaben östlich der Welterbestadt das Stadtbild, den Tourismus und womöglich auch den UNESCO-Welterbestatus.
Geplant ist demnach ein großflächiger Industrie- und Energiepark entlang der A36. Nach Angaben in der Pressemappe umfasst das Projekt rund 887 Hektar. Vorgesehen seien ein Industriepark, Photovoltaikflächen sowie bis zu 14 Windkraftanlagen mit einer Höhe von jeweils 285 Metern. Als beteiligte Akteure nennt der Verein die GETEC green energy GmbH, die Lüder Gruppe sowie die Stadtwerke Quedlinburg.
Kritik an Finanzen und Transparenz
Zukunft Quedlinburg zweifelt insbesondere die in Aussicht gestellten Einnahmen und Beschäftigungseffekte an. In der Pressemappe heißt es, die von Oberbürgermeister Frank Ruch genannten jährlichen Einnahmen von fünf bis zehn Millionen Euro seien nicht unabhängig geprüft und aus Sicht des Vereins nicht realistisch. Kritisiert wird außerdem, dass zentrale Gutachten zur Welterbeverträglichkeit und zum Artenschutz bislang nicht öffentlich vorlägen.
Auch beim Verfahren sieht der Verein Defizite. Er wirft Stadtverwaltung und Projektbeteiligten vor, die Planungen in hohem Tempo voranzutreiben und Alternativen nicht ausreichend zu diskutieren. Deshalb fordert Zukunft Quedlinburg unter anderem umfassende Bürgerbeteiligung, vollständige Transparenz zu Gutachten und Verträgen sowie eine unabhängige Prüfung der Finanzprognosen.
Hinweis auf Auswirkungen auf Stadtbild und Natur
Ein weiterer Schwerpunkt der Kritik betrifft mögliche Folgen für Landschaft, Landwirtschaft und Naturschutz. Der Verein warnt vor einer Umwidmung großer Ackerflächen und verweist auf noch nicht veröffentlichte Untersuchungen zu geschützten Arten. Zugleich sieht er die historische Silhouette Quedlinburgs gefährdet, sollte das Vorhaben wie geplant umgesetzt werden.
Alternativkonzept angekündigt
Als Gegenentwurf kündigt der Verein ein Konzept mit den Schwerpunkten Biotechnologie, hochwertiger Tourismus und Kreativwirtschaft an. Unter dem Titel Quedlinburg 3.0 solle eine Stadtentwicklung vorgestellt werden, die nach Vereinsangaben Arbeitsplätze und Einnahmen schaffen könne, ohne das Welterbe und große landwirtschaftliche Flächen zu belasten.
In den kommenden Wochen stehen laut Pressemappe wichtige Termine an. Genannt werden eine Einwohnerversammlung am 14. April 2026 und ein geplanter Stadtratsbeschluss am 16. April 2026.





























