Der Harz zählt zu den ältesten Bergbau- und Industriegebieten Mitteleuropas. Wie sich aus einer Naturlandschaft über Jahrtausende eine vom Bergbau geprägte Kulturlandschaft entwickelte, steht im Mittelpunkt eines Vortrags am 27. Februar 2026 in Ilberstedt.
Referent ist Dr. Friedhart Knolle, der die Entwicklung des Bergbaus im und am Harz über einen Zeitraum von 6000 Jahren nachzeichnet. Bereits vor rund 6000 Jahren existierten Feuersteinbergwerke in der Region. In der Bronzezeit, vor etwa 4000 Jahren, begann der Abbau von Kupfermineralen, unter anderem im Raum Mansfeld. Der Metallreichtum der Region soll nach Ansicht einiger Forscher sogar eine Rolle bei der Einverleibung des Harzraums in das Fränkische Großreich unter Karl der Große während der Sachsenkriege gespielt haben.
Blütezeit und Welterbe
In späteren Jahrhunderten brachten insbesondere Blei‑, Kupfer- und Silbervorkommen wirtschaftlichen Aufschwung. Städte wie Goslar und Quedlinburg profitierten vom Bergbau ebenso wie die Oberharzer Bergstädte. Der Rammelsberg, die Oberharzer Wasserwirtschaft und die Luther-Gedenkstätten in Eisleben sind heute Teil des UNESCO-Welterbes und zeugen vom historischen Reichtum der Region.
Umweltfolgen des Bergbaus
Der wirtschaftliche Erfolg hatte jedoch ökologische Folgen. Über lange Zeit wurden Böden sowie Grund- und Oberflächengewässer mit Metallen belastet, besonders im Westharz und im Mansfelder Kupferschieferrevier. Auch die Luftqualität litt unter den Emissionen. Flora und Fauna wurden in Mitleidenschaft gezogen, artenreiche Buchen- und Mischwälder wichen großflächig Fichtenmonokulturen. Diese Entwicklung gilt als Schattenseite des kulturellen Erbes.
Der Vortrag findet am Freitag, 27. Februar 2026, um 18 Uhr in der Turnhalle des Wipperortes Ilberstedt, Schulstraße 11, statt. Der Eintritt ist frei.
Foto: Klaus Stedingk




























