Von Fel­sen bis Moo­ren: Deutsch­land wählt sein Natur­wun­der 2026

Die Heinz Siel­mann Stif­tung und der Deut­sche Wan­der­ver­band suchen das Natur­wun­der des Jah­res 2026. Bis zum 27. Sep­tem­ber kön­nen Men­schen mit Wohn­sitz in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz online für einen von neun nomi­nier­ten Natur­or­ten in Deutsch­land abstim­men.

Die Kan­di­da­ten zei­gen unter­schied­li­che Facet­ten der deut­schen Natur. Zur Wahl ste­hen mar­kan­te Fels­for­ma­tio­nen, natur­na­he Fluss­land­schaf­ten sowie arten­rei­che Trocken‑, Feucht- und Moor­ge­bie­te. Eini­ge der Gebie­te ver­deut­li­chen zudem, wie sich wert­vol­le Lebens­räu­me durch Rena­tu­rie­rung und geziel­te Schutz­maß­nah­men erhal­ten oder wie­der­her­stel­len las­sen.

Die nomi­nier­ten Natur­or­te lie­gen in Sach­sen, Baden-Würt­tem­berg, Sach­sen-Anhalt, Rhein­land-Pfalz, Nord­rhein-West­fa­len, Thü­rin­gen und Schles­wig-Hol­stein. Wan­der­we­ge, Boh­len­ste­ge und geführ­te Tou­ren ermög­li­chen vie­ler­orts einen Ein­blick in die Land­schaf­ten, die zugleich Rück­zugs­räu­me für sel­te­ne Tier‑, Pflan­zen- und Pilz­ar­ten sind.

Natur­er­leb­nis und Schutz ver­bin­den

Mit der Natur­wun­der­wahl wol­len die Heinz Siel­mann Stif­tung und der Deut­sche Wan­der­ver­band auf die Viel­falt und Schutz­be­dürf­tig­keit hei­mi­scher Land­schaf­ten auf­merk­sam machen. Neben geo­lo­gi­schen Beson­der­hei­ten spie­len dabei bio­lo­gi­sche Viel­falt, natür­li­che Pro­zes­se und die Wie­der­her­stel­lung geschä­dig­ter Lebens­räu­me eine wich­ti­ge Rol­le.

Nach Anga­ben des Deut­schen Wan­der­ver­bands sol­len gut mar­kier­te Wege und eine geziel­te Besu­cher­len­kung dazu bei­tra­gen, Natur­er­leb­nis­se zu ermög­li­chen und gleich­zei­tig sen­si­ble Berei­che zu schüt­zen.

Neun Natur­or­te ste­hen zur Wahl

Der Stein­zoo im Zit­tau­er Gebir­ge in Sach­sen ist für Sand­stein­fel­sen bekannt, deren For­men an Tie­re erin­nern. Ero­si­on und Ver­wit­te­rung schu­fen über Mil­lio­nen Jah­re Gebil­de wie die Brü­ten­de Hen­ne oder die Schild­krö­te. Misch­wäl­der, Bäche und Feucht­wie­sen bie­ten unter ande­rem Luchs, Fisch­ot­ter und Wan­der­fal­ke Lebens­raum.

Der Bad­berg im Kai­ser­stuhl in Baden-Würt­tem­berg gehört zu den arten­reichs­ten Tro­cken­ra­sen­ge­bie­ten Mit­tel­eu­ro­pas. Vul­ka­ni­scher Unter­grund, nähr­stoff­ar­me Böden und das ver­gleichs­wei­se war­me Kli­ma bie­ten sel­te­nen Orchi­deen, Wild­bie­nen und wär­me­lie­ben­den Arten wie der Sma­ragd­ei­dech­se geeig­ne­te Bedin­gun­gen.

Mit mar­kan­ten Sand­stein­fel­sen zieht sich die Teu­fels­mau­er durch das nörd­li­che Harz­vor­land in Sach­sen-Anhalt. Die rund 80 Mil­lio­nen Jah­re alten For­ma­tio­nen gehö­ren zu den bedeu­ten­den Geo­to­pen Deutsch­lands. In den Fels­be­rei­chen leben unter ande­rem Wan­der­fal­ken, Fle­der­mäu­se, Zaun­ei­dech­sen und Schling­nat­tern.

Der Wil­tin­ger Saar­bo­gen in Rhein­land-Pfalz ist der ein­zi­ge noch weit­ge­hend natur­be­las­se­ne und nicht schiff­ba­re Abschnitt der unte­ren Saar. Strom­schnel­len, Still­was­ser­be­rei­che, Feucht­ge­bie­te und Röh­rich­te bil­den Lebens­räu­me für Eis­vo­gel, Biber, Grau­rei­her und Kor­mo­ran.

Die mehr als 90 Meter hohen Bruch­hau­ser Stei­ne im nord­rhein-west­fä­li­schen Rot­h­aar­ge­bir­ge ent­stan­den vor mehr als 380 Mil­lio­nen Jah­ren durch vul­ka­ni­sche Akti­vi­tät. Die Por­phyr­fel­sen sind als Natio­na­les Natur­mo­nu­ment und Natio­na­les Geo­top beson­ders geschützt.

Eben­falls in Rhein­land-Pfalz liegt der Drui­den­stein im Wes­ter­wald. Sei­ne Basalt­säu­len ent­stan­den beim lang­sa­men Abküh­len hei­ßer Lava. Der seit 1869 geschütz­te Fel­sen liegt auf 431 Metern Höhe und ist als Natio­na­les Geo­top aus­ge­zeich­net.

Die Saal­fel­der Feen­grot­ten in Thü­rin­gen sind für ihr außer­ge­wöhn­li­ches Far­ben­spiel bekannt, das durch zahl­rei­che Mine­ra­li­en im Alaun­schie­fer ent­steht. Im ehe­ma­li­gen Berg­werk bil­de­ten sich über lan­ge Zeit Tropf­stei­ne, Sin­ter­flä­chen und Grot­ten­seen.

Das Bren­ner Moor bei Bad Oldes­loe gilt als größ­tes bin­nen­län­di­sches Salz­moor Schles­wig-Hol­steins. Salz­quel­len schaf­fen dort Lebens­räu­me für Pflan­zen, die sonst vor allem an der Küs­te vor­kom­men. Auch Blau­kehl­chen, Nach­ti­gall, Eis­vo­gel und Kra­nich nut­zen das Gebiet.

Im Alper­sted­ter Ried in Thü­rin­gen wird ein geschä­dig­tes Kalk­flach­moor durch Wie­der­vernäs­sung und die Umwand­lung von Acker­flä­chen in arten­rei­ches Grün­land ent­wi­ckelt. Mehr als 1.280 Arten wur­den dort nach­ge­wie­sen. Exmoor-Ponys und Was­ser­büf­fel tra­gen dazu bei, die Flä­chen offen zu hal­ten.

Abstim­mung läuft bis Ende Sep­tem­ber

Die Online-Abstim­mung läuft vom 10. August bis zum 27. Sep­tem­ber 2026. Nach Abschluss der Publi­kums­wahl soll das Ergeb­nis öffent­lich bekannt gege­ben wer­den. Der sieg­rei­che Natur­ort wird anschlie­ßend bei einer Preis­ver­lei­hung zum Natur­wun­der des Jah­res 2026 gekürt.

Die Natur­wun­der­wahl ist eine gemein­sa­me Initia­ti­ve der Heinz Siel­mann Stif­tung und des Deut­schen Wan­der­ver­bands. Sie soll die Auf­merk­sam­keit für beson­de­re Natur­land­schaf­ten und deren Schutz stär­ken.

Foto: Gün­ter Albers/Adobe Stock

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