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Vom Spöt­ter zum Wai­sen­va­ter: Tee­stun­de erin­nert an Johan­nes Falk

Vom sati­ri­schen Schrift­stel­ler zum enga­gier­ten Hel­fer für Wai­sen­kin­der: Das wider­sprüch­li­che Leben von Johan­nes Dani­el Falk steht im Mit­tel­punkt der „Tee­stun­de bei Gleim“ am Mitt­woch, 19. Febru­ar, im Gleim­haus Hal­ber­stadt. Anlass ist der 200. Todes­tag des Dich­ter-Päd­ago­gen.

Johan­nes Dani­el Falk, 1768 in Dan­zig gebo­ren und 1826 in Wei­mar gestor­ben, voll­zog im Lau­fe sei­nes Lebens einen tief­grei­fen­den Wan­del. Nach einem abge­bro­che­nen Theo­lo­gie­stu­di­um mach­te er sich zunächst als sati­ri­scher Schrift­stel­ler einen Namen und geriet mit sei­nen poin­tier­ten Tex­ten immer wie­der in Kon­flikt mit Zeit­ge­nos­sen. Auch zu Johann Wil­helm Lud­wig Gleim stand er in Bezie­hung und wur­de von die­sem wegen sei­ner aus­ge­präg­ten Spott­sucht kri­ti­siert.

Radi­ka­ler Bruch und sozia­les Enga­ge­ment

Unter dem Ein­druck der sozia­len Not wäh­rend der Befrei­ungs­krie­ge änder­te Falk 1813 sein Leben grund­le­gend. Er gab die Schrift­stel­le­rei auf und wid­me­te sich fort­an ver­wahr­los­ten und eltern­lo­sen Kin­dern. Zunächst nahm er meh­re­re Kin­der in sei­ner eige­nen Woh­nung auf. Als der Platz nicht mehr aus­reich­te, erwarb er einen ver­fal­le­nen Hof und bau­te ihn zu einem soge­nann­ten Ret­tungs­haus aus. Damit schuf Falk ein frü­hes Modell orga­ni­sier­ter Kin­der­für­sor­ge, das Vor­bild für ähn­li­che Ein­rich­tun­gen wur­de.

Im kol­lek­ti­ven Gedächt­nis ist Falk zudem als Ver­fas­ser des bis heu­te bekann­ten Kir­chen­lie­des „O Du fröh­li­che“ geblie­ben. Im Rah­men der Tee­stun­de stellt Rei­mar Lacher Leben und Wir­ken Falks vor und zeich­net das Bild einer Per­sön­lich­keit vol­ler Brü­che und Ent­wick­lun­gen.

Die Ver­an­stal­tung beginnt um 15 Uhr im Gleim­haus.

Bild­un­ter­schrift: Johan­nes Falk, gemalt viel­leicht von Johann Chris­toph Phil­ipp Gut­bier, um 1795, Gleim­haus

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