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Vom Gara­gen­pro­jekt zum Haupt­ge­wer­be: Wie zwei Brü­der in Bad Harz­burg ihren eige­nen Weg zum Glän­zen brin­gen

Manch­mal beginnt eine Unter­neh­mens­ge­schich­te nicht mit einem aus­ge­feil­ten Busi­ness­plan, einem gro­ßen Kre­dit oder der fes­ten Vor­stel­lung, irgend­wann selbst­stän­dig zu sein. Manch­mal beginnt sie ganz unschein­bar. Mit einem Auto in der Gara­ge. Mit dem Anspruch, es nicht ein­fach nur sau­ber, son­dern wirk­lich per­fekt zu machen. Und mit Nach­barn, Freun­den und Ver­wand­ten, die irgend­wann genau­er hin­schau­en und fra­gen: Könnt ihr das bei mei­nem Wagen auch machen? Genau so ist in Bad Harz­burg aus einer Lei­den­schaft Schritt für Schritt ein Unter­neh­men ent­stan­den. Hin­ter Shi­ny Brot­hers ste­hen zwei Brü­der, 27 und 31 Jah­re alt, die aus einem pri­va­ten Hob­by inzwi­schen ein wach­sen­des Gewer­be gemacht haben. Seit Mai 2024 ist Shi­ny Brot­hers offi­zi­ell ange­mel­det, nun steht der nächs­te gro­ße Schritt bevor: Ab dem 15. Sep­tem­ber soll die Fahr­zeug­auf­be­rei­tung für einen der bei­den Brü­der zum Haupt­ge­wer­be wer­den.

Vom eige­nen Auto zur ers­ten ech­ten Nach­fra­ge

Dass Autos im Leben der bei­den Brü­der eine Rol­le spie­len, kommt nicht von unge­fähr. Ihr Vater ist Kfzler, die Ver­bin­dung zum Auto­mo­bil war damit schon früh vor­han­den. Trotz­dem ent­wi­ckel­te sich ihre Lei­den­schaft in eine ganz eige­ne Rich­tung. Weni­ger Moto­ren, Schrau­ben und Tech­nik stan­den für sie im Mit­tel­punkt, son­dern viel­mehr das Erschei­nungs­bild eines Fahr­zeugs. Der eine begeis­tert sich beson­ders für schö­ne Autos, der ande­re für Sau­ber­keit und Details. Zwei Inter­es­sen, die sich irgend­wann bei­na­he selbst­ver­ständ­lich mit­ein­an­der ver­bun­den haben.

Anfangs wur­den ledig­lich die eige­nen Fahr­zeu­ge auf­be­rei­tet. Es ging nicht dar­um, dar­aus ein Geschäfts­mo­dell zu ent­wi­ckeln. Es ging um den eige­nen Anspruch und um die Freu­de dar­an, zu sehen, wie sich ein Fahr­zeug ver­än­dert, wenn Zeit, Geduld und Sorg­falt inves­tiert wer­den. Doch gute Arbeit bleibt gera­de im per­sön­li­chen Umfeld sel­ten unbe­merkt. Erst kamen Freun­de und Ver­wand­te hin­zu, spä­ter Bekann­te und Nach­barn. Die Reak­tio­nen ähnel­ten sich: Die Autos sahen gut aus, die Ergeb­nis­se über­zeug­ten und immer mehr Men­schen woll­ten wis­sen, ob die Brü­der auch ihr Fahr­zeug über­neh­men könn­ten.

“Es war nie das Ziel, das ein­fach so zu machen, son­dern es hat sich tat­säch­lich so erge­ben”, erzäh­len die Shi­ny Brot­hers über ihre Ent­wick­lung. Aus ein­zel­nen Fahr­zeu­gen wur­den immer mehr Auf­trä­ge. Aus der klei­nen Gara­ge wur­de schließ­lich der Wunsch nach mehr Platz. Die Brü­der mie­te­ten zunächst eine Hal­le und ent­wi­ckel­ten ihre Mög­lich­kei­ten wei­ter. Heu­te arbei­ten sie in grö­ße­ren Räum­lich­kei­ten auf einem Gara­gen­hof und aus dem, was ein­mal neben­bei begann, ist längst etwas gewor­den, das eine ech­te beruf­li­che Per­spek­ti­ve bie­tet.

Zwei Brü­der, ein Unter­neh­men und ein gemein­sa­mes Ziel

Ein Fami­li­en­un­ter­neh­men klingt nach Zusam­men­halt, kur­zen Wegen und blin­dem Ver­ständ­nis. Doch die bei­den Brü­der machen kei­nen Hehl dar­aus, dass gemein­sa­mes Arbei­ten inner­halb der Fami­lie auch sei­ne ganz eige­nen Her­aus­for­de­run­gen mit sich bringt. Wo bei frem­den Kol­le­gen man­ches sach­li­cher aus­ge­spro­chen wird, kann es unter Geschwis­tern durch­aus direk­ter wer­den. Dass man sich auch ein­mal anschreit, gehört nach ihrer eige­nen Aus­sa­ge dazu. Ent­schei­dend ist jedoch, dass am Ende bei­de das­sel­be wol­len.

Gera­de dar­in liegt eine beson­de­re Stär­ke von Shi­ny Brot­hers. Hier arbei­ten nicht zwei Men­schen zusam­men, die sich zufäl­lig über eine Stel­len­an­zei­ge ken­nen­ge­lernt haben. Hier bau­en zwei Brü­der gemein­sam etwas auf, des­sen Ent­wick­lung sie vom ers­ten Fahr­zeug an erlebt haben. Jeder bringt sei­ne eige­nen Stär­ken ein. Wäh­rend sich Auf­ga­ben rund um Fahr­zeug­pfle­ge und Auf­be­rei­tung ergän­zen, spielt auch Social Media eine wich­ti­ge Rol­le. Denn wer gleich­zei­tig arbei­tet, filmt und Inhal­te erstellt, merkt schnell, wie schwie­rig es ist, alles allein abzu­de­cken. Auch hier unter­stüt­zen sich die Brü­der gegen­sei­tig.

Für einen der bei­den wird aus dem bis­he­ri­gen Auf­bau nun ein beson­ders gro­ßer per­sön­li­cher Schritt. Er hat sei­ne bis­he­ri­ge beruf­li­che Tätig­keit gekün­digt und rich­tet sei­nen Fokus auf Shi­ny Brot­hers. Zuvor arbei­te­te er in einem kör­per­lich for­dern­den Schicht­sys­tem. Der Unter­schied zu heu­te könn­te kaum grö­ßer sein. Statt mono­to­ner Arbeit für ein Ergeb­nis, zu dem kaum eine per­sön­li­che Ver­bin­dung bestand, wächst nun etwas Eige­nes. Etwas, bei dem der eige­ne Ein­satz unmit­tel­bar sicht­bar wird. Genau die­se Per­spek­ti­ve ist es, die aus einem Neben­ge­wer­be nach und nach eine Lebens­ent­schei­dung macht.

Das lang­fris­ti­ge Ziel ist dabei klar: Shi­ny Brot­hers soll wei­ter wach­sen. Irgend­wann möch­ten die Brü­der bei­de voll­stän­dig im Unter­neh­men arbei­ten und per­spek­ti­visch auch Arbeits­plät­ze schaf­fen. Noch ste­hen sie am Anfang die­ses Weges, doch aus der impro­vi­sier­ten Auf­be­rei­tung im pri­va­ten Umfeld ist längst ein Unter­neh­men mit Ambi­tio­nen gewor­den.

Wachs­tum ohne klas­si­sche Wer­bung

Bemer­kens­wert ist dabei, wie orga­nisch Shi­ny Brot­hers bis­her gewach­sen ist. Auf klas­si­sche bezahl­te Wer­bung haben die Brü­der bis­lang ver­zich­tet. “Wir haben auch tat­säch­lich noch kei­ne Wer­bung geschal­tet. Wir haben immer nur Social Media gemacht”, erklä­ren sie. Vie­les ent­stand durch Emp­feh­lun­gen, per­sön­li­che Kon­tak­te und die Sicht­bar­keit ihrer Arbeit in den sozia­len Netz­wer­ken.

Dabei beschränkt sich der Blick der Brü­der längst nicht nur auf klas­si­sche Pkw. Grund­sätz­lich möch­ten sie ihre Auf­be­rei­tung für nahe­zu alles anbie­ten, was über einen Lack ver­fügt. Ob All­tags­au­to, Motor­rad, Wohn­mo­bil, Boot oder beson­de­res Lieb­ha­ber­fahr­zeug: Ent­schei­dend ist für sie, die Pfle­ge an das jewei­li­ge Fahr­zeug und des­sen Anfor­de­run­gen anzu­pas­sen. Gera­de die­se Offen­heit passt zu der Geschich­te von Shi­ny Brot­hers, denn auch das Unter­neh­men selbst ist nicht nach einem star­ren Plan ent­stan­den, son­dern hat sich mit jeder neu­en Anfra­ge ein Stück wei­ter­ent­wi­ckelt.

Gera­de für einen jun­gen Betrieb ist das eine Ent­wick­lung, die zeigt, wel­chen Stel­len­wert Ver­trau­en bei einer Dienst­leis­tung wie der Fahr­zeug­auf­be­rei­tung besitzt. Wer sein Auto in frem­de Hän­de gibt, möch­te wis­sen, dass sorg­fäl­tig gear­bei­tet wird. Ein glän­zen­des Ergeb­nis lässt sich foto­gra­fie­ren, doch der Ruf dahin­ter ent­steht vor allem dadurch, dass Kun­den zufrie­den nach Hau­se fah­ren und ihre Erfah­run­gen wei­ter­erzäh­len.

Wie vie­le Fahr­zeu­ge an einem Tag auf­be­rei­tet wer­den, lässt sich des­halb momen­tan nicht pau­schal beant­wor­ten. Die Auf­trags­la­ge schwankt noch, gleich­zei­tig ver­än­dert sich mit dem Schritt ins Haupt­ge­wer­be auch der ver­füg­ba­re zeit­li­che Rah­men. Dass den­noch noch Luft nach oben gese­hen wird, gehört für die Brü­der zur unter­neh­me­ri­schen Hal­tung. Oder wie sie es selbst for­mu­lie­ren: “Ich glau­be, kein Unter­neh­mer wür­de sagen, es reicht.”

Mit dem Wachs­tum rücken des­halb inzwi­schen auch grö­ße­re und lang­fris­ti­ge Part­ner­schaf­ten stär­ker in den Fokus. Per­spek­ti­visch möch­ten die Brü­der nicht nur ein­zel­ne Pri­vat­kun­den betreu­en, son­dern eben­so mit Auto­häu­sern, Auto­ver­mie­tun­gen, Fuhr­parks oder ande­ren Unter­neh­men mit grö­ße­ren Fahr­zeug­be­stän­den zusam­men­ar­bei­ten. Ziel ist es, auch grö­ße­re Stück­zah­len zuver­läs­sig und fle­xi­bel bear­bei­ten zu kön­nen, ohne dabei den Anspruch an die Qua­li­tät aus den Augen zu ver­lie­ren. Für Shi­ny Brot­hers wäre das der nächs­te logi­sche Schritt auf einem Weg, der einst mit ein­zel­nen Fahr­zeu­gen im pri­va­ten Umfeld begon­nen hat.

Ver­bun­den mit Bad Harz­burg und dem Harz

Shi­ny Brot­hers möch­te dabei nicht nur wirt­schaft­lich in der Regi­on wach­sen. Auch loka­les Enga­ge­ment spielt für die Brü­der bereits eine Rol­le. Mög­lich­kei­ten für Spon­so­ring im Fuß­ball wer­den geprüft, zudem waren sie nach eige­nen Anga­ben bereits im Umfeld einer Old­ti­mer­ral­lye des ADAC enga­giert. Für ein Unter­neh­men, das erst seit ver­gleichs­wei­se kur­zer Zeit besteht, zeigt sich dar­in ein Anspruch, der über die eige­ne Werk­statt hin­aus­geht: Wer im Harz etwas auf­bau­en möch­te, will auch Teil der Regi­on sein.

Viel­leicht ist genau das der Kern der Geschich­te von Shi­ny Brot­hers. Es ist nicht nur eine Geschich­te über sau­be­re Fahr­zeu­ge, glän­zen­den Lack oder pro­fes­sio­nel­le Auf­be­rei­tung. Es ist eine Geschich­te dar­über, wie aus Kön­nen Nach­fra­ge wird, aus Nach­fra­ge Mut und aus Mut schließ­lich die Ent­schei­dung, den eige­nen beruf­li­chen Weg ein­zu­schla­gen. Zwei Brü­der haben in einer Gara­ge ange­fan­gen, zunächst für sich selbst und ihre Fami­lie. Heu­te ste­hen sie an einem Punkt, an dem aus dem eins­ti­gen Neben­pro­jekt Schritt für Schritt eine gemein­sa­me Zukunft ent­steht.

Und wäh­rend bei Shi­ny Brot­hers wei­ter­hin Fahr­zeu­ge neu­en Glanz bekom­men, polie­ren die bei­den Brü­der zugleich an etwas, das sich nicht mit Maschi­ne, Tuch oder Pfle­ge­mit­tel errei­chen lässt: an ihrem eige­nen Traum vom erfolg­rei­chen Fami­li­en­un­ter­neh­men mit­ten in Bad Harz­burg.

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