Wer durch die Altstadt von Quedlinburg läuft, entdeckt viele kleine Läden mit Geschichte. Einer davon ist das Kunst- und Auktionshaus Quedlinburg. Hinter der eher zurückhaltenden Fassade verbirgt sich ein Ort, an dem regelmäßig Werte entdeckt werden, die selbst Experten überraschen – und an dem aus vermeintlichen Dachbodenfunden echte Sammlerstücke werden können.
Aktuell sorgt vor allem ein außergewöhnliches Stück für internationale Aufmerksamkeit: ein goldener LEGO-Stein aus 585er Gelbgold, der in der kommenden 79. Auktion am 09. Mai unter den Hammer kommt. In Sammlerkreisen gilt er als absolute Rarität – und könnte zum spektakulärsten Los des Tages werden.
Vom Zufall zur eigenen Bühne
Der Weg von Inhaber Henry Thurisch in die Welt der Auktionen begann alles andere als geplant. Ein Freund aus dem Antiquitätenhandel brachte ihn auf die Idee, ein Auktionshaus zu übernehmen. „Henry, möchtest du nicht ein Auktionshaus kaufen?“, erinnert er sich. Kurz darauf stand er vor einer Entscheidung, die sein Leben verändern sollte.
Mit gerade einmal 29 Jahren übernahm er das Haus und musste sich zunächst gegen Skepsis behaupten. „Da sitzt ein Jungspund und will alte Sachen verkaufen“, beschreibt er die Reaktionen. Doch genau dieser frische Blick wurde zu seinem Vorteil. Schritt für Schritt entwickelte er das Auktionshaus zu einer festen Größe in der Region und darüber hinaus.
Wenn aus 300 Euro plötzlich 24.000 werden
Was den Alltag im Auktionshaus so besonders macht, sind die Geschichten hinter den Objekten. Immer wieder zeigt sich, dass vermeintlich unscheinbare Stücke ihren wahren Wert erst auf der Auktion entfalten.
Ein Gemälde, das ursprünglich für 300 Euro verkauft werden sollte, erzielte am Ende rund 24.000 Euro. „Die haben am nächsten Tag angerufen und gefragt, ist denn das wirklich wahr?“, erzählt Thurisch. Solche Momente sind es, die den Reiz des Berufs ausmachen.
Auch andere Stücke sorgen regelmäßig für Überraschungen. Eine fast entsorgte Bodenvase brachte über 3.000 Euro und steht heute in einem New Yorker Penthouse. Besonders eindrucksvoll war auch ein sogenannter Lichtertürke – eine erzgebirgische Räucherfigur in Türkengestalt aus der Werkstatt Füchtner in Seiffen. Das Stück war mit nur 20 Euro angesetzt, Thurisch rechnete mit vielleicht 500 bis 600 Euro. Am Ende fiel der Hammer jedoch erst bei 1.400 Euro – fast das Siebzigfache des Startpreises. Genau diese unerwarteten Wendungen machen jede Auktion spannend.
Der goldene Stein: Der Heilige Gral der LEGO-Sammler
Ein besonderes Highlight der kommenden Auktion ist jedoch ein Objekt, das weit über die Region hinaus Aufmerksamkeit erregt: ein goldener LEGO-Stein.
Die goldenen LEGO-Steine wurden aus 585er Gelbgold gefertigt und von der LEGO GmbH in Hohenwestedt als Jubiläumsgabe an langjährige Mitarbeiter verliehen. Das vorliegende Exemplar stammt aus dem Oktober 1986 und wurde anlässlich eines 20-jährigen Dienstjubiläums überreicht. Besonders wertvoll macht ihn das originale Begleitschreiben der Geschäftsleitung, unterzeichnet von Dr. Gerd Balke, damals Geschäftsführer, sowie Hilmar Scheinpflug.
Diese dokumentierte Herkunft direkt aus dem Werk ist für die internationale Sammlerszene ein entscheidendes Echtheitsmerkmal. Die Gesamtzahl der produzierten Exemplare wird auf nur wenige Dutzend geschätzt. Entsprechend gilt dieses Stück unter Sammlern als „Heiliger Gral“ der LEGO-Welt.
Der Startpreis liegt bei 5.000 Euro, doch Henry Thurisch rechnet mit deutlich mehr. Bereits jetzt sorgt der Stein auf Social Media für große Resonanz. Ein Instagram-Video dazu erreichte innerhalb kurzer Zeit mehr als 24.000 Aufrufe allein im deutschsprachigen Raum. Auch international ist das Interesse groß – zuletzt ging ein ähnlicher Stein nach Japan.
Schätze schätzen – kostenlos und ohne Termin
Neben den großen Auktionen bietet das Kunst- und Auktionshaus Quedlinburg auch ein Format an, das viele Menschen in der Region noch gar nicht kennen: „Schätze schätzen“.
Einmal im Monat können Interessierte ohne Termin und völlig kostenlos mit ihren Dachbodenfunden, Erbstücken oder Sammlungen vorbeikommen – ob Schmuck, Silber, Gemälde, Grafiken, Porzellan oder altes Spielzeug. Vor Ort gibt es eine fachliche Einschätzung, ob sich hinter dem vermeintlichen Trödel vielleicht doch ein wertvolles Sammlerstück verbirgt.
Das Angebot findet jeweils von 14 bis 17 Uhr sowohl in Quedlinburg als auch in der Außenstelle in Braunschweig statt. Viele Besucher kommen zunächst nur aus Neugier – und gehen mit einer echten Überraschung nach Hause. Die nächsten Termine finden Interessierte auf der Website, ein Aushang am Haus informiert zusätzlich.
Jetzt vorbesichtigen und live mitbieten
Die 79. Auktion findet am Samstag, 09. Mai, ab 10 Uhr statt. Wer sich vorab einen Überblick verschaffen möchte, kann sämtliche Objekte bereits vom 25. April bis 08. Mai persönlich besichtigen.
Die Vorbesichtigung ist jeweils montags, donnerstags, freitags und samstags von 10 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 16 Uhr möglich.
Ob als neugieriger Besucher, leidenschaftlicher Sammler oder aktiver Bieter – das Kunst- und Auktionshaus Quedlinburg lädt dazu ein, Geschichte nicht nur anzuschauen, sondern live mitzuerleben. Wer schon vorab stöbern möchte, findet den vollständigen Online-Katalog auf der Website des Hauses. Vielleicht wartet dort bereits das nächste große Fundstück.
Kunst- & Auktionshaus Quedlinburg
Henry Thurisch
📍Standort: Blasiistraße 21, 06484 Quedlinburg
📞Tel.: 03946 — 516106
✉️Email: mail@versteigerungshaus.de
🌐Website: www.versteigerungshaus.de (hier finden Sie auch weitere Termine)



















































