Bad Lauterberg. Die Wählergruppe im Rat (WgiR) erhebt schwere Vorwürfe gegen das Vorgehen des Bürgermeisters im Zusammenhang mit der geplanten Änderung des Flächennutzungsplans für Windkraft‑, Photovoltaik- und Agri-PV-Anlagen. In einer Pressemitteilung kritisiert sie die mangelnde Transparenz und verweigerte Beteiligung politischer Gremien sowie der Öffentlichkeit.
Antrag abgelehnt, Diskussion verweigert
Die WgiR hatte beantragt, die zuvor im Verwaltungsausschuss beschlossenen Änderungen des Flächennutzungsplans aufzuheben. Dieser Antrag sei fristgerecht eingereicht worden, werde aber vom Bürgermeister blockiert, indem er sich auf die Geschäftsordnung berufe. Nach § 5 Abs. 7 könnten Anträge zur Änderung früherer Beschlüsse nur behandelt werden, wenn der Verwaltungsausschuss dies empfiehlt – ein Vorschlag, der aber gar nicht eingebracht werde. Die WgiR weist darauf hin, dass diese Voraussetzung entfalle, wenn sich die Sach- und Rechtslage wesentlich geändert habe – was sie angesichts des lautstarken Widerstands in den Ortsteilen für gegeben hält.
Zweierlei Maß bei Anträgen?
Unverständnis äußert die Wählergruppe auch darüber, dass ein nach ihrer Einschätzung fehlerhafter Antrag der CDU für eine Bürgerbefragung hingegen auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Seit der Reform der Niedersächsischen Kommunalverfassung im Jahr 2016 sei nicht mehr von Bürger‑, sondern von Einwohnerbefragungen die Rede. Letztere würden bereits Personen ab 14 Jahren einbeziehen. Eine Durchführung als Bürgerbefragung wäre damit rechtlich unzulässig, so die WgiR.
Jugendbeteiligung bleibt Versprechen
Die WgiR erinnert zudem daran, dass der Bürgermeister zu Beginn seiner Amtszeit mehr Jugendbeteiligung zugesagt habe – Stichwort Jugendparlament –, bislang aber nichts unternommen worden sei. Der CDU wird inkonsequentes Handeln vorgeworfen, da sie nun einen Antrag einreiche, der erneut eine eingeschränkte Beteiligung junger Menschen ermögliche.
Ortsräte übergangen
Weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Einbindung der Ortsräte. Eine von der WgiR angeregte Einwohnerbefragung auf Ebene der Ortsteile sei ignoriert worden. Stattdessen habe die CDU kurzfristig einen allgemeinen Befragungsantrag gestellt, ohne die Ortsräte einzubeziehen. Besonders irritiert zeigt sich die Wählergruppe darüber, dass im Fall des Ortsteils Osterhagen keine Anhörung stattfand, während gleichzeitig eine Bürgerbefragung dort erlaubt werden solle.
Zum Abschluss zitiert die WgiR Friedrich Schiller: „Wir könnten viel erreichen, wenn wir nur zusammenstehen würden.“





























