Die SPD-Kreistagsfraktion Göttingen will Landrat Marcel Riethig vorübergehend die Führung der Dienstgeschäfte untersagen. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in der nächsten Sitzung des Kreistages am 17. März zur Abstimmung stellen.
Fraktionsvorsitzender Dr. Thorsten Heinze begründete den Vorstoß mit der aktuell angespannten Situation innerhalb der Kreisverwaltung. Ziel sei es, die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger zu sichern.
Arbeitsfähigkeit der Verwaltung sichern
Nach Ansicht der SPD-Fraktion ist ein regulärer Verwaltungsbetrieb derzeit kaum möglich. Hintergrund seien zahlreiche Vorwürfe aus der Verwaltungsspitze gegen den Landrat, die die objektive Aufgabenerfüllung beeinträchtigten.
Der Kreistag sei als oberste Dienstbehörde des Landrats verpflichtet zu handeln, um sowohl seiner Fürsorgepflicht gegenüber dem Landrat als auch gegenüber den Beschäftigten der Verwaltung gerecht zu werden. Mit dem vorgeschlagenen Schritt solle Riethig aus der aktuellen Situation herausgenommen werden. Eine inhaltliche Bewertung der Vorwürfe sei damit nicht verbunden.
Rechtliche Grundlage im Beamtenstatusgesetz
Als rechtliche Grundlage nennt die SPD-Fraktion das Beamtenstatusgesetz. In Paragraf 39 ist vorgesehen, dass Beamtinnen und Beamten aus zwingenden dienstlichen Gründen vorübergehend die Führung der Dienstgeschäfte untersagt werden kann.
Nach Einschätzung der SPD-Fraktion liegen solche Gründe in der derzeitigen Lage vor. Heinze rief die demokratischen Fraktionen im Kreistag dazu auf, den Antrag gemeinsam zu unterstützen, um ein Zeichen für die Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu setzen.
Klärung der Verwaltungsleitung angestrebt
Zusätzlich bittet die SPD-Fraktion die Kommunalaufsicht um Prüfung, ob im Falle eines solchen Verbots eine unabhängige Person vorübergehend mit der Leitung der Verwaltung betraut werden kann.
Nach Einschätzung der SPD erscheine es angesichts der aktuellen Situation schwierig, die übliche Stellvertretung durch die Erste Kreisrätin zu nutzen. Daher sollten auch alternative, objektive Lösungen geprüft werden.





























