Der Umgang von Kindern und Jugendlichen mit sozialen Medien steht zunehmend im Fokus der öffentlichen Debatte. Nachdem Australien Social Media für Kinder verboten hat, wird auch in Deutschland über Altersgrenzen diskutiert. Viele Eltern fragen sich, ab wann intensiver Medienkonsum problematisch wird – und wie sich einer Sucht vorbeugen lässt.
Nach Einschätzung von Gunnar Mollenhauer von der IKK gesund plus gibt es klare Empfehlungen zur täglichen Bildschirmzeit. Grundlage sind die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Demnach sollten Kinder unter drei Jahren vollständig auf Bildschirmmedien verzichten. Bis zum sechsten Lebensjahr gelten höchstens 30 Minuten täglich als vertretbar – und nur in Begleitung der Eltern. Für Sechs- bis Neunjährige werden maximal 45 Minuten empfohlen, bis zwölf Jahre eine Stunde und bis 16 Jahre nicht mehr als zwei Stunden pro Tag.
Problematisch wird die Nutzung, wenn soziale Medien, Streamingangebote oder Computerspiele den Alltag dominieren. Wenn persönliche Kontakte, Hobbys oder schulische Leistungen darunter leiden, kann das ein Warnsignal sein. Auch starke Unruhe oder Aggressionen beim Einschränken der Medienzeit gelten als mögliche Hinweise auf eine Abhängigkeit. Körperliche Beschwerden wie trockene Augen oder anhaltendes Unwohlsein können ebenfalls auftreten.
Mollenhauer rät, frühzeitig gegenzusteuern. Pauschale Verbote hält er für wenig zielführend. Stattdessen seien klare Regeln im Alltag entscheidend – etwa feste Nutzungszeiten, medienfreie Räume und Gespräche über Inhalte. Ebenso wichtig seien attraktive Alternativen wie Sport, gemeinsame Aktivitäten oder kreative Beschäftigungen. Wenn sich problematisches Verhalten verfestigt und im familiären Umfeld keine Lösung gefunden wird, könne professionelle Unterstützung durch Suchtberatungsstellen sinnvoll sein.





























