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Schrau­be-Muse­um eröff­net Aus­stel­lung zu Pia und Wal­ter Ebe­l­ing

Das Städ­ti­sche Muse­um Hal­ber­stadt eröff­net am 24. April im Schrau­be-Muse­um die Son­der­aus­stel­lung Stein(chen) um Stein(chen) – Kunst am Bau aus Hal­ber­stadt von Wal­ter und Pia Ebe­l­ing. Im Mit­tel­punkt ste­hen Arbei­ten und Ent­wür­fe des Künst­ler­paa­res, das den Wie­der­auf­bau der Stadt und das kul­tu­rel­le Leben der Regi­on nach 1945 mit­präg­te.

Wal­ter Ebe­l­ing, 1908 in Mag­de­burg gebo­ren, und die 1909 in Kat­to­witz gebo­re­ne Pia Janot­ta lern­ten sich an der Kunst­aka­de­mie Bres­lau ken­nen. Bei­de schlos­sen dort ihr Kunst­leh­rer­ex­amen ab und hei­ra­te­ten 1934. Nach ihrer Flucht aus Schle­si­en erreich­te die Fami­lie Anfang 1945 das weit­ge­hend unzer­stör­te Hal­ber­stadt. Nach Wal­ters Rück­kehr aus dem Krieg lie­ßen sich bei­de dort nie­der, wirk­ten als Leh­ren­de und Künst­ler am Wie­der­auf­bau mit und enga­gier­ten sich unter ande­rem im Kul­tur­bund, in Arbei­ter­zir­keln der Elmo-Wer­ke in Wer­ni­ge­ro­de sowie beim Auf­bau des Berufs­ver­bands Bil­den­der Künst­ler.

Kunst­ver­ständ­nis und Mosa­ik­ar­bei­ten

Früh for­mu­lier­ten Pia und Wal­ter Ebe­l­ing ihren künst­le­ri­schen Anspruch, Kunst nicht nur nach Inhalt und Form, son­dern vor allem nach ihrem Bezug zu den Men­schen zu beur­tei­len. Ende der 1940er-Jah­re ent­wi­ckel­ten sie das kera­mi­sche Mosa­ik­wand­bild und per­fek­tio­nier­ten die­se Tech­nik ab 1952. Ihre Arbei­ten ver­bin­den kon­struk­ti­ve Klar­heit mit natur­haf­ten Bild­wir­kun­gen. Kubis­ti­sche Ele­men­te nutz­ten sie zur inhalt­li­chen Zuspit­zung, gegen­stands­lo­se Male­rei lehn­ten sie ab.

Ihre Wer­ke sind bis heu­te in Hal­ber­stadt, im Harz und dar­über hin­aus sicht­bar. Das Muse­um hebt her­vor, dass die Arbei­ten des Künst­ler­paa­res ein eigen­stän­di­ges Kunst­ver­ständ­nis zei­gen, ohne sich der DDR-Pro­pa­gan­da anzu­pas­sen. Pia Ebe­l­ing starb 1983, Wal­ter Ebe­l­ing 1988.

Erst­mals Ori­gi­na­le aus dem Nach­lass

Bereits 2010 erhielt das Muse­um vom Sohn des Künst­ler­paa­res mehr als 100 Ent­wurfs­zeich­nun­gen als Schen­kung. Sie doku­men­tie­ren den Ent­ste­hungs­pro­zess des gemein­sa­men Lebens­werks. Eine Aus­wahl die­ser Arbei­ten wird nun erst­mals öffent­lich im Ori­gi­nal gezeigt. Dazu gehö­ren auch zwei groß­for­ma­ti­ge Ent­wür­fe des Mosa­iks aus dem frü­he­ren Stadt­ca­fé.

Anlass der Aus­stel­lung ist die lau­fen­de Ideen­samm­lung zur künf­ti­gen Nut­zung des 2023 von der Stadt erwor­be­nen Gebäu­des. Des­halb rückt auch das erhal­te­ne Mosa­ik aus dem 1963 eröff­ne­ten Stadt­ca­fé am Brei­ten Weg in den Fokus. Es gilt als bedeu­ten­des Zeug­nis der Hal­ber­städ­ter Stadt­ar­chi­tek­tur.

Begleit­pro­gramm bis August

Gezeigt wer­den außer­dem Ent­wür­fe zu wei­te­ren Arbei­ten der Ebe­l­ings, dar­un­ter Mosai­ke im Was­ser­werk Wien­ro­de und in der Hal­ber­städ­ter Stadt­apo­the­ke, ein Gemäl­de zur Hal­ber­städ­ter Schicht im Gym­na­si­um Mar­ti­ne­um sowie Pla­ka­t­ent­wür­fe für die Welt­fest­spie­le der 1950er-Jah­re in Ber­lin. Auch aktu­el­le bau­li­che Ent­wick­lun­gen am Brei­ten Weg wer­den mit Ent­wurfs­plä­nen und Model­len in die Aus­stel­lung ein­be­zo­gen.

Der Geschichts­ver­ein für Hal­ber­stadt und das nörd­li­che Harz­vor­land unter­stützt das Pro­jekt mit der Finan­zie­rung einer Biber­post-Brief­mar­ke mit dem Mosa­ik aus der Stadt­apo­the­ke. Sie ist ab dem 24. April zusam­men mit einem Umschlag exklu­siv im Schrau­be-Muse­um gegen eine Spen­de erhält­lich.

Bis zur Finis­sa­ge am 16. August 2026 ist ein Begleit­pro­gramm mit Füh­run­gen, Gesprächs­aben­den mit Zeit­zeu­gin­nen und Zeit­zeu­gen sowie Krea­tiv­an­ge­bo­ten geplant. Die fei­er­li­che Eröff­nung beginnt am Frei­tag, 24. April 2026, um 18 Uhr in der Aus­stel­lungs­scheu­ne des Schrau­be-Muse­ums in der Voig­tei 49. Zur Eröff­nung wird Ober­bür­ger­meis­ter Dani­el Sza­ra­ta erwar­tet. Am Eröff­nungs­tag ist der Ein­tritt in das Schrau­be-Muse­um frei. Für die Teil­nah­me an der Aus­stel­lungs­er­öff­nung bit­tet das Muse­um um Anmel­dung tele­fo­nisch unter 03941 551474 oder per E‑Mail an aufsicht@halberstadt.de.

Foto: Pho­to-Stu­dio Mahl­ke, Heinz Ebert, Hol­ger Wege­ner

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