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Sanie­rung der Schach­trupp-Vil­la wird deut­lich teu­rer als geplant

Die Schach­trupp-Vil­la in Oster­ode am Harz ist ein Kul­tur­denk­mal von lan­des­wei­ter Bedeu­tung. Mit dem Umbau zur moder­nen Stadt­bi­blio­thek ent­steht hier eines der größ­ten Bau­pro­jek­te der ver­gan­ge­nen Jah­re. Doch der Sanie­rungs­ver­lauf stellt die Stadt vor erheb­li­che Her­aus­for­de­run­gen: Der Kos­ten­rah­men muss auf­grund uner­war­te­ter Pro­ble­me erneut ange­passt wer­den.

Kos­ten stei­gen auf über elf Mil­lio­nen Euro

Die Gesamt­kos­ten belau­fen sich nun auf rund 11,37 Mil­lio­nen Euro – bis zu 2,8 Mil­lio­nen Euro mehr als bis­lang ver­an­schlagt. Ursa­che dafür sind vor allem schwer­wie­gen­de Schä­den in der alten Bau­sub­stanz sowie tech­ni­sche und denk­mal­pfle­ge­ri­sche Anfor­de­run­gen, die zu Ver­zö­ge­run­gen im Bau­ab­lauf führ­ten.

Ein erheb­li­cher Kos­ten­fak­tor war der mas­si­ve Befall mit ech­tem Haus­schwamm. Die Bekämp­fung erfor­der­te umfang­rei­che Heiß­luft- und Che­mie­be­hand­lun­gen sowie den Aus­tausch zer­stör­ter Holz­bau­tei­le. In eini­gen Berei­chen muss­ten his­to­ri­sche Fach­werk­kon­struk­tio­nen voll­stän­dig erneu­ert wer­den.

Sub­stanz­män­gel und Denk­mal­schutz sor­gen für wei­te­re Ver­zö­ge­run­gen

Wei­te­re Schä­den wur­den am Gebäu­de­so­ckel, in Fach­werk- und Decken­kon­struk­tio­nen fest­ge­stellt. In den Decken muss­ten tra­gen­de Struk­tu­ren ver­stärkt wer­den, auch der Dach­stuhl muss­te voll­stän­dig neu errich­tet wer­den.

Zudem ver­lang­ten Abstim­mun­gen mit Denk­mal­schutz­be­hör­den – etwa zur Restau­rie­rung bau­zeit­li­cher Male­rei­en oder zur Fas­sa­den­ge­stal­tung – zusätz­li­chen Zeit­auf­wand. Wie­der­hol­te Aus­schrei­bun­gen wegen Fach­kräf­te­man­gels sowie eine kürz­lich fest­ge­stell­te Schad­stoff­be­las­tung führ­ten zu wei­te­ren Ver­zö­ge­run­gen und Kos­ten­stei­ge­run­gen.

Stadt setzt auf zusätz­li­che För­de­rung

Trotz der Pro­ble­me ist der Bau­fort­schritt deut­lich sicht­bar. Tech­ni­sche Instal­la­tio­nen sind weit­ge­hend abge­schlos­sen, Male­rei­en im Fest­saal restau­riert, Fas­sa­den­ele­men­te ergänzt und Fens­ter erneu­ert. Bür­ger­meis­ter Jens Augat zeigt sich zuver­sicht­lich, wei­te­re För­der­mit­tel ein­wer­ben zu kön­nen, um die finan­zi­el­le Mehr­be­las­tung für die Stadt zu redu­zie­ren.

Ein Pro­jekt mit Sym­bol­kraft

Augat betont die Bedeu­tung des Pro­jekts für die Stadt: Die Sanie­rung sei eine Her­aus­for­de­rung, aber auch eine Chan­ce, ein iden­ti­täts­stif­ten­des Wahr­zei­chen zu bewah­ren und gleich­zei­tig einen moder­nen Ort für Bil­dung und Begeg­nung zu schaf­fen.


Foto: Stadt Oster­ode am Harz

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