Goslar(red). Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2024 zeigt einen bemerkenswerten Rückgang der Straftaten sowie eine erhöhte Aufklärungsquote. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Delikte um 921 auf 8.456 Fälle. Die Aufklärungsquote erreichte mit 64,97 Prozent den zweithöchsten Stand der letzten zehn Jahre. Die errechnete Häufigkeitszahl von 6.288, ein Indikator für die Kriminalitätsbelastung, liegt deutlich unter dem Landesdurchschnitt und bestätigt, dass der Landkreis Goslar zu den sichersten Regionen in Niedersachsen zählt.
Spezifische Deliktbereiche
In den verschiedenen Phänomenbereichen waren die Fallzahlen größtenteils rückläufig oder blieben stabil. Delikte gegen das Leben verringerten sich auf zehn Fälle, von denen sieben im Versuchsstadium stecken blieben. Vollendete vorsätzliche Tötungsdelikte wurden nicht registriert. Obwohl die Sexualdelikte einen geringfügigen Anstieg um drei Fälle verzeichneten, bleiben sie nahezu auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Straßenkriminalität, die vorrangig den öffentlichen Raum betrifft, zeigt ebenfalls eine erfreuliche Tendenz mit einem niedrigen Niveau im Zehnjahresvergleich. Dies unterstreicht die relative Sicherheit des öffentlichen Raumes in Goslar. Rohheitsdelikte sind leicht rückläufig, trotz eines Anstiegs bei Bedrohungen um 60 Fälle. Die Zahl der Körperverletzungsdelikte sank um 99 Taten.
Gewalt gegen Polizeibeamte und häusliche Gewalt
Die Gewalt gegen Polizeibeamte nahm leicht ab, wobei 67 Taten registriert wurden, gegenüber 83 Fällen im Vorjahr. Im Bereich der häuslichen Gewalt wurde ein kontinuierlicher Anstieg festgestellt, mit 643 gemeldeten Fällen, was einen Anstieg um 49 Fälle darstellt.
Eigentumskriminalität und Vermögensdelikte
Die Eigentumsdelikte verzeichneten insgesamt einen Rückgang um 12,79 Prozent. Einzelne Bereiche wie der schwere Diebstahl an und aus Kraftfahrzeugen zeigten jedoch einen Anstieg. Wohnungseinbruchsdiebstähle und Tageswohnungseinbrüche sanken um 30 Prozent. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich erreichte mit 26,73 Prozent einen herausragenden Wert.
Vermögens- und Fälschungsdelikte sind insgesamt rückläufig, mit 1.354 Fällen und einer steigenden Aufklärungsquote von 16,06 Prozent. Eine große Zahl der Täter agiert jedoch aus dem Ausland, was die statistische Auswertung erschwert. In Goslar wurden allein 838 Auslandstaten im Bereich Betrug registriert.
Präventionsarbeit und Herausforderungen
Die polizeiliche Präventionsarbeit zeigt Erfolge, insbesondere bei der Sensibilisierung älterer Menschen gegen Betrügereien wie den Enkeltrick. Im Jahr 2024 wurden zwölf vollendete Taten und 40 Versuche registriert. Auch das Auftreten falscher Polizeibeamter ist rückläufig. Der finanzielle Schaden durch solche Delikte bleibt jedoch hoch, mit erheblichen Summen, die durch Betrügereien erbeutet wurden.
Die Polizei Goslar setzt ihre Bemühungen fort, um auch in zukünftigen Herausforderungen ein verlässlicher Partner zu bleiben.