Wenn am 4. Juli 2026 die Gitarren am Fuße der Teufelsmauer erklingen, wird das Rock Harz Open Air erneut tausende Fans anziehen. Längst hat sich das Festival jedoch nicht nur musikalisch einen Namen gemacht. Mit seinem Inklusionsprojekt „Kultur für alle“ gilt es inzwischen als Vorreiter für Barrierefreiheit bei Großveranstaltungen.
Inklusionscamp als Herzstück
Zentraler Bestandteil des Konzepts ist das Inklusionscamp. Was zunächst klein begann, wurde in den vergangenen Jahren deutlich erweitert. Im Jahr 2024 nutzten rund 300 Personen das Angebot, darunter mehr als 100 Gäste mit Behinderung sowie deren Begleitpersonen.
Das Camp bietet eine umfassende Infrastruktur. In Kooperation mit der Lebenshilfe Braunschweig ist ein Pflegedienst rund um die Uhr vor Ort. Das Sanitätshaus Werner & Habermalz unterstützt ehrenamtlich mit einem Reparaturservice für Rollstühle und stellt bei Bedarf Hilfsmittel bereit. Spezielle Rollstuhlübergänge, sichere Kabelbrücken und feste Wege – teils mithilfe ausrangierter Förderbänder aus dem Bergbau – sorgen für eine möglichst barrierefreie Nutzung des Geländes.
Weitere Verbesserungen für 2026
Für die Saison 2026 sind zusätzliche Maßnahmen angekündigt. Erstmals soll ein Mobilitätsservice mit E‑Rollstühlen angeboten werden. Zudem wird die sanitäre Infrastruktur durch spezielle „Toiletten für alle“-Container erweitert, die auch für Menschen mit komplexen Beeinträchtigungen geeignet sind.
Projektleiter Björn Schulz formuliert das Ziel klar: Jeder soll das Festival besuchen können – unabhängig von individuellen Einschränkungen.
Know-how für andere Veranstalter
Das Engagement endet nicht am eigenen Festivalzaun. Gemeinsam mit der HKES GmbH wurde das Projekt „UNGEHINDERT DABEI“ ins Leben gerufen. Ziel ist es, Erfahrungen und Strukturen weiterzugeben und damit auch andere Veranstaltungen inklusiver zu gestalten.
Mit rund 25.000 Besucherinnen und Besuchern zeigt das Rock Harz Open Air, dass Barrierefreiheit und Großveranstaltungen kein Widerspruch sein müssen. Das Festival versteht Inklusion nicht als Zusatzangebot, sondern als festen Bestandteil seines Konzepts.





























