Oliver Bottini verbindet in seinem Roman Die Summe aller Dinge einen komplexen Finanzskandal mit einem vielschichtigen Kriminalfall. Am 17. September stellt der vielfach ausgezeichnete Autor das Buch beim Mordsharz-Festival in Goslar vor.
Im Mittelpunkt des Romans stehen die Freunde Zaid, Freddy und Erik. Sie nutzen eine Gesetzeslücke bei Aktiengeschäften, um hohe Gewinne zu erzielen. Doch zu Beginn der Handlung sterben alle drei innerhalb weniger Tage: Zaid erschießt sich, Freddy wird von einem Auto überfahren und Erik wird in seiner Villa von einem Killer aufgesucht.
Hauptfigur ist Vera, eine Frankfurter Polizistin und Zaids Ehefrau. Sie will nicht nur herausfinden, was geschehen ist. Sie versucht auch zu verstehen, wer ihr Mann wirklich war und weshalb er sich auf die dubiosen Geschäfte eingelassen hat.
Ein Finanzskandal als Kriminalfall
Der sechsfache Gewinner des Deutschen Krimipreises hat für den Roman umfangreich recherchiert. Bottini erklärt die Mechanismen hinter den Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäften, ohne daraus einen trockenen Finanzkrimi zu machen. Im Vordergrund stehen die beteiligten Menschen, ihre Motive und ihre unterschiedlichen Vorstellungen von Schuld.
Während Zaid zunehmend von Gewissensbissen geplagt wird, sieht Freddy die Verantwortung vor allem beim Staat. Dieser habe die gesetzlichen Möglichkeiten geschaffen und trotz früher Hinweise nicht gehandelt. Vera wiederum ist überzeugt, dass Erik noch lebt und vor denjenigen flieht, die eine Aussage von ihm verhindern wollen.
Durch Rückblicke zeigt der Roman, wie sich die Freunde in das Geschäft verstrickten und welche Folgen ihre Entscheidungen hatten. Die Figuren lassen sich dabei nicht klar in Täter und Opfer einteilen. Bottini beschreibt ein weit verzweigtes Geflecht aus Finanzbranche, Kanzleien, Unternehmen und staatlichen Institutionen.
Der Roman macht deutlich, dass der Cum-Ex-Skandal nicht am Rand der Gesellschaft stattfand, sondern in deren wirtschaftlichem und institutionellem Zentrum. Bottini verbindet die politischen und finanziellen Hintergründe mit einer persönlichen Geschichte über Freundschaft, Verantwortung und Verrat.
Drei Lesungen in Goslar
Oliver Bottini liest am 17. September ab 19.30 Uhr im Großen Heiligen Kreuz in Goslar aus Die Summe aller Dinge. In einem begleitenden Gespräch soll es auch um die Hintergründe des Romans gehen.
Das Goslarer Festivalprogramm beginnt bereits um 18 Uhr mit Anne Stern und ihrem Roman Die weiße Nacht. Um 21 Uhr stellt Andrea Mara gemeinsam mit ihrer deutschen Stimme Nora Schulte den Thriller Alles ihre Schuld vor.
Am Vortag beginnt das Mordsharz-Festival in der Remise in Wernigerode. Dort lesen unter anderem Roland Lange aus Auf Harz und Nieren, Ulrike Gerold und Wolfram Hänel aus Tödlicher Hafen – Kokainküste sowie Ralf Kramp und Peter Godazgar aus Schuss mit Lustig. Außerdem wird der Literaturpreis Harzer Hammer verliehen.






























