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Nie­der­sach­sens Umwelt­mi­nis­ter Mey­er (Grü­ne): Bür­ger sol­len über Pfings­ten Was­ser spa­ren

Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer hat die Bürger zum Wassersparen aufgerufen
Der niedersächsische Umweltminister Christian Meyer hat die Bürger zum Wassersparen aufgerufen

Ange­sichts des war­men Pfingst­wo­chen­en­des hat der nie­der­säch­si­sche Umwelt­mi­nis­ter Chris­ti­an Mey­er (Bündnis90 / Die Grü­nen) die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger zu einem bewuss­ten und spar­sa­men Umgang mit Was­ser auf­ge­ru­fen.

Trotz wie­der­hol­ter Regen­fäl­le im Mai bleibt die Was­ser­si­tua­ti­on in Tei­len des Lan­des ange­spannt. Beson­ders die anhal­tend nied­ri­gen Grund­was­ser­stän­de berei­ten den Behör­den Sor­gen und ver­deut­li­chen nach Ein­schät­zung des Minis­ters die zuneh­men­den Her­aus­for­de­run­gen im Umgang mit den Fol­gen des Kli­ma­wan­dels.

Grund­was­ser­stän­de auf nied­ri­gem Niveau

In zahl­rei­chen Regio­nen Nie­der­sach­sens lie­gen die Grund­was­ser­stän­de der­zeit unter dem lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt. An meh­re­ren Mess­stel­len wur­den sogar außer­ge­wöhn­lich nied­ri­ge Wer­te regis­triert, die teil­wei­se neue Rekord­tiefs erreicht haben. Die Regen­fäl­le der ver­gan­ge­nen Wochen konn­ten die Defi­zi­te offen­bar nur begrenzt aus­glei­chen.

Nach Ein­schät­zung von Fach­leu­ten reicht kurz­fris­ti­ger Nie­der­schlag häu­fig nicht aus, um aus­ge­trock­ne­te Böden nach­hal­tig zu durch­feuch­ten und die tie­fer lie­gen­den Grund­was­ser­spei­cher wie­der aus­rei­chend auf­zu­fül­len.

Weni­ger Was­ser in den Harz-Tal­sper­ren

Auch die Was­ser­vor­rä­te in den Harz-Tal­sper­ren geben Anlass zur Sor­ge. Die Spei­cher­be­cken, die für die Was­ser­wirt­schaft und Ver­sor­gung in Nie­der­sach­sen eine wich­ti­ge Rol­le spie­len, sind deut­lich weni­ger gefüllt als zu die­ser Jah­res­zeit üblich.

Die Ent­wick­lung zeigt, dass die Was­ser­re­ser­ven wei­ter­hin unter Druck ste­hen und die Aus­wir­kun­gen tro­cke­ner Peri­oden noch immer spür­bar sind.

Hohe Tem­pe­ra­tu­ren ver­schär­fen die Lage

Die Wet­ter­pro­gno­sen ver­schär­fen die Situa­ti­on zusätz­lich. Für das Pfingst­wo­chen­en­de wer­den Tem­pe­ra­tu­ren von bis zu 30 Grad Cel­si­us erwar­tet. Mit stei­gen­den Tem­pe­ra­tu­ren nimmt nicht nur die Ver­duns­tung deut­lich zu, son­dern in der Regel auch der Was­ser­ver­brauch.

Gera­de an war­men Fei­er­ta­gen steigt der Bedarf in pri­va­ten Haus­hal­ten häu­fig spür­bar an – etwa durch Gar­ten­be­wäs­se­rung, das Befül­len von Pools oder ande­re was­ser­in­ten­si­ve Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten.

Minis­ter appel­liert an Bür­ger und Land­wirt­schaft

Vor die­sem Hin­ter­grund appel­liert Umwelt­mi­nis­ter Mey­er an die Bevöl­ke­rung, frei­wil­lig Was­ser ein­zu­spa­ren. Er bit­tet dar­um, mög­lichst auf das Befül­len pri­va­ter Pools zu ver­zich­ten und Gär­ten nur ein­ge­schränkt oder mög­lichst gar nicht zu bewäs­sern.

Auch in der Land­wirt­schaft sei­en Maß­nah­men gefragt, um den Was­ser­ver­brauch effi­zi­en­ter zu gestal­ten. Land­wir­tin­nen und Land­wir­te soll­ten Fel­der nach Mög­lich­keit in den Nacht­stun­den bereg­nen, da zu die­sen Zei­ten die Ver­duns­tungs­ver­lus­te gerin­ger aus­fal­len und das ein­ge­setz­te Was­ser bes­ser genutzt wer­den kann.

Kli­ma­wan­del als lang­fris­ti­ge Her­aus­for­de­rung

Der Minis­ter sieht die aktu­el­le Lage nicht als kurz­fris­ti­ges Wet­ter­phä­no­men, son­dern als Aus­druck einer lang­fris­ti­gen Ent­wick­lung. Zuneh­men­de Dür­re- und Tro­cken­pe­ri­oden sei­en eine direk­te Fol­ge des Kli­ma­wan­dels und stell­ten die Was­ser­wirt­schaft vor wach­sen­de Her­aus­for­de­run­gen.

Zwar kom­me es im Win­ter häu­fi­ger zu Stark­re­gen­er­eig­nis­sen, doch die­se könn­ten die bestehen­den Defi­zi­te im Was­ser­haus­halt oft­mals nicht aus­glei­chen. Ein gro­ßer Teil des Was­sers flie­ße ober­fläch­lich ab, statt nach­hal­tig in Böden und Grund­was­ser­re­ser­voirs ein­zu­si­ckern.

Was­ser­spa­ren wird immer wich­ti­ger

Mey­ers Appell macht deut­lich, dass ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Umgang mit Was­ser zuneh­mend an Bedeu­tung gewinnt. Die Ent­wick­lung in Nie­der­sach­sen zeigt exem­pla­risch, wie selbst Regio­nen mit regel­mä­ßi­gen Nie­der­schlä­gen vor Her­aus­for­de­run­gen bei der Was­ser­ver­sor­gung und beim Schutz natür­li­cher Res­sour­cen ste­hen kön­nen.

Vor allem in Zei­ten stei­gen­der Tem­pe­ra­tu­ren und häu­fi­ger Tro­cken­pha­sen könn­te Was­ser­spa­ren künf­tig immer stär­ker zu einer gemein­sa­men gesell­schaft­li­chen Auf­ga­be wer­den.

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