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Nie­der­sach­sen. Das ist groß: Bür­ger erken­nen sich in 10-Mil­lio­nen-Image­kam­pa­gne nicht wie­der

Die neue Imagekampagne des Landes Niedersachsen stößt unter den Bürgern auf wenig Gegenliebe
Die neue Imagekampagne des Landes Niedersachsen stößt unter den Bürgern auf wenig Gegenliebe

10 Mil­lio­nen Euro Steu­er­geld: Teu­re Wer­be­kam­pa­gne mit gro­ßen Ambi­tio­nen

Mit dem Slo­gan „Nie­der­sach­sen, das ist groß“ will die Lan­des­re­gie­rung das Bun­des­land modern, viel­fäl­tig und zukunfts­ori­en­tiert prä­sen­tie­ren. Doch die mil­lio­nen­schwe­re Image­kam­pa­gne stößt zuneh­mend auf Kri­tik.

Vie­le Bür­ge­rin­nen und Bür­ger bekla­gen, dass sie sich in den Wer­be­bot­schaf­ten nicht wie­der­fin­den. Oppo­si­ti­on und Ver­bän­de stel­len zudem die Fra­ge, ob die ver­an­schlag­ten Kos­ten von rund zehn Mil­lio­nen Euro gerecht­fer­tigt sind.

In einer NDR-Online­um­fra­ge bewer­te­ten rund 63 % der Teil­neh­mer den Slo­gan nega­tiv. In einer Umfra­ge der Han­no­ver­schen All­ge­mei­nen Zei­tung hiel­ten sogar knapp 80 % ihn für wenig krea­tiv.

Nie­der­sach­sen als Zukunfts­stand­ort

Die Kam­pa­gne setzt auf groß­for­ma­ti­ge Pla­ka­te, Social-Media-Inhal­te und Wer­be­spots, die Nie­der­sach­sen als inno­va­ti­ven Wirt­schafts­stand­ort, attrak­ti­ves Rei­se­ziel und lebens­wer­ten Wohn­ort dar­stel­len.

Gezeigt wer­den moder­ne Arbeits­wel­ten, High­tech-Unter­neh­men, Küs­ten­land­schaf­ten und jun­ge Fami­li­en. Nach Anga­ben der Staats­kanz­lei soll damit das Image des Lan­des gestärkt und Fach­kräf­te sowie Inves­to­ren ange­lockt wer­den.

Pro­ble­me wer­den aus­ge­klam­mert: Bür­ger ver­mis­sen die Rea­li­tät

Doch gera­de die Dar­stel­lung sorgt vie­ler­orts für Unmut. In sozia­len Netz­wer­ken äußern zahl­rei­che Bür­ger, dass wich­ti­ge Lebens­rea­li­tä­ten aus­ge­blen­det wür­den. The­men wie maro­de Infra­struk­tur, Leh­rer­man­gel, lan­ge War­te­zei­ten bei Behör­den oder die ange­spann­te Lage vie­ler Kom­mu­nen kämen in der Kam­pa­gne nicht vor.

„Ich erken­ne mein Nie­der­sach­sen dar­in nicht wie­der“, schreibt eine Nut­ze­rin auf einer Online-Platt­form. Ähn­li­che Stim­men kom­men aus länd­li­chen Regio­nen, die sich in der Hoch­glanz­wer­bung kaum reprä­sen­tiert füh­len. Kri­ti­ker bemän­geln, die Kam­pa­gne zeich­ne ein idea­li­sier­tes Bild des Bun­des­lan­des und las­se bestehen­de Pro­ble­me bewusst außen vor.

Oppo­si­ti­on kri­ti­siert den Mit­tel­ein­satz

Auch poli­tisch wächst der Druck. Ver­tre­ter der Oppo­si­ti­on wer­fen der Lan­des­re­gie­rung vor, öffent­li­che Mit­tel für Image­pfle­ge statt für kon­kre­te Ver­bes­se­run­gen ein­zu­set­zen. Ange­sichts knap­per Haus­hal­te sei­en zehn Mil­lio­nen Euro schwer ver­mit­tel­bar.

Befür­wor­ter hal­ten dage­gen, dass erfolg­rei­che Stand­ort­wer­bung lang­fris­tig Inves­ti­tio­nen und Steu­er­ein­nah­men för­dern kön­ne.

Lan­des­re­gie­rung ver­tei­digt die Stra­te­gie — Debat­te über Authen­ti­zi­tät

Die Staats­kanz­lei weist die Kri­tik zurück. Ziel sei es nicht, poli­ti­sche Her­aus­for­de­run­gen abzu­bil­den, son­dern die Stär­ken Nie­der­sach­sens sicht­bar zu machen.

Das Bun­des­land ver­fü­ge über eine star­ke Wirt­schaft, füh­ren­de For­schungs­ein­rich­tun­gen und eine hohe Lebens­qua­li­tät. Genau die­se Vor­zü­ge wol­le man natio­nal und inter­na­tio­nal stär­ker kom­mu­ni­zie­ren.

Ob die Kam­pa­gne ihr Ziel erreicht, bleibt abzu­war­ten. Fest steht jedoch: Die Debat­te um „Nie­der­sach­sen, das ist groß“ hat eine grund­sätz­li­che Fra­ge neu ent­facht – wie authen­tisch staat­li­che Image­wer­bung sein muss, damit sich die Men­schen, für die sie gemacht wird, tat­säch­lich dar­in wie­der­fin­den.

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