Die Stadt Braunlage könnte in naher Zukunft einen direkten Bahnanschluss an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) erhalten. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Braunlage stellte die EIN HARZ GmbH gemeinsam mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft die Ergebnisse einer Machbarkeitsstudie zur geplanten Bahnverbindung vor. Die Resonanz war groß – sowohl das Interesse als auch die Unterstützung für das Projekt sind breit gefächert.
Die Studie, beauftragt mit Unterstützung der Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie lokaler Partner, untersucht technische, ökologische und wirtschaftliche Aspekte der Anbindung. Vorgesehen ist eine rund fünf Kilometer lange Neubaustrecke, die südlich von Elend von der Harzquerbahn abzweigt und in einem Bogen nahe der Talstation der Wurmbergseilbahn in Braunlage endet. Auch ein Anschluss in Richtung Nordhausen ist durch ein geplantes Gleisdreieck möglich.
Ein zentrales Ziel des Projekts ist es, die Verkehrs- und Lebensqualität in der Region zu verbessern und zugleich den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren. Ein abgestimmtes Betriebskonzept mit modernen Triebwagen sowie eine umweltverträgliche Streckenführung sollen dabei helfen, die Anforderungen von Mobilität und Naturschutz zu vereinen.
Besonders hervorzuheben sind die positiven wirtschaftlichen Perspektiven: Zwischen Braunlage und Wernigerode – zwei touristisch stark frequentierten Orten mit insgesamt rund 2,6 Millionen Übernachtungen jährlich – wird mit bis zu 400.000 Fahrgästen pro Jahr gerechnet. Die Investitionskosten für das Projekt belaufen sich auf rund 42 Millionen Euro, die Umsetzungsdauer wird auf etwa acht Jahre geschätzt.
Die Veranstaltung verdeutlichte: Die Anbindung Braunlages an das HSB-Netz könnte nicht nur ein bedeutendes Infrastrukturprojekt sein, sondern auch ein neues Kapitel in der Eisenbahngeschichte der Region aufschlagen – Braunlage war bis 1963 bereits über die meterspurige Südharzeisenbahn an das Bahnnetz angeschlossen.




























