Ausgediente Werbebanner des Museums Lyonel Feininger bekommen ein zweites Leben. Im Tagesförderzentrum der Evangelischen Stiftung Neinstedt werden sie zu individuell gefertigten Taschen und Hüllen verarbeitet. Nun konnte erneut eine Lieferung an das Museum übergeben werden.
Die Kooperation zwischen dem Museum Lyonel Feininger und der Evangelischen Stiftung Neinstedt besteht seit mehreren Jahren. Sie verbindet handwerkliche Arbeit, kreative Teilhabe und nachhaltiges Upcycling. Aus den Materialien vergangener Ausstellungen entstehen unter anderem Pinseltaschen, Shopper, Tablettaschen und Reisepasshüllen.
Sichtbare Ergebnisse und Wertschätzung
An der Herstellung ist auch Christa Wetzel beteiligt. Die Rentnerin besucht seit fünf Jahren das Tagesförderzentrum der Evangelischen Stiftung Neinstedt. Zu ihren Aufgaben gehört das Zuschneiden der Materialien, die das Museum zur Verfügung stellt.
Für sie ist daraus eine besondere Beschäftigung geworden. Früher habe sie am Spinnrad gesessen, heute stricke und filze sie oder schneide Stoffe zu. Das Zuschneiden der Banner bezeichnet sie als ihre Lieblingsaufgabe.
Astrid Koch arbeitet im Förderzentrum an der Nähmaschine. Sie berichtet, dass dort viele Produkte aus ausgedienten Materialien entstehen. Die Banner des Museums hätten unterschiedliche Stoffqualitäten und ließen sich deshalb vielseitig weiterverarbeiten. Gleichzeitig sei die Arbeit für die Menschen im Förderzentrum besonders wertvoll, weil sie sinnvoll sei, sichtbare Ergebnisse hervorbringe und Anerkennung ermögliche.
Kooperation verbindet Teilhabe und Nachhaltigkeit
Auch im Museum Lyonel Feininger wird die neue Lieferung aus Neinstedt begrüßt. Annette Jürgens-Schlegel, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, hebt den inklusiven Charakter der Zusammenarbeit hervor. Aus Werbeträgern vergangener Ausstellungen entstünden im Tagesförderzentrum individuelle Taschen und Hüllen. So würden kreative Teilhabe, handwerkliches Arbeiten und nachhaltiges Upcycling miteinander verbunden.
Die Kooperation zeigt, wie aus scheinbar ausgedienten Materialien neue Produkte werden können. Zugleich bietet sie den Teilnehmenden im Förderzentrum Aufgaben, die an ihre individuellen Fähigkeiten anknüpfen.
Im Tagesförderzentrum erhalten die Teilnehmenden Angebote in den Bereichen Arbeit und Beschäftigung, lebenspraktische Anleitung, psychosoziale Begleitung, Pflege, Bildung und Freizeitgestaltung. Im Mittelpunkt stehen der Erhalt vorhandener Fähigkeiten, ihre Weiterentwicklung und das Erlernen neuer Kompetenzen.
Foto: Andreas Damm / ESN
































