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Land­schaft unter Druck: Der Süd­har­zer Gips­karst im Span­nungs­feld von Abbau und Erhalt

Der Süd­har­zer Gips­karst steht im Mit­tel­punkt eines Vor­trags, zu dem der Geschichts­ver­ein Bad Harz­burg am Diens­tag, 20. Janu­ar 2026, ein­lädt. Beginn ist um 15:30 Uhr in der Wan­del­hal­le im Bade­park Bad Harz­burg. Refe­rent ist Dr. Fried­hart Knol­le, der den geo­lo­gi­schen und öko­lo­gi­schen Wert der Land­schaft sowie die aktu­el­len Her­aus­for­de­run­gen durch Gips­ab­bau the­ma­ti­siert. Der Ein­tritt ist frei, Gäs­te sind will­kom­men.

Das Karst­ge­biet im Süd­harz gilt auf­grund sei­ner geo­lo­gi­schen Struk­tur als land­schaft­lich ein­zig­ar­tig und beson­ders schüt­zens­wert. Es besteht aus einem rund 100 Kilo­me­ter lan­gen Gesteins­gür­tel aus dem Ober­perm (Zech­stein), der sich von Oster­ode im Land­kreis Göt­tin­gen über Nord­hau­sen in Thü­rin­gen bis in den Raum Sang­erhau­sen in Sach­sen-Anhalt erstreckt.

Ein­zig­ar­ti­ge For­men und bedroh­te Viel­falt

Cha­rak­te­ris­tisch für das Gebiet sind groß­flä­chi­ge frei­lie­gen­de Gips­fel­sen – die größ­ten ihrer Art in Mit­tel­eu­ro­pa. Die Ver­bin­dung aus lös­li­chem Gestein und hohen Nie­der­schlags­men­gen hat in geo­lo­gisch kur­zer Zeit eine aus­ge­präg­te Karst­land­schaft mit viel­fäl­ti­gen For­men ent­ste­hen las­sen. Die­se bie­tet Lebens­raum für vie­le spe­zia­li­sier­te Arten, doch nur weni­ge Berei­che ste­hen bis­lang unter wirk­sa­mem Schutz.

Der Abbau von Gips, Anhy­drit und Dolo­mit gefähr­det zuneh­mend zen­tra­le Tei­le der Land­schaft und stellt eine Belas­tung für eine nach­hal­ti­ge Regio­nal­ent­wick­lung dar. Ein groß­flä­chi­ges Bio­sphä­ren­re­ser­vat exis­tiert bis­her nur in Sach­sen-Anhalt – welt­weit das ein­zi­ge Schutz­ge­biet die­ser Art für Sul­fat­karst­land­schaf­ten. Das unter­streicht die gerin­ge inter­na­tio­na­le Wahr­neh­mung sol­cher Gebie­te im Netz­werk der Schutz­re­gio­nen.

Alter­na­ti­ven zum Gips­ab­bau

Trotz des wirt­schaft­li­chen Inter­es­ses am Gips­ab­bau lie­ße sich der Bedarf an Bau­ma­te­ria­li­en laut Dr. Knol­le auch durch Alter­na­ti­ven wie Phos­phor­gips aus indus­tri­el­len Pro­zes­sen decken. Der Karst­wan­der­weg Süd­harz macht die geo­lo­gi­sche Viel­falt des Gebie­tes im Drei­län­der­eck von Nie­der­sach­sen, Thü­rin­gen und Sach­sen-Anhalt für Besu­cher erleb­bar.

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