Halberstadt (red). Der Landkreis Harz baut seine Strategie zur Brandbekämpfung aus der Luft weiter aus. Am heutigen Tag wurde ein Vier-Jahres-Vertrag mit Verlängerungsoption zwischen dem Landkreis Harz und dem polnischen Unternehmen „Mieleckie Zakłady Lotnicze“ (MZL) unterzeichnet. Das Löschflugzeug vom Typ PZL M18 B Dromader soll auch in den Jahren 2026 bis 2028 in der Waldbrandsaison vom 1. April bis 30. September zum Einsatz kommen.
„Wir sind weiterhin bundesweit der einzige Landkreis, der bei Wald- und Vegetationsbränden auf die Kombination aus Bodentruppen und einem Löschflugzeug setzt“, betonte Landrat Thomas Balcerowski während der Vertragsunterzeichnung in Halberstadt. Anwesend waren Vertreter von MZL, Ordnungsdezernent Thomas Golinowski, Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse sowie Mike Goldhahn von der „Deutschen Löschflugzeug Rettungsstaffel“.
Balcerowski begründete die Vertragsverlängerung mit den positiven Erfahrungen aus den letzten Jahren und verwies auf die zunehmenden Herausforderungen durch den Klimawandel: „Der Einsatz des Harzer Löschflugzeuges ist eine unverzichtbare Lebensversicherung für alle Einwohner des Landkreises Harz und seine Gäste.“ Insbesondere die Großbrände am Brocken in den Jahren 2022 und 2024 hätten die Effektivität der luftgestützten Brandbekämpfung bewiesen.
Auch Roman Ignasiak, Vertreter von MZL, unterstrich die Einsatzbereitschaft: „We are ready to fly.“ Das Unternehmen hält zudem eine baugleiche Ersatzmaschine vor, um jederzeit handlungsfähig zu bleiben.
Interesse aus anderen Landkreisen wächst
Durch die Abbestellung zweier Löschflugzeuge der rescEU-Flotte in Niedersachsen wächst das Interesse anderer Landkreise am Modell des Harzkreises. „Es gibt bereits Anfragen“, erklärte Balcerowski.
Um die Effizienz weiter zu steigern, investierte der Landkreis in ein Spezialfahrzeug und 2.000 Liter eines sogenannten Retardants – ein Brandverzögerungsmittel, das zur direkten Brandbekämpfung oder zur Bildung von Brandschutzriegeln eingesetzt wird.
Schnelle Einsatzbereitschaft und hohe Effizienz
Laut Vertrag beträgt die maximale Zeit von der Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort 60 Minuten. Das Flugzeug kann pro Abwurf mindestens 2.200 Liter Löschmittel in Form einer Wasserlinie oder ‑bombe freisetzen. Stationiert ist es am Flugplatz Ballenstedt, wo auch die bodengestützte Nachbetankung durch örtliche Feuerwehren erfolgt. Innerhalb von nur 80 Sekunden kann das Löschflugzeug Wasser aufnehmen.
Balcerowski resümierte die bisherigen Erfolge des Projekts: „Mit dem Löschflugzeug können wir Brände schneller und effizienter unter Kontrolle bringen – vor allem in den schwer zugänglichen Wäldern des Harzes.“ Beim jüngsten Brand am Königsberg am 6. September 2024 war das Flugzeug bereits 45 Minuten nach der Alarmierung im Einsatz. Der Landrat betonte abschließend: „Der luftgestützte Einsatz schont Ressourcen und minimiert das Risiko für unsere Einsatzkräfte am Boden.“
Hintergrund
Der Kreistag hatte bereits am 11. Dezember 2024 einstimmig für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit MZL gestimmt. Nach einer europaweiten Ausschreibung im Oktober folgte nun die Vertragsunterzeichnung. Der Landkreis investiert jährlich rund 267.000 Euro in das Projekt.
Foto: Landkreis Harz/Pressestelle