Osterode (red). In der Innenstadt von Osterode breitet sich langsam, aber für jeden sichtbar, der Leerstand aus. Ein Geschäft nach dem anderen schließt. „Total-Räumungsverkauf wegen Geschäftsaufgabe“ gehört mittlerweile zum gängigen Bild in der Fußgängerzone. Jetzt schließt das nächste Geschäft für immer seine Pforten.
Die Verkaufsräume stehen bereits seit Ende Februar leer, die Modekette Caro Moden hat sich aus Osterode zurückgezogen. Dabei ist Caro Moden bei Weitem kein Einzelfall. Die Händler reagieren auf die zunehmende Konsumzurückhaltung der Kunden. Dass auch der Online-Handel beim Ladensterben eine Rolle spielt, ist unter den Geschäftsleuten unbestritten.
Rückzug der Geschäfte aus Osterode: Stadtentwicklung muss handeln
Caro Moden hat Osterode zwar verlassen, wird in Bad Lauterberg aber weiter existieren. Die Frage nach den Gründen für diese Entwicklung lässt sich pauschal nur schwer beantworten. Diese sind vielschichtig. Osterode ist ein Standort des Mittelstandes. Es gibt in Bezug auf die Stadtentwicklung nur wenig Bewegung. Die Händler sehen einen regelrechten Exodus der Kunden aus der Innenstadt und appellieren an die Stadtentwickler, aktiv zu werden.
Diese wird von immer weniger Osterodern zum Einkaufen genutzt. Dieses Problem hat Osterode jedoch längst nicht allein. Es ist ein Phänomen, das sich in vielen kleinen und mittelgroßen Städten unaufhörlich ausbreitet.
Online-Handel ist eine unbezwingbare Konkurrenz für die Filialisten
Ob Mode, Haushaltsartikel, Camping-Zubehör oder Einrichtungsgegenstände – heute kann wirklich alles im Internet gekauft werden: amazon und Co. Machen es vor. Es ist einfach für die Kunden bequemer, per Mausklick einzukaufen und die Ware bei Nichtgefallen – in der Regel kostenlos – wieder zurückzuschicken. Kein mühsames Suchen nach Parkplätzen, die meistens auch noch gebührenpflichtig sind. Ist man dann im Laden, dann ist das Gesuchte oft nicht vorrätig. Diesen Aufwand wollen sich immer weniger Kunden machen.
Dies ist ein wesentlicher Grund, warum sich immer mehr Geschäftsleute von den Kleinstädten verabschieden. Hinzu kommt, dass in vielen Fällen an der Gebäudesubstanz zu wenig gemacht wird. Caro Moden, eine Kette, die deutschlandweit Filialen betreibt, war in dem Gebäude an der Rinnepassage untergebracht. Dieses Haus ist renovierungsbedürftig und verfällt langsam.
Caro Moden reiht sich in eine Serie von Geschäftsaufgaben ein
Die Modefiliale ist nicht das erste Geschäft, das in Osterode seine Pforten schließt und es wird nicht das Letzte sein, wenn die Verantwortlichen keine Initiative ergreifen und diesem Trend zumindest ein stückweit entgegenwirken.
Am Kornmarkt hatte vor Caro Moden bereits die Bäckerei und Konditorei Banse ihren Standort in der Altstadt verlassen und auch das Traditionsgeschäft für Bürobedarf Papierus von Lena Finkbeiner ist nach 30 Jahren aus der Stadt verschwunden.