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Knapp bei Kas­se: Stadt Gos­lar will Spiel­au­to­ma­ten ab August stär­ker besteu­ern

Die Stadt Goslar will eine höhere Steuer auf Spielautomaten
Die Stadt Goslar will eine höhere Steuer auf Spielautomaten - Betreiber schlagen Alarm

Die Stadt Gos­lar steht vor einer finan­zi­el­len Her­aus­for­de­rung – und greift nun zu einem umstrit­te­nen Mit­tel: Ab August sol­len Spiel­au­to­ma­ten stär­ker besteu­ert wer­den. Die geplan­te Erhö­hung der Ver­gnü­gungs­steu­er sorgt bereits jetzt für Dis­kus­sio­nen zwi­schen Poli­tik, Wirt­schaft und Betrei­bern von Spiel­hal­len.

War­um Gos­lar die Spiel­au­to­ma­ten-Steu­er erhö­hen will

Die finan­zi­el­le Lage vie­ler Kom­mu­nen in Deutsch­land ist ange­spannt – auch in Gos­lar. Um zusätz­li­che Ein­nah­men zu gene­rie­ren, plant die Stadt­ver­wal­tung eine Erhö­hung der Ver­gnü­gungs­steu­er auf Spiel­au­to­ma­ten. Kon­kret ist vor­ge­se­hen, den Steu­er­satz auf rund 22 Pro­zent anzu­he­ben.

Ziel die­ser Maß­nah­me ist es, die städ­ti­schen Ein­nah­men zu sta­bi­li­sie­ren und Haus­halts­lö­cher zu schlie­ßen. Gera­de soge­nann­te „Ver­gnü­gungs­steu­ern“ gel­ten als ver­gleichs­wei­se ein­fach anzu­pas­sen, da sie nicht direkt die brei­te Bevöl­ke­rung betref­fen, son­dern spe­zi­fi­sche Bran­chen.

Was sich ab August ändern soll

Die Steu­er­erhö­hung soll – sofern sie poli­tisch beschlos­sen wird – ab August in Kraft tre­ten. Betrof­fen sind vor allem Spiel­hal­len­be­trei­ber, Betrei­ber von Geld­spiel­ge­rä­ten in Gas­tro­no­mie­be­trie­ben sowie Unter­neh­men aus der Glücks­spiel­bran­che.

Die Ent­schei­dung liegt letzt­lich beim Stadt­rat, nach­dem ent­spre­chen­de Aus­schüs­se die Plä­ne bera­ten haben.

Kri­tik: Spiel­hal­len­be­trei­ber schla­gen Alarm

Die geplan­te Steu­er sorgt für deut­li­chen Gegen­wind aus der Bran­che. Betrei­ber war­nen vor mög­li­chen Fol­gen wie der Schlie­ßung von Spiel­hal­len, dem Ver­lust von Arbeits­plät­zen sowie einem Rück­gang der Steu­er­ein­nah­men statt eines Anstiegs.

Ein Betrei­ber aus der Regi­on kün­dig­te bereits an, im Fal­le einer wei­te­ren Steu­er­erhö­hung sei­ne Betrie­be schlie­ßen zu müs­sen. Beson­ders kri­tisch wird gese­hen, dass höhe­re Steu­ern nicht zwangs­läu­fig zu höhe­ren Ein­nah­men füh­ren. Statt­des­sen könn­te sich ein Teil des Geschäfts in den ille­ga­len Bereich ver­la­gern.

Gefahr von ille­ga­lem Glücks­spiel?

Ein häu­fig genann­tes Argu­ment der Geg­ner: Stei­gen­de Abga­ben könn­ten ille­ga­les Glücks­spiel för­dern. Wenn lega­le Anbie­ter wirt­schaft­lich unter Druck gera­ten, könn­ten Spie­ler auf nicht regu­lier­te Ange­bo­te aus­wei­chen.

Die­se Ent­wick­lung hät­te gleich meh­re­re nega­ti­ve Effek­te: weni­ger Kon­trol­le durch Behör­den, aus­blei­ben­de Steu­er­ein­nah­men aus ille­ga­len Ange­bo­ten sowie ein höhe­res Risi­ko für Spiel­sucht ohne ent­spre­chen­de Schutz­me­cha­nis­men.

Höhe­re Spiel­au­to­ma­ten-Steu­er: Chan­cen für die Stadt Gos­lar

Trotz der Kri­tik bie­tet die Maß­nah­me auch Chan­cen. So könn­ten kurz­fris­tig Mehr­ein­nah­men für den Haus­halt erzielt wer­den. Zudem setzt die Stadt ein Signal für eine kon­se­quen­te Finanz­po­li­tik und schafft mög­li­cher­wei­se Spiel­raum, um ande­re Steu­er­erhö­hun­gen zu ver­mei­den.

Ob die­se Rech­nung auf­geht, hängt jedoch stark davon ab, wie die Bran­che auf die neu­en Rah­men­be­din­gun­gen reagiert.

Her­aus­for­de­rung: Balan­ce zwi­schen Ein­nah­men und Risi­ken

Die geplan­te Steu­er­erhö­hung auf Spiel­au­to­ma­ten in Gos­lar zeigt ein typi­sches Dilem­ma vie­ler Kom­mu­nen: Mehr Ein­nah­men sind nötig – doch die Maß­nah­men dür­fen die Wirt­schaft nicht über­mä­ßig belas­ten.

Ob die höhe­ren Abga­ben tat­säch­lich zu mehr Geld in der Stadt­kas­se füh­ren oder lang­fris­tig nega­ti­ve Effek­te haben, wird sich erst nach der Ein­füh­rung zei­gen. Klar ist jedoch: Die Ent­schei­dung wird weit­rei­chen­de Fol­gen für die Glücks­spiel­bran­che und die loka­le Wirt­schaft haben.

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