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Jun­ge Uni­on stellt Kon­zept für neu­es Bil­dungs­sys­tem in Sach­sen-Anhalt vor

Deutschlandtag der Jungen Union am 25.10.24 in Halle (Saale) in der Messe. / Foto: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

Bil­dungs­po­li­tik steht im Mit­tel­punkt eines Leit­an­trags, den der Lan­des­vor­stand der Jun­gen Uni­on Sach­sen-Anhalt für den Lan­des­tag im Mai vor­ge­legt hat. Unter dem Titel Leis­tung för­dern – Talen­te ent­fal­ten – Chan­cen ermög­li­chen skiz­ziert der Ver­band ein umfas­sen­des Reform­kon­zept für das Bil­dungs­sys­tem im Land. Ziel ist es, Leis­tungs­ori­en­tie­rung zu stär­ken, Talen­te bes­ser zu för­dern und mehr jun­ge Men­schen zu einem Schul­ab­schluss zu füh­ren.

Nach Ansicht der Jun­gen Uni­on ver­las­sen noch immer zu vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler die Schu­le ohne aus­rei­chen­de Kom­pe­ten­zen oder ohne Abschluss. Gleich­zei­tig stün­den vie­le Lehr­kräf­te unter hoher Belas­tung, wäh­rend Bil­dungs­er­folg häu­fig wei­ter­hin von der sozia­len Her­kunft abhän­ge. Das Papier for­dert daher struk­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen im gesam­ten Bil­dungs­sys­tem.

Leh­rer­be­ruf attrak­ti­ver gestal­ten

Ein Schwer­punkt des Kon­zepts liegt auf der Aus­bil­dung und Unter­stüt­zung von Lehr­kräf­ten. Die Jun­ge Uni­on sieht Leh­re­rin­nen und Leh­rer als ent­schei­den­den Fak­tor für gute Bil­dung und spricht sich für eine stär­ker pra­xis­ori­en­tier­te Aus­bil­dung aus.

So soll das Lehr­amts­stu­di­um für Grund‑, För­der- und Sekun­dar­schu­len per­spek­ti­visch dual orga­ni­siert wer­den, um Theo­rie und schu­li­sche Pra­xis enger mit­ein­an­der zu ver­bin­den. Auch der Vor­be­rei­tungs­dienst soll stär­ker auf prak­ti­sche Unter­richts­er­fah­rung aus­ge­rich­tet wer­den. Gleich­zei­tig for­dert der Ver­band mehr päd­ago­gi­sche Frei­heit für Lehr­kräf­te und weni­ger Büro­kra­tie im Schul­all­tag.

Früh­kind­li­che För­de­rung und ver­pflich­ten­de Vor­schu­le

Um Bil­dungs­chan­cen früh zu ver­bes­sern, setzt der Antrag auf stär­ke­re För­de­rung bereits vor der Ein­schu­lung. Vor­ge­se­hen ist unter ande­rem eine ver­pflich­ten­de Vor­schu­le in Kin­der­ta­ges­stät­ten.

Dar­über hin­aus sol­len kurz vor der Ein­schu­lung ver­pflich­ten­de Sprach- und Ent­wick­lungs­über­prü­fun­gen statt­fin­den. Kin­der mit unzu­rei­chen­den Deutsch­kennt­nis­sen sol­len zunächst geziel­te För­der­pro­gram­me besu­chen, bevor eine Ein­schu­lung erfolgt.

Neue Schul­struk­tur und kla­re Bil­dungs­we­ge

Lang­fris­tig schlägt die Jun­ge Uni­on eine ver­än­der­te Schul­struk­tur vor. Dem­nach sol­len alle Kin­der zunächst bis zur sechs­ten Klas­se gemein­sam eine Grund­schu­le besu­chen. Erst danach wür­de der Wech­sel auf wei­ter­füh­ren­de Schul­for­men erfol­gen.

Für die­sen Über­gang sol­len ver­bind­li­che Schul­lauf­bahn­emp­feh­lun­gen ein­ge­führt wer­den. Ziel ist es laut Antrag, Über- und Unter­for­de­rung zu ver­mei­den und Bil­dungs­we­ge stär­ker an Leis­tung und Fähig­kei­ten aus­zu­rich­ten.

Mehr Pra­xis­be­zug und Berufs­ori­en­tie­rung

Auch der Pra­xis­be­zug in der Schu­le soll aus­ge­baut wer­den. Schü­le­rin­nen und Schü­ler sol­len zwi­schen der ach­ten und zehn­ten Klas­se ver­pflich­ten­de Prak­ti­ka im Umfang von ins­ge­samt 20 Tagen absol­vie­ren.

Min­des­tens fünf Tage sol­len in einem Hand­werks­be­trieb und fünf wei­te­re in einer sozia­len Ein­rich­tung statt­fin­den. Ergän­zend soll an Sekun­dar- und För­der­schu­len die Mög­lich­keit eines Pra­xis­lern­tags geschaf­fen wer­den, bei dem Schü­le­rin­nen und Schü­ler regel­mä­ßig Ein­bli­cke in Unter­neh­men erhal­ten.

Digi­ta­li­sie­rung und beruf­li­che Bil­dung

Im Bereich Digi­ta­li­sie­rung for­dert der Antrag eine flä­chen­de­cken­de Aus­stat­tung von Schü­le­rin­nen und Schü­lern mit mobi­len End­ge­rä­ten. Gleich­zei­tig sol­len klas­si­sche Lern­for­men wie Bücher und hand­schrift­li­che Noti­zen wei­ter­hin Bestand­teil des Unter­richts blei­ben.

Zudem betont die Jun­ge Uni­on die Bedeu­tung der beruf­li­chen Aus­bil­dung. Die­se müs­se stär­ker pra­xis­ori­en­tiert gestal­tet wer­den, um jun­ge Men­schen schnel­ler und zugleich qua­li­ta­tiv hoch­wer­tig in Beschäf­ti­gung zu brin­gen.

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