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Jun­ge Uni­on setzt vor Land­tags­wahl­kampf auf Reform­kurs in Bil­dung und Ver­wal­tung

Die Jun­ge Uni­on Sach­sen-Anhalt hat auf ihrem 35. Lan­des­tag in Lands­berg eine Rei­he poli­ti­scher Beschlüs­se gefasst. Im Mit­tel­punkt stand ein ein­stim­mig ver­ab­schie­de­ter Leit­an­trag zur Reform des Bil­dungs­sys­tems. Zugleich for­der­te der Par­tei­nach­wuchs von der CDU-geführ­ten Lan­des­re­gie­rung mehr Tem­po bei Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung, Pla­nungs- und Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren sowie beim Abbau staat­li­cher Büro­kra­tie.

An dem Lan­des­tag nah­men unter ande­rem der frü­he­re Minis­ter­prä­si­dent Rei­ner Hasel­off und der CDU-Lan­des­vor­sit­zen­de und Minis­ter­prä­si­dent Sven Schul­ze teil. Bei­de rich­te­ten den Blick auf den Land­tags­wahl­kampf 2026. Die Jun­ge Uni­on mach­te jedoch deut­lich, dass aus ihrer Sicht bereits vor der Wahl spür­ba­re Refor­men nötig sei­en.

Der Lan­des­vor­sit­zen­de Nico Els­ner kri­ti­sier­te, die Men­schen erwar­te­ten kei­ne vagen Ankün­di­gun­gen mehr, son­dern kla­re Ent­schei­dun­gen und kon­se­quen­te Ver­ant­wor­tung. Die JU ver­bin­det ihren Kurs damit aus­drück­lich mit dem Anspruch, die Lan­des­po­li­tik stär­ker auf Umset­zung aus­zu­rich­ten.

Bil­dungs­sys­tem soll stär­ker auf Leis­tung aus­ge­rich­tet wer­den

Der beschlos­se­ne Leit­an­trag sieht eine grund­le­gen­de Neu­aus­rich­tung der Bil­dungs­po­li­tik in Sach­sen-Anhalt vor. Gefor­dert wer­den unter ande­rem eine ver­pflich­ten­de Vor­schu­le, ver­bind­li­che Sprach- und Ent­wick­lungs­tests vor der Ein­schu­lung, mehr Leis­tungs­ori­en­tie­rung sowie eine pra­xis­nä­he­re Leh­rer­aus­bil­dung. Der Antrag betont zudem, dass kein jun­ger Mensch das Bil­dungs­sys­tem ohne aner­kann­ten Schul­ab­schluss ver­las­sen sol­le.

Ein zen­tra­ler Vor­schlag ist die Ein­füh­rung einer Grund­schu­le bis zur sechs­ten Klas­se. Schü­le­rin­nen und Schü­ler sol­len län­ger gemein­sam ler­nen, bevor der Wech­sel auf Gym­na­si­um oder Sekun­dar­schu­le erfolgt. Grund­la­ge dafür sol­len ver­bind­li­che Schul­lauf­bahn­emp­feh­lun­gen sein. Die JU will damit grund­le­gen­de Kom­pe­ten­zen stär­ken und Bil­dungs­we­ge kla­rer struk­tu­rie­ren.

Auch die beruf­li­che Bil­dung soll auf­ge­wer­tet wer­den. Sekun­dar­schu­len wer­den in dem Antrag aus­drück­lich als wich­ti­ger Bestand­teil des Bil­dungs­sys­tems beschrie­ben. Haupt- und Real­schul­ab­schlüs­se sowie anschlie­ßen­de Berufs­aus­bil­dun­gen sol­len gesell­schaft­lich stär­ker aner­kannt wer­den.

Wei­te­re Beschlüs­se zu Wirt­schaft, Inne­rem und Gesell­schaft

Neben der Bil­dungs­po­li­tik beschloss der Lan­des­tag Anträ­ge aus den Berei­chen Wirt­schaft, Ener­gie, Inne­res und Gesell­schafts­po­li­tik. Die Jun­ge Uni­on sprach sich unter ande­rem für die Abschaf­fung des natio­na­len CO₂-Prei­ses aus und lehnt eine wei­te­re Aus­wei­tung des euro­päi­schen Emis­si­ons­han­dels auf Haus­hal­te und Klein­be­trie­be ab.

Bei den Laden­öff­nungs­zei­ten for­dert die JU eine Libe­ra­li­sie­rung. Ver­kaufs­stel­len sol­len sams­tags künf­tig rund um die Uhr öff­nen dür­fen.

In der Innen­po­li­tik setzt sich die Jun­ge Uni­on für eine kon­se­quen­te­re Nut­zung der Abschie­be­haft bei aus­rei­se­pflich­ti­gen Per­so­nen, weni­ger Büro­kra­tie für die Poli­zei und den Aus­bau digi­ta­ler Ange­bo­te im Opfer­schutz ein. Dazu soll eine zen­tra­le digi­ta­le Opfer­hil­fe-Platt­form ent­ste­hen.

Wei­te­re Beschlüs­se betref­fen stren­ge­re Vor­aus­set­zun­gen für Ein­bür­ge­run­gen, eine Reform der Alters­ver­sor­gung von Regie­rungs­mit­glie­dern, eine Begren­zung der Amts­zeit des Minis­ter­prä­si­den­ten auf maxi­mal drei Legis­la­tur­pe­ri­oden sowie Unter­stüt­zung für ehren­amt­li­che Ver­ei­ne durch einen GEMA-Pau­schal­ver­trag.

Der 35. Lan­des­tag der Jun­gen Uni­on Sach­sen-Anhalt fand am 9. Mai 2026 in der Kera­mik­scheu­ne Spi­cken­dorf in Lands­berg statt.

Foto: JU

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