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Jun­ge Uni­on kri­ti­siert geplan­te Diä­ten­er­hö­hung im Land­tag

Die Jun­ge Uni­on Sach­sen-Anhalt lehnt die geplan­te deut­li­che Erhö­hung der Diä­ten für Land­tags­ab­ge­ord­ne­te ab. In wirt­schaft­lich ange­spann­ten Zei­ten brau­che es einen sen­si­ble­ren Umgang mit Steu­er­gel­dern, ins­be­son­de­re wenn es um die eige­ne finan­zi­el­le Ver­sor­gung von Abge­ord­ne­ten gehe.

Der Lan­des­ver­band kri­ti­siert zugleich die poli­ti­sche Debat­te über die Erhö­hung. Die auto­ma­ti­sche Anpas­sung der Abge­ord­ne­ten­diä­ten sei gesetz­lich gere­gelt. Nach Auf­fas­sung der Jun­gen Uni­on hät­ten alle Frak­tio­nen im Land­tag die Mög­lich­keit gehabt, eine par­la­men­ta­ri­sche Initia­ti­ve zur Ände­rung oder Aus­set­zung der Rege­lung ein­zu­brin­gen. Dies sei jedoch nicht gesche­hen.

Kri­tik an Höhe und poli­ti­schem Umgang

Mit Bian­ca Hei­ne, Nico Els­ner und Jonas Döh­ring stellt die Jun­ge Uni­on Sach­sen-Anhalt drei CDU-Direkt­kan­di­da­ten. Sie kri­ti­sie­ren sowohl die Höhe der Anpas­sung als auch den Umgang der Par­tei­en mit dem The­ma.

Nico Els­ner, Lan­des­vor­sit­zen­der der Jun­gen Uni­on Sach­sen-Anhalt, bezeich­net eine Diä­ten­er­hö­hung in die­ser Grö­ßen­ord­nung als der­zeit kaum ver­mit­tel­bar. Vie­le Fami­li­en, Arbeit­neh­mer und Unter­neh­mer stün­den unter finan­zi­el­lem Druck. Poli­tik müs­se des­halb Maß hal­ten.

Auch öffent­li­che Ankün­di­gun­gen ein­zel­ner Frak­tio­nen, zusätz­li­che Gel­der spen­den zu wol­len, bewer­tet die Jun­ge Uni­on kri­tisch. Wer eine Anpas­sung ernst­haft ver­hin­dern wol­le, hät­te nach Ansicht der drei JU-Ver­tre­ter bereits einen Antrag zur Aus­set­zung oder Ände­rung der Rege­lung stel­len kön­nen.

Reform der Alters­ver­sor­gung gefor­dert

Jonas Döh­ring sieht die Ver­ant­wor­tung nicht bei ein­zel­nen Par­tei­en allein. Die auto­ma­ti­sche Anpas­sung bestehe seit Jah­ren. Den­noch feh­le bis­lang der Wil­le, das Sys­tem grund­sätz­lich zu refor­mie­ren. Dies müs­se in der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode ange­gan­gen wer­den.

Bian­ca Hei­ne for­dert einen ins­ge­samt spar­sa­me­ren und ver­ant­wor­tungs­vol­le­ren Umgang mit Steu­er­gel­dern. Poli­tik dür­fe nicht den Ein­druck erwe­cken, für sich selbst ande­re Maß­stä­be anzu­le­gen.

Die Jun­ge Uni­on Sach­sen-Anhalt ver­weist zudem auf eige­ne Reform­vor­schlä­ge zur Alters­ver­sor­gung von Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten. In einem Beschluss vom 35. Lan­des­tag am 9. Mai 2026 for­dert der Ver­band eine Umstel­lung auf ein bei­trags­ba­sier­tes Vor­sor­ge­mo­dell ab Beginn der nächs­ten Legis­la­tur­pe­ri­ode. Vor­ge­se­hen ist unter ande­rem, dass Abge­ord­ne­te einen monat­li­chen Vor­sor­ge­bei­trag in Höhe des Höchst­bei­trags zur gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung erhal­ten und die­sen ver­pflich­tend für die Alters­vor­sor­ge ver­wen­den. Steu­er­fi­nan­zier­te Pen­si­ons­zu­sa­gen sol­len für neu gewähl­te Abge­ord­ne­te voll­stän­dig ent­fal­len.

Foto: JU

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