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Jeder neun­te Schul­ab­gän­ger im Land­kreis Harz ohne Abschluss

Im Land­kreis Harz hat im Schul­jahr 2024/25 rund jeder neun­te Schul­ab­gän­ger die Schu­le ohne Abschluss ver­las­sen. Nach Anga­ben des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes Sach­sen-Anhalt betrifft dies 11 Pro­zent der Schul­ab­gän­ger. Ein feh­len­der Schul­ab­schluss erhöht das Risi­ko von Jugend­ar­beits­lo­sig­keit deut­lich und erschwert den Ein­stieg in Aus­bil­dung und ein eigen­stän­di­ges Leben. Betrof­fe­ne jun­ge Men­schen blei­ben häu­fig län­ger auf die Unter­stüt­zung ihrer Eltern ange­wie­sen, die wei­ter­hin unter­halts­pflich­tig sind.

Ursa­chen rei­chen von fami­liä­ren Belas­tun­gen bis Schul­ver­wei­ge­rung

Ein feh­len­der Schul­ab­schluss ist meist nicht auf man­geln­den Wil­len zurück­zu­füh­ren. Häu­fig spie­len per­sön­li­che Pro­ble­me, fami­liä­re Belas­tun­gen, gesund­heit­li­che Schwie­rig­kei­ten oder Schul­ver­wei­ge­rung eine Rol­le. Wer über län­ge­re Zeit dem Unter­richt fern­bleibt, ver­liert schnell den Anschluss und sieht oft kei­nen Weg zurück in den regu­lä­ren Schul­be­trieb.

Ein Bei­spiel ist Lukas (Name geän­dert) aus dem Land­kreis Harz. In der neun­ten Klas­se fehl­te er zunächst an ein­zel­nen Tagen, spä­ter über Wochen. Kon­flik­te zu Hau­se, Über­for­de­rung in der Schu­le und das Gefühl, den Lern­stoff nicht mehr auf­ho­len zu kön­nen, führ­ten schließ­lich dazu, dass er die Schu­le ohne Abschluss ver­ließ. Er ging davon aus, kei­nen Aus­bil­dungs­platz mehr zu fin­den.

Mög­lich­kei­ten zum nach­träg­li­chen Schul­ab­schluss

Trotz eines Abgangs ohne Abschluss bestehen im Land­kreis Harz ver­schie­de­ne Wege, einen Schul­ab­schluss nach­zu­ho­len. Dazu gehö­ren die Anmel­dung zur Nicht­schü­ler­prü­fung, ein Berufs­vor­be­rei­ten­des Jahr (BVJ) an den Berufs­bil­den­den Schu­len, eine Berufs­vor­be­rei­ten­de Bil­dungs­maß­nah­me (BvB) der Arbeits­agen­tur sowie Pro­jek­te wie STA­BIL-PIA, die jun­ge Men­schen mit beson­de­rem Unter­stüt­zungs­be­darf beglei­ten.

Eine zen­tra­le Rol­le spielt dabei die #jana­los Harz Jugend­be­rufs­agen­tur. In die­ser Ein­rich­tung arbei­ten Land­kreis, Job­cen­ter und Arbeits­agen­tur zusam­men. Gemein­sam wird im Ein­zel­fall geprüft, wel­che Unter­stüt­zung nötig ist – etwa beim Nach­ho­len eines Schul­ab­schlus­ses, bei der Suche nach einem Aus­bil­dungs­platz oder bei der Klä­rung per­sön­li­cher Pro­ble­me. Nach Anga­ben der Jugend­be­rufs­agen­tur bestehen auch nach einem Schul­ab­gang ohne Abschluss wei­ter­hin viel­fäl­ti­ge Mög­lich­kei­ten, den Bil­dungs­weg fort­zu­set­zen.

Anlauf­stel­le für jun­ge Men­schen und Netz­werk­part­ner

Die #jana­los Harz Jugend­be­rufs­agen­tur ver­steht sich als Anlauf­stel­le für jun­ge Men­schen im Land­kreis Harz, die Unter­stüt­zung beim Über­gang von der Schu­le in Aus­bil­dung und Beruf benö­ti­gen oder sich in schu­li­schen oder fami­liä­ren Not­si­tua­tio­nen befin­den. Auch Eltern, Schu­len, Unter­neh­men und wei­te­re Inter­es­sier­te kön­nen sich mit Fra­gen an die Jugend­be­rufs­agen­tur wen­den.

Die Koor­di­nie­rungs­stel­le der #jana­los Harz Jugend­be­rufs­agen­tur ist beim Land­kreis Harz ange­sie­delt. Sie arbei­tet in Koope­ra­ti­on mit der KoBa Job­cen­ter Land­kreis Harz und der Agen­tur für Arbeit Sach­sen-Anhalt West. Infor­ma­tio­nen zu Ange­bo­ten und Kon­takt­mög­lich­kei­ten sind auf der Inter­net­sei­te www.janalos.de sowie über die Social-Media-Auf­trit­te der Jugend­be­rufs­agen­tur abruf­bar.

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