Mit einem neuen Studienangebot an der Hochschule Nordhausen will das Land Thüringen dem anhaltenden Lehrermangel begegnen. Ab dem Wintersemester 2026/27 startet dort der Bachelorstudiengang „Lehramt MINT für Regelschulen“, der gezielt auf den Bedarf an Lehrkräften in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik reagiert.
Das sechssemestrige Studium dient als Grundlage für den anschließenden Master of Education an der Universität Erfurt, der den Weg in den Schuldienst ebnet. Der Studiengang richtet sich besonders an Interessierte, die eine Karriere als Lehrkraft in Regelschulen anstreben.
Antwort auf Fachkräftemangel im Bildungssektor
Der Mangel an Lehrerinnen und Lehrern betrifft bundesweit insbesondere die naturwissenschaftlich-technischen Fächer. Prognosen zufolge könnten bis 2030 zehntausende Lehrkräfte fehlen. Thüringen reagiert mit dem neuen Studiengang auf diese Entwicklung, um langfristig mehr qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen.
Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) betonte, man wolle gezielt neue Potenziale erschließen, da der bestehende Nachwuchs im MINT-Bereich nicht ausreiche. Der Studiengang sei ein wichtiger Baustein zur Sicherung der Bildungsqualität.
Verbindung von Theorie und Praxis
Der Studiengang legt besonderen Wert auf Praxisnähe. Bereits während der Semesterferien absolvieren die Studierenden schulische Praktika, kombiniert mit einer fachwissenschaftlichen und didaktischen Ausbildung. Dieses Konzept soll frühzeitig auf den Lehrerberuf vorbereiten und die Motivation für das Berufsziel stärken.
Zulassungsbeschränkungen gibt es nicht. Bewerbungen sind vom 1. April bis 30. September möglich – eine Maßnahme, um möglichst viele Interessierte für das Lehramt zu gewinnen.
Perspektiven und Herausforderungen
Das Modellprojekt wird von Bildungspolitik und Gewerkschaften grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig weisen Fachleute darauf hin, dass der Erfolg eines solchen Studiengangs nicht allein von der Ausbildung, sondern auch von Faktoren wie Arbeitsbedingungen, Vergütung und regionaler Bindung abhängt.
Entscheidend sei zudem, dass der Übergang vom Bachelor- zum Masterstudium und später in den Vorbereitungsdienst reibungslos funktioniere. Nur dann könne der Studiengang langfristig zur Entspannung auf dem Lehrkräftemarkt beitragen.
Langfristiger Erfolg bleibt abzuwarten
Nordhausen setzt mit dem MINT-Lehramtsstudiengang ein deutliches Signal gegen den Lehrkräftemangel. Ob das Vorhaben die angespannte Lage an den Schulen tatsächlich lindern kann, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Bis dahin bleibt das neue Studienangebot ein Hoffnungsträger in der Bildungslandschaft.





























