Hattorf (red). Es war ein Bild des Schreckens, das sich den Einsatzkräften bot, nachdem sie vor gut einer Woche zu einem schweren Autounfall gerufen worden waren. Für die Feuerwehrleute vor Ort war es der schlimmste Einsatz, den sie bisher hatten.
In den Abendstunden des 28. Februar war eine junge Frau mit ihrem Auto von Hattorf in Richtung Wulften unterwegs. Aus bisher ungeklärter Ursache verlor sie die Kontrolle über ihr Fahrzeug und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde die Frau in ihrem Auto eingeklemmt. Inzwischen konnte eine Fremdbeteiligung an dem Unfall ausgeschlossen werden.
Angehörige der Fahrerin waren zuerst vor Ort – durch moderne Kommunikationsmittel
Zunächst waren die Feuerwehrleute davon ausgegangen, dass sie die Ersten an der Unfallstelle waren. Doch sie irrten sich. Ausgerechnet Familienmitglieder der Verunglückten waren noch vor den Rettungskräften vor Ort und mussten den schrecklichen Anblick über sich ergehen lassen. Sie hatten durch moderne Kommunikationselektronik sofort von dem Unfall erfahren und hatten sich sofort auf den Weg gemacht.
Nun standen die Angehörigen vor der Herausforderung, dass sie sich nicht nur um ihr schwer verletztes Familienmitglied kümmern mussten. Von der Situation völlig überfordert, fiel es ihnen schwer, die Nerven zu behalten und klare Gedanken zu fassen.
Fahrerin musste von der Feuerwehr aus dem Wrack herausgeschnitten werden
Wie Medienkreise berichten, war die Situation auch für die Rettungskräfte sehr belastend. Nach dem Eintreffen des Notarztes musste die Frau aus ihrem völlig zerstörten Auto befreit werden. Erst danach war es möglich, sie medizinisch zu versorgen. An diesem Einsatz beteiligt waren Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr Hattorf und Wulften, die Polizei sowie zwei Rettungswagen. Die Angehörigen der jungen Frau wurden von einem Kriseninterventionsteam (KIT) noch vor Ort betreut.
Wie Norman Lohrengel, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Hattorf dem Harz Kurier berichtete, hätten er und seine Kameraden einen solch schweren Unfall noch nie gehabt. Zudem sei es für sie eine absolut neue Erfahrung gewesen, die Angehörigen des Opfers als Erste an der Unfallstelle zu sehen. Wie Lohrengel weiter berichtete, hätten die Angehörigen die Einsatzkräfte zu keiner Zeit bei den Rettungsmaßnahmen behindert.